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Ohrid-See

Schon in der Nacht fing es an, ein stetiger leichter Regen, am Morgen alles grau in grau. Dennoch nicht verzagen, auf Richtung Elbasan. Zunächst war Tirana zu bewältigen, auf dem vierspurigen Zubringer staute es sich heftig, schnell wurde eine dritte Spur auf dem Schotter- und Grünstreifen aufgemacht. Bald war die Ursache klar, eine Karambolage mit mehreren Fahrzeugen, die ineinander verkeilt waren. Es wurde heftig gedrängelt, jeder wollte als erster an der Unfallstelle vorbeifahren. Gut das ein Polizist das Touristenauto erkannt hat, er stoppte eine Spur. Dann mussten wir quer durch die Stadt, immer wieder kleinere Staus an den Ampeln. Als es stadtauswärts ging, dachten wir, geschafft! Aber dann eine umfangreiche Baustelle, die Straße wurde erneuert, Stau. So hoppelten wir teilweise über üble Baustellenpisten. Endlich konnten wir Tirana hinter uns lassen. Weiter über Landstraßen, die noch im Bau befindliche Autobahn war zwischendurch einspurig befahrbar, 80 km/h und Überholverbot. Ab das interessierte Niemanden, alles brauste an uns vorbei. Diesem begriffsstutzigen Touristen zeigen wir es mal...

Das Wetter besserte sich nicht, so wurden mögliche Übernachtungsplätze (aus dem WOMO-Führer) auf der Tour und Besichtigungen heute schlicht und einfach gestrichen. Über Elbasan ging die fahrt weiter durch verschiedene Orte. Ein kleiner Supermarkt kam gelegen, das eine oder andere an Vorräten war zur Neige gegangen. Dann die Straße der Autowäscher, überall waren Schläuche so aufgestellt, dass das Wasser des Ohrid-Sees im hohen Bogen nur so heraus sprudelte. Da brauchte man keine Schilder, aber bei dem Mistwetter fanden sich keine Kunden ein.

Eine bestens neu ausgebaute Serpentien-Straße führte über den Thana-Pass hinunter an den Ohrid-See. Die Seestraße befand sich allerdings in einem desolaten Zustand, aber überall war man dabei die Straße zu erneuern. Das hieß immer wieder mal runter von der Straße und über Behelfswege holpern. Aber immer schön direkt am See entlang, der grau wie der Himmel war und mit dem noch immer währenden leichten Regen kein schönes Bild bot.

Am frühen Nachmittag erreichten wir den leeren Campingplatz Peshku in Udenisht. An dem Restaurant davor direkt am Ufer durften wir auch stehen, sagte die junge Frau, die uns begrüßte. So schauten wir über das graue Wasser... Dieser kalte Tag wird in unseren Erinnerungen nicht so haften bleiben, denn auf Fotos haben wir auch verzichtet. Das warme gemütliche Restaurant wurde mit einem Ofen und Holzscheiden beheizt, die gegrillten Forellen aus eigener Zucht waren erstklassig. Die nahe Straße und schon am frühen Morgen etliche Lkws verkürzten die Nachtruhe, die Übernachtungsgebühr betrug 1.000 Leke. Aber immerhin hatte es aufgehört zu regnen.

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Korca - Naturpark Germenj

Unser erstes Ziel war die Stadt Korca, ein zentrumsnaher Parkplatz war bald gefunden. Zufälligerweise kamen wir zunächst am Basar vorbei, der uns mal wieder sehr orientalisch vorkam. Das übliche breite Angebot an Waren, auch Markthallen mit Frischkäse, Fleisch usw. Viele Menschen trafen sich hier, dort ein Gespräch, dort ein Lachen. Irgendwie war das alles sehr intim, daher unterblieb das Fotografieren in den Tiefen des Marktes. Dann einmal die Fußgängerzone „Bulevard Shen Gjergjl“ hinauf bis zur imposanten neuzeitlichen orthodoxen Kathedrale mit einem großen Vorplatz. Noch mehr besichtigen? Museen besuchen? Nein es reicht, so attraktiv kam uns die quirlige Stadt nicht vor. 

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Nach einer kurzen Mittagspause ging es weiter, nur ca. 75 Kilometer sind es bis zum Naturpark Germenj, das ist doch nicht weit... Bald kurvten wir auf oft engen Serpentinenstraßen, der Asphalt ließ häufig sehr zu wünschen übrig. Streckenweise heftige Schlaglöcher oder welliger Asphalt, auch mal eine enge Ortsdurchfahrt, selten kurze gute Streckenabschnitte. Immer wieder mal ein beseitigter kleinerer Erdrutsch, an einer Stelle war die komplette Straße auf gut 100 Meter weggerissen. So ging es meistens im Schneckentempo bergauf, bergab. Immer schön bis in den ersten Gang runter schalten und auf Gegenverkehr achten, allerdings war der sehr gering. Aber genau das haben wir doch auch erleben wollen... Das Fahren war letztendlich kein Problem, auch wenn das Mobil mal heftig schaukelte und die Melamin Teller im Schrank neu sortiert wurden. Aber die sind nach hunderttausenden von Kilometern einiges gewohnt. Trotz grauem Himmel landschaftlich immer wieder beeindruckend.

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Irgendwann erreichten wir mitten im Naturpark die „Farma Sotira“ mit Restaurant und Campingplatz (ca. 10 Euro) mit sauberen neueren Sanitäreinrichtungen. Sogar ein Pool, nicht mehr in Betrieb, war angelegt. Die Forellenbecken ließen ahnen, was heute Abend wieder auf dem Teller kam...

In der kleinen Gaststube mit offenen Kamin, in dem Holzscheite prasselten, saßen junge Männer, die Pilze putzten. Ein kesses kleines Mädchen sauste herum, ein Baby quengelte, Kätzchen miauten vor sich hin. Unterstrichen wurde die Geräuschkulisse vom laufenden Fernseher.

Die rustikale Einrichtung mit der „ausgesuchten“ Dekoration hat bei der Pflege und Renovierungen nicht sonderlich viel Sorgfalt abbekommen. Aber die frisch gefangene Forellen waren ordentlich, gut gegessen und eine nette Ablenkung am Abend. Leider fing es in der Nacht wieder an zu regnen.  

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