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Kopie - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung von Helmut Lang

Unsere Urlaubsreise nach Frankreich vom 20. Juni bis 26. Juli 2002

Ein Reisebericht von Helmut Lang 

Die Besatzung:

le conducteur    

  Helmut  

la madame navigateur   

 Gela     

le chef du camping car

 Timmy

Ziel und Zweck der Reise

  •       Normale Urlaubsreise
  •       Viel sehen
  •       Land und Leute kennen lernen
  •       Ein bisschen in Kultur und in der Geschichte stöbern
  •       Wenn möglich Obelix finden, einfangen und nach Hause mitbringen

Befürchtungen

  •       Hält unser alter Clou (WM) durch?
  •       Wie sind die Franzosen emotional zu den Deutschen?
  •       Gibt es Verständigungsprobleme? (nur 6 Abende franz. in Volkshochschule plus Superlearning Kurs)

 Technische Daten

  •       Gefahrene km 4.000                   
  •       Getankter Diesel in € 380
  •       Kosten insgesamt 1500 €
  •       Reiseroute: Aurich (Ostfriesland) - Holland - Belgien - Frankreich (Normandie-Bretagne und etwas südlicher)
  •       Die gleiche Strecke zurück

Angefahrene Orte in Frankreich: Cap Gris Nez - Fort Mahon Plage - le Tréport - St. Valery en-Caux - Port en-Bessin - Arromanches-les Bains - le Mont St. Michel - Cancale - Cap Frehel - Fort de la  Latte -Plouha - Trégastel-Plage - Trébeurden - St.Michel en Grève - Guimiliau - Morgat - Camaret sur Mer - Pointe du Raz - St Guénolé - Concarneau - St. Pierre-Quiberon - Carnac - Locmariaquer - Paimboeuf - Ile de Noirmoutier  - Tours - Chenonceaux - Lisieux -  Trouville sur Mer - Honfleur - Fécamp - Yport - Etretat - St. Valery en-Caux - Dieppe - le Tréport 

Was  hat uns besonders beeindruckt

  •       Die leichte, umgängliche Lebensart der Franzosen
  •       Die Hilfsbereitschaft der Franzosen
  •       Die Gastfreundschaft der Franzosen
  •       Die Sauberkeit des Landes, selbst auf kleinsten Parkplätzen
  •       Das Essen, hier insbesonders die riesige Auswahl an Käsesorten
  •       Die angenehmen holländischen und belgischen Reisemobilbesatzungen
  •       Die gutartigen Hunde der Franzosen

 Was hat uns weniger gut gefallen

  •       Das Wetter mit dem meist starken und kühlem Wind (im August ist es anders)
  •       Dass wir nicht einmal im Meer schwimmen gehen konnten, da es für unsere Begriffe zu kalt war
  •       Keine abendliche Geselligkeit mit anderen RM-Fahrern (ganz wenige Ausnahmen)
  •       Unterwegs mit Handzeichen grüßen und am Stellplatz reicht es gerade mal zum  Moin wenn überhaupt

Anmerkung: Im Jahr 2003 gab es in dieser Hinsicht überhaupt nichts zu meckern.

Die Reise

Die gute deutsche Handwerksarbeit

 Donnerstag, 20.06.002, Abfahrt 5:45 Uhr, Kilometerstand 29.331 km, Wetter düster und diesig

Guter Laune starteten wir kurz vor sechs Uhr morgens mit dem am Vorabend ausgerüsteten Wohnmobil in Richtung Holland.

Nach bereits 20 km fing es an zu regnen. Scheibenwischer funktioniert nicht. Den hatte ich natürlich nicht überprüft weil es ja  in den letzten Tagen immer sonnig war. In der nächsten größeren Stadt ging es erst mal zum Bosch-Dienst. Nach 5 Std. Wartezeit, einer Rechnung über 235 Euro, konnten wir mit dem reparierten Scheibenwischer endlich weiterfahren. Weiterfahrt um 12 Uhr in Richtung Groningen. Nun kam die Generalprobe für die deutsche Handwerkskunst, als es kurz nach Groningen wieder anfing zu regnen. Der Scheibenwischer arbeitete genau 10 Minuten, als er seinen Geist aufgab. Der rechte Scheibenwischer hing einfach nach unten. Eine Reparatur war nicht möglich. Ich bog den Scheibenwischer einfach in die richtige Position und konnte weiterfahren. Nach 10 Minuten das gleiche Spielchen und so fort. Nach ca 5 Stopps versagten die Scheibenwischer völlig. So fuhr ich halt ohne weiter, denn ich hoffte, daß der Regen irgendwann aufhören würde. Nach weiteren 2 Stunden war es dann soweit und bei trockener Straße erreichten wir Calais um 21:30 Uhr. Nachdem es bisher immer eine flache Gegend war, gut für unsere 92 PS und 5 Tonnen, fingen hier die ersten Hügel an.

Rechts der Autobahn viele zwielichtige Gestalten die auf dem Weg zum Euro-Tunnel waren. Vermutlich „Leute“ die über den Kanal  nach England einreisen wollten.

Unser Ziel war eigentlich Point Gris Nez. Da wir die erste und die zweite Abfahrt zum Point Gris Nez verpassten, beschlossen wir, auf einem Air Relais auf der Autobahn zu übernachten. Inzwischen  war es 21:45 Uhr.

Die erste Sprache, die wir in Frankreich verwendeten, war englisch. Neben uns rastete ein australisches Ehepaar, mit denen ich sofort ein kleines Schwätzchen halten mußte.

Jetzt wollte ich meine französischen Sprachkenntnisse testen. Kein Franzose auf dem Parkplatz, also rein in das Autobahn - Restaurant. Wir also rein und ich bestellte zweimal Steak Fritte. Es war das einzige Gericht das ich lesen konnte bzw verstand. Fragen und bestellen konnte ich ja noch gut, aber die Antworten und die Gegenfrage verstand ich überhaupt nicht:

1.     weil meine Ohren noch vom Autofahren dröhnten

2.     weil Mademoiselle so leise sprach.

Was passierte?

Ich bestellte also zweimal Steak mit Fritten und ein Cola und einen Kaffee. Die Verkäuferin fragte mich wahrscheinlich, wie die Steaks sein sollten (medium oder rare). Da ich sie nicht verstand sagte ich einfach ok. Dafür bekamen wir die Steaks dann fast roh. Wir haben die Steaks dann einfach in Servietten gepackt und haben sie im WM richtig schön nachgebraten. Je le voudrais biencut silvuplait („bjä küi) heißt:Ich möchte es gerne gut durchgebraten. Je le a point (a puä) heißt durchgebraten.Kosten: Steak mit Fritten = 6,70 €, Büchse Cola 2,10 €, Kaffee 1,80 €

Von unserem Stellplatz betrachteten wir die Lichter von Dover und nachdem der Stress der Autofahrt etwas abgeklungen war, legten wir uns schlafen.

Die graue Nase

Freitag, 21.06.02, Abfahrt 8:30 über Cap gris nez.nach Fort Mahon.

Am Cap gris nez angekommen, stellten wir das WM einfach an einer Viehweide ab und spazierten um das ganze Cap herum. Im Hügel ist ein unterirdischer Bunker mit oben aufgesetzten kleinen Bunkern.Wir konnten sogar die Kreidefelsen von Dover sehen. Außer den gesprengten Bunkern, einem Cafe das geschlossen war und weißen Kühen auf den Wiesen rings um, gab es nicht viel zu sehen. In dem kleinen Dörfchen vor dem Cap, fiel uns auf, daß fast vor jedem Haus, anstatt einem Auto ein trailerbares Fischerboot stand.

Während der Weiterfahrt machten wir in Bologne sürmer an einem Supermarkt einen Tankstopp. Der Liter Diesel kostete 73 Cent. Dann ging es weiter  über die kostenpflichtige Autoroute bis nach Berck. Hier bogen wir nach Fort Mahon ab. Dummerweise war in einer Ortschaft die Straße gesperrt und wir versuchten nach den kaum verstandenen Hinweisen des Straßenwärters die Ortschaft zu umfahren. Ob wir richtig fuhren, weiß ich bis heute nicht. Auf jeden Fall waren es Feldwege, so schmal, daß ich sie mit dem WM normalerweise nicht befahren würde. Es kam ja auch kein Auto entgegen, was uns eigentlich auch wunderte. Wahrscheinlich war es doch der verkehrte Weg. Gestresst kamen wir in Fort Mahon an und fanden den Stellplatz natürlich nicht. Zum Suchen hatte ich keine Lust und so sind wir auf den erst besten Campingplatz (La Vert Gazon) rauf gefahren. Eine Nacht kostete 17,50 €.

Wir sind dann sofort zu einer Fahrradtour aufgebrochen um den Ort zu erkunden.Entlang der Avenue de la Plage viele kleine Restaurants an denen die Leute alle beim Muscheln essen waren.500 m vor dem Strand war dann auch der Stellplatz. Der Strand selbst hat eine riesige Ausdehnung nach links und rechts. Da Hundeverbot am Strand herrschte, beguckten wir uns die Sache nur von oben. Inzwischen wurde es auch Zeit für die Rückkehr, denn ich wollte das Fußballspiel (Weltmeisterschaftsspiel) um 13:30 Uhr sehen. Nach der ersten Halbzeit war es aus mit Fernsehen, denn derselbige streikte. Alles Drehen nützte nichts. Zu allem Missgeschick kam dann noch ein Anruf von unserer Tochter, daß unser Nachbar und mein langjähriger Freund Johann gestorben sei.

Ziemlich deprimiert brechen wir zu einer weiteren Fahrradtour an die Baie d`Authire auf. Dies ist ein Naturschutzgebiet. Das von einem deutschen WM-Fahrer beschriebene altertümliche Fort, bestand nur aus zwei Hügeln mit  Ziegelsteinen darauf. Wahrscheinlich war er selbst auch nicht dort gewesen. Nun wagte ich mich nochmals an das Fernsehkabel und schaffte es schließlich, daß wir abends TV gucken konnten.

Nach diesem Tag kann es doch nur noch besser werden.

Die ersten Crepes 

Samstag 22.06.02, Abfahrt 9:45 Uhr vers Le Tréport. Leichter Nieselregen, Ankunft 10:45 Uhr.

Auf dem Stellplatz Strom, Wasser, Müll und Entsorgung. Kosten 4,90 €.

Wir marschierten sofort los in Richtung Stadt um die Klippen zu besteigen. Ca. 1 km entfernt. Bloß wo ist denn nun der Aufstieg zu den Klippen? Zufällig entdecke ich nahe bei der Kirche ein Schild Escalje de Falaise .Mir fällt ein Escalje heißt Treppe und Falaise heißt Steilküste b.z.w. Klippe. Also rein in das Vergnügen und 386 Stufen empor geklettert. Oben angekommen setzte bei mir Hustenreiz ein und meine Oberschenkelmuskeln waren wie Butter. Gela, die 5 Minuten später ankam hatte das gleiche Problem. Trotz des diesigen Wetters hatten wir einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt, den Hafen und das Meer. Beim Abstieg erschreckte ich mich plötzlich, als die Stadt an einer Stelle der Treppe direkt unter mir zu liegen schien. Es war, wie wenn man auf einem Gerüst steht und nach unten schaut. Beim anschließenden Spaziergang durch die Stadt musste Gela unbedingt ein Baguette kaufen, weil sie abends Fisch braten wollte und es mit dem französischem Weißbrot am besten schmeckt.

Als wir an der Hafenpromenade an einem Crepes-Stand vorbei kamen ließen wir Fisch Fisch sein und bestellten uns Crepes. Gela nahm Crepe jambon est fromage und ich crepe sucre. Jambon ist Speck und Fromage ist Käse. Beide Crepes schmeckten ausgezeichnet. Sie werden folgender maßen gemacht: Große heiße Platte, die Crepesoße dünn auftragen, mit Holzrolle dünn verteilen und wenden. Dann Speck und Käse auflegen (auch mit Ei schmeckt es sehr gut) und den Crepe zusammenfalten. Anschließend mehrmals wenden. Kosten zusammen 8 €.

Unterwegs sprach ich einen Fischer (pecheur) an, als er gerade seinen Fang an Land hievte. Er zeigte mir die einzelnen Fische und nannte sie beim Namen. Den Namen Turbo (Steinbutt) behielt ich, die anderen habe ich leider wieder vergessen. Nach dem Kaffeetrinken fuhren wir mit dem Fahrrad an die Nordseite von Le Tréport zu einer wunderhübschen Vorstadt mit dem Namen Mers les Bains . Wir spazierten am Strand entlang und bewunderten diese malerischen Hausfassaden. Anschließend kauften wir Wein und bei dem Fischer seiner Frau Krottenköpfe (Roschee genannt). Im WM haben wir die Fische gebraten und verspeist. Der Fernseher streikte schon wieder. Meine Reparatur hatte auch keinen Erfolg. Vielleicht sollte man mit einer Flasche Wein intus auch keine derartigen Versuche unternehmen.

Dafür viel mir die Kontaktaufnahmen zu unseren französischen WM-Nachbarn viel leichter. Mit Jose Pereira und seiner Frau unternahm ich meine ersten richtigen Sprachversuche. Er kam als Kind mit seinen Eltern von Portugal nach France und heiratete eine Französin. Von Beruf ist er Maurer. Am nächsten Morgen erfolgte eine sehr herzliche Verabschiedung. 

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Côte d`Albâtre (Alabasterküste)

Sonntag 23.6.02, Abfahrt vers St. Valery en caux, blauer Himmel und starker Wind.

Stellplatz kostenlos, Wasser 2 €, Entsorgung und Müllbehälter vorhanden. Der Stellplatzbereich gliedert sich in 2 Teile. Der erste ist entlang der Hafeneinfahrt und dem Wind voll ausgesetzt. Wir stellen uns auf den 2. Platz direkt unter den Steilklippen. Der Ort ist ca. 500 m vom Stellplatz.

Nach dem Abstellen machen wir uns sofort auf den Weg um auf die Steilklippen zu klettern. Dazu muss man erst zurück Richtung Stadt laufen um dann an der ersten Kurve die Treppen hoch zu steigen. Der Ausblick entschädigt für die Mühe. Oben angekommen spazieren wir auf den Klippen entlang. Alle paar Meter hielten wir an und genossen die ergreifende Aussicht. Da wir in Ostfriesland inzwischen an flache Meeresufer gewöhnt sind, beeindruckten uns die Klippenformationen unheimlich stark. Das Wasser in Ufernähe hatte einen milchig weißen Schimmer der smaragdgrün schimmerte.

Zurück am Ufer wanderten wir entlang der ca. 100 m senkrecht aufragenden Kreidefelsen. Daher kommt auch der Name Alabasterküste. In den Kreidefelsen sind waagerechte Schichten zu sehen. Diese schwarze Streifen sind Ablagerungen aus Feuerstein. Ich habe 41 Schichten gezählt. Die Kreide ist wohl eine Ablagerung aus Muscheln. Aber wie der Feuerstein dahinein kommt  weiß ich zur Stunde noch nicht. Einer meinte, daß der Feuerstein Ablagerung aus Vulkanausbrüchen sei. Ein Lehrer aus Groningen meinte, daß dies nur eine äußere Verwitterung sei. Dies kann aber nicht sein, denn ich bin in einen Stollen geklettert und die Feuersteinschichten setzten sich im Innern fort. Diese schwarzen Feuersteinschichten sieht man an der gesamten Alabasterküste.

Nachdem wir auch noch in die Stadt spaziert waren, ließen wir den Tag mit unserem täglichen abendlichen Romme-Spiel ausklingen. 

D-Day

 Abfahrt 9 Uhr nach Port en-Bassin, Sonnenschein, Ankunft 13 Uhr.

Zwei Stellplätze, einer auf der Hafenmauer und der Andere mitten im Ort in ruhiger Lage.

Von St.Vallery fuhren wir direkt auf die Autobahn zurück um über die Pont de Normandie  (Brücke über die Seine) an Le Havre vorbei und über Caen nach Port en-Bassin zu fahren. Die Brücke über die Seine besteht eigentlich aus 2 Brücken und ist sehr hoch und kostenpflichtig wie überhaupt alle Autobahnen. Die Autobahnen dürfen allerdings nur kostenpflichtig sein, wenn eine gute Straße parallel entlang führt. Nachdem wir uns außerdem noch zweimal verfahren hatten kamen wir doch noch an. Mir sträubten sich jedesmal die Nackenhaare wenn ich mit unserer breiten und langen Kiste in kleine Hafenstädte einfahren musste. Oft geht es dann nicht weiter, weil der Verkehr für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Ein Lob für die Franzosen an dieser Stelle. Ich habe es nicht einmal erlebt, daß gehupt oder geschimpft wurde, wenn wir anhielten um den richtigen Weg zu finden. Es spielte keine Rolle ob es kurz vor einem Kreisverkehr oder mitten in der Stadt war. 

Kaum auf dem Stellplatz im Ort angekommen, ergab sich der erste Kontakt mit WM-Fahrern aus Holland Delfzill. Sie sprachen sehr gut deutsch. Nach dem Kaffee trinken bekam der Holländer mit, daß unser Fernseher Probleme macht. Er stieg sofort auf das Dach, besah sich die Sache, ging in die Stadt und kaufte zwei Ersatzteile und montierte sie an. Daraufhin hatten wir ein hervorragendes Bild.

Danach sind wir per Velo zum Hafen gefahren und zu Fuß auf die nördlichen Klippen hoch marschiert. Oben sind noch jede Menge an kleinen Feuerstellungen. Von oben hatten wir eine Aussicht auf die Omaha-Beach. Dies war der Küstenstreifen an dem die Amerikaner landeten. Fast unvorstellbar, daß sie im Kampf diese steilen Hänge hoch klettern mußten. Ich glaube, daß ich nicht mal mit Sportschuhen hochkäme. Hier haben sich die schwersten Kämpfe ereignet.Danach sind wir zu einem Armeemuseum gefahren. Leider war es um 19 Uhr schon geschlossen. Trotzdem konnten wir von außen durch den Zaun die alten Panzer, Geschütze und sonstiges Kriegsgerät sehen.

Abends gab es für mich eine Pizza, Gela aß ein Kotelett und Timmy bekam den Knochen. Anschließend hat sie beim Rommee wieder haushoch verloren. 

Die ersten Austern

Dienstag 25.6.02, Abfahrt 8:30 Uhr nach Arromanches - Mont St. Michel und nach Cancale.

Wir sind früh losgefahren, denn wir hatten an diesem Tag sehr viel vor. Zuerst nach Arromanches. In der Bucht sieht man noch die riesigen versenkten Pontons aus Beton mit denen man einen künstlichen Hafen geschaffen hatte. Bei einer früheren Invasion 1941, bei der 130.000 Mann verloren ging, erkannte man, daß eine Invasion ohne einen Hafen unmöglich ist. Im Museum sind Fotos, Geräte und alles Wissenswertes über die Invasion ausgestellt. Für uns war es ein kurzer Besuch, dann ging es weiter über Caen und Avranches zum größtem Klosterberg Mont St. Michel .

Parkplatz 8 € und Eintritt 14 €. Nach unserer Ankunft um 13 Uhr sind wir sofort los um dieses grandioses Baudenkmal zu besichtigen. Steile Treppenaufgänge viel verschachteltes Mauerwerk. Man muß es einfach gesehen haben. Um 13:45 Uhr gedachten wir in einem stillen Gebet an unseren verstorbenen lieben Nachbarn Johann in der Kirche am Altar. Das Geschichtsmuseum haben wir nicht besucht, da sie nochmals Eintrittsgeld haben wollten. Da der Stellplatz sehr öde war und nichts außer dem Anblick des Berges zu sehen war, sind wir sofort weiter nach Cancale gefahren.

Hier soll es die besten Austern von Frankreich  geben. Die Stellplatzbeschreibung war wieder einmal falsch und nach endlosem Herumkurfen in Cancale erinnerte ich mich an eine Brücke außerhalb der Stadt. Unter dieser Brücke war dann endlich der von vielen Deutschen besetzte Stellplatz. Nur unangenehme Leute. Deshalb sind wir sofort in die Stadt, spazierten am Ufer entlang und fanden ein kleines Fischrestaurant. Hier ließ ich mir die Prozedur des Austernschlürfens erklären und dann ging es los. Gela verzichtete nach 3 Stück. Zuerst kommt etwas Zitrone auf die Auster, dann mit einer kleinen Gabel die Auster vom Muskel lösen, etwas in dem Zitronensaft wälzen  und dann in den Mund schlürfen, gut durchkauen (der Geschmack entfaltet sich), runterschlucken, etwas Brot mit gesalzener Butter hinterher und einen Schluck Weißwein hinterher. Mir schmeckte es sehr gut. Hinterher erfuhren wir, daß die Viecher noch leben wenn man sie reinschlürft. 

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Eine vernünftige Straßenkarte muß her!

Mittwoch 26.6.02, Abfahrt 9:30 Uhr nach St. Malo bzw. Fort Latte.

Geplant hatten wir bei der Reisevorbereitung, daß wir St. Malo besuchen. Dies ist ein altes Korsarennest mit schönen alten Häusern. Gela als Navigateur hatte die Angewohnheit, immer erst in die Karte zu schauen, wenn wir wieder einmal falsch abgebogen waren. Nur um sagen zu können „Du bisch falsch, du hesch do num muese“. So kam es, daß wir zwar nach St. Malo rein kamen aber die Stadt ebenso Richtung Osten gen St. Michel wieder verließen. Da es auf der Schnellstraße keine Möglichkeit zum Wenden gab, entschieden wir uns kurzerhand für unser nächstes Reiseziel.

Das war Fort Latte. Um uns nicht wieder zu verfranzen befuhren wir von nun an nur große Hauptstraßen. Allerdings hatte dies einen riesigen Umweg zur Folge. Kaum hatten wir die Hauptstraße verlassen, das gleiche Spiel. Wir wußten nicht weiter. Kein Schild, nichts. Wutentbrannt stoppte ich am nächsten Buro du Tabac.Zigaretten, Zeitungen und Karten gibt es in Frankreich nur in solchen Geschäften. Ich kaufte eine Karte der Bretagne und siehe da, wir kamen nach Fort Latte. Unterwegs fing der Keilriemen wieder an zu quietschen, obwohl ich ihn im Port les bessin nachgestellt hatte. Dafür war der Besuch von Fort Latte sein Eintrittsgeld von 8 € wert.

Man konnte dort einen angeketteten Gefangenen sehen während sich ein anderer beim Baden in einem Steintrog vergnügte.

Sehr interessant war übrigens der Backofen. In diesem wurden die zu verschießenden Eisenkugeln glühend gemacht, damit die hölzernen Schiffe leichter brannten.

Der Stellplatz in einer Waldlichtung bietet außer Stille nichts. Abends bin ich mit dem Velo zu einem Ziegenbauern gefahren und habe verschiedene Käsesorten gekauft. Wenn ich allerdings gewußt hätte, daß ich ihn alleine essen muss, so hätte ich bestimmt nicht soviel gekauft.

Den Keilriemen habe ich erneut festgeknallt. Ich möchte bloß wissen, warum ich bei Iveco 135 €, für einen neuen Keilriemen, bezahlt habe.

Ein dicker Fuß

Donnerstag 27.6.02, Abfahrt 9 Uhr Richtung Pluha über Cap Frehel.

Bei unserer Weiterfahrt machten wir beim Cap Frehel einen Zwischenstopp. Das ganze Cap ist bedeckt von blühender Erika. Damit die Blumen nicht zertrampelt werden, darf man die Wanderwege nicht verlassen. Hier sind zum Teil noch nicht gesprengte Bunkeranlagen zu sehen.

Nach einem kleinen Spaziergang zu Aussichtspunkten fuhren wir weiter und tankten an der nächsten Versorgungsstation frisches Wasser nach. Gela klagte schon längere Zeit über ihren linken Knöchel. Man konnte zusehen wie er immer dicker wurde, weil er sich mit Wasser füllte. Also Stop an der nächsten Apotheke. Man findet die Apotheken leicht. Sie haben ein blinkendes rotes Kreuz an der Straße hängen. Wir also rein in den Laden und mit einiger Mühe konnte ich dem Apotheker unsere Wüsche klar machen. Er verkaufte uns zwei Packungen Tabletten. Beruhigt fuhren wir weiter und verfuhren uns prompt wieder einmal. Gela hat es immer noch nicht drauf rechtzeitig in die Karte zu schauen.

Um 13:00 erreichten wir Pluha und fuhren 3,5 km den Berg runter zu einem schönen Stellplatz direkt an einer Bucht. Am Stellplatz alles vorhanden nur kein Bäcker. Inzwischen waren wir gierig auf die knusprigen Baguettes. Die richtigen gibt es halt nur in Frankreich. Nachmittags stiegen wir eine steile Treppe zu den Klippen empor und wanderten oberhalb auf  einem Wanderweg der uns zum Point de Napoleon führen sollte. Nach einiger Zeit sträubte sich Timmy und legte sich einfach hin. Ich trug ihn dann eine Zeitlang. Nun wollte auch Gela getragen werden weil sie auch nicht mehr gehen konnte. Das war mir aber doch zu viel und so sind wir umgedreht und haben den Rest des Tages im Liegestuhl verbracht.

Das Wetter war sonnig jedoch mit einem eisigen Wind vom Meer her. Diesmal hatten wir Glück mit dem Stellplatz, denn wir konnten uns mit den netten deutschen WM-Fahrern links von uns und einem Lehrer rechts von uns unterhalten. Dem Lehrer sagte ich auf den Kopf zu, daß er Lehrer sei, was er auch bestätigte. Wenn man mit ihm sprach und etwas nahe bei ihm stand, machte er immer einen Schritt zurück, damit er die ganze Klasse im Überblick hatte.

Bei unserem abendlichen Rommee-Spiel hatten wir nun auch noch Akkordeonmusik. Der Lehrer spielte jeden Abend.Übrigens hörten wir ihn auch schon auf dem Stellplatz in Fort Latte. Da die meisten WM- Leute die Bretagne links rum abfahren und alle die gleichen Stellplätze aufsuchen, trifft man sich des Öfteren wieder.

Geburtstag vom Navigateur

Freitag 28.6.02, Stehtag in Pluha.

Da Gela  heute Geburtstag hat, wollten wir keine Fahrt unternehmen, denn wir wußten nicht, wie der nächste Stellplatz aussehen würde. Um 9:00 sollte angeblich ein Bäcker auf den Stellplatz kommen. Um 9:30 Uhr war ich es Leid zu warten und fuhr mit dem Fahrrad 3,5 km den Berg hoch um Baguettes und Kuchen zu kaufen. Nach einer Stunde konnten wir dann endlich frühstücken. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich kein Geburtstagsgeschenk für Gela hatte. Ich wollte unterwegs etwas typisch Französisches für sie kaufen. Hatte jedoch nie eine passende Gelegenheit. In diesem Ort fand ich nicht mal ein Blumengeschäft. Natürlich ließ Gela dann alle Flügel hängen und war bockig. Ich versprach ihr einen schönen Restaurantbesuch in einem Lokal, links der Bucht.

Um 18 Uhr sind wir dann geschniegelt und gebügelt, die Dusche war bei mir warm und leider bei Gela kalt, in das Restaurant gegangen. Allerdings waren wir eine Stunde zu früh dran. So spazierten wir noch eine Stunde in der Bucht umher und waren dann pünktlich, wie die Deutschen eben sind, zur Öffnungszeit an der Tür.

Das Geburtstagsessen:

  •   eine Flasche Vin blanch. War natürlich verkehrt, weil
  •   wir anschließend rotes Fleisch bestellten.
  •   Vorspeise Soupe de Poisson. Gela aß sie natürlich nicht.
  •   Ã©ntrecoat Es war das einzige, das ich wußte was es ist.
  •   Dessert Crepes a la Konfitüre

Die Fischsuppe schmeckte mir sehr gut. Vor allem deswegen, weil man die Zutaten so verkleinert hatte, daß ich nicht mehr erkennen konnte, was ich da aß. Es roch aber stark nach Fisch. Vermutlich hängte man vor dem Servieren einen alten Hering rein. Das éntrecoat heißt eigentlich Zwischenstück von der Rippe oder so ähnlich. Auf jeden Fall war es eine Art von Schnitzel. Dazu gab es Fritten bei denen man auch nichts verkehrt machen kann. Das Hauptgericht schmeckte mäßig. Die Schnitzel machen wir auf jeden Fall besser. Die Crepes (dünne Pfannkuchen) schmeckten abscheulich. Sie troffen nur so von Bratfett. Am besten schmeckte noch der Wein.

Das schönste war jedoch der Wirt oder Oberkellner, der mit seinen tiefschwarzen Fingernägeln  unser Essen servierte. Er hatte eine solche reservierte Haltung an sich, die ich  eigentlich unfreundlich nennen würde. Ich war froh, dass das Trinkgeld in der Rechnung enthalten war, denn ihm hätte ich äußerst ungern einen Cent gegeben.

Das war der miserabelste Geburtstag, den Gela je erlebt hat. Sie trug mir das auch noch lange nach.  

Der alte Franzmann und die Granit rosé

Samstag (Samedi) 29.6.02, Abfahrt 9 Uhr nach Tregastel.

Am Abend hatte uns unser linker WM-Nachbar angeboten, daß er uns am nächsten Morgen Baguettes mitbringt. Es war ein sehr sportlicher Typ, dem Bergradeln und Klettern Spaß macht. Um 8 Uhr konnten wir die Baguett in Empfang nehmen und frühstücken. Die Fahrt nach Tregastel brachte keine Probleme, dafür wieder die Suche nach dem Stellplatz. Wir gingen dann sofort in einen Supermarkt um das Nötigste einzukaufen. Als wir die Lebensmittel alle auf das Band gelegt hatten und die Verkäuferin einen großen Teil bereits in die Kasse getippt hatte, stellte sich plötzlich ein alter Franzose zu uns und legte beiläufig seine Sachen zwischen unsere. Die Verkäuferin tippte seine Sachen auch mit ein, bis es Gela auffiel und die ganze Sache stoppte. Was für ein Aufruhr. Bis das endlich klar war, wem was gehört. Franzmann stellte sich einfach dumm. Jetzt mussten unsere Sachen zurückgetippt werden, dann dem alten Mann seine Sachen wieder ein und dann endlich waren wir dran.

Gleich darauf machten wir vom Stellplatz aus einen Spaziergang entlang des Ufers nach rechts. Hier war auf einer Insel das Schloß von Dieter Hallervorderen in einer Traumkulisse. So sagte man uns. Ob es stimmt weiß ich nicht. Solche schöne Ansichten habe ich mein ganzes Leben noch nicht gesehen. Es kam einem vor wie in einem Zauberreich. Natürlich haben wir auch hier hinter jedem Stein Obelix gesucht. Wenn er irgendwo lebt, dann kann es nur hier sein. Am Spätnachmittag sind wir mit dem Fahrrad links um die Bucht herum gefahren. Oftmals mußten wir die Velos über Treppen und Felsen tragen. Dieser Weg war genau so imposant wie der vorherige. Auf Fotos bekommt man nur einen kleinen Eindruck von der Kulisse. Wenn es eine Nummer 1 in der Bretagne gibt, dann ist es die Granit rosé.

Im WM fällt Gela ein, daß sie keine Zigaretten mehr hat. Ich also los, 1 km bis in das Zentrum, Laden geschlossen, ich erfragte den nächsten, auch geschlossen. Aber in einem Ort in der Nähe gebe es noch einen. Ca 4 km bergan und ein kleines Stück bergab fand ich dann das Gewünschte. Ich habe gleich noch ein Bier bestellt und den halben Liter in einem Zug hinunter gestürzt. Endlich Feierabend. Ein kleines Schwätzchen mit einem Franzosen und wir konnten Karten spielen. Um 20 Uhr erhielten wir zu unserer Erbauung  vom Nachbargrundstück, ich hatte mich extra an den Rand in eine ruhige Ecke gestellt, Disko-Musik. Da ich ja etwas schlecht höre haben sie die Musik auch ordentlich aufgedreht. Man kann so richtig schön einduseln, wenn man gleichzeitig Musik hören darf.

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Das Dorf von Obelix 

Sonntag (Dimanche) 30.6.02,  Abfahrt 10 Uhr Richtung Trebeuden.

Es wäre eigentlich besser gewesen, in Tregastel  länger zu verweilen. Aber wir hatten noch soviel vor.

Deshalb los in Richtung Trebeuden und auf halben Weg links hoch, den Hinweisschildern Planetarium,folgend. Hier, etwas abseits von der Touristikroute befindet sich ein Observatorium, ein Museum für Telekommunikation und  ein gällische Dorf. Da alles zu diesem frühen Zeitpunkt geschlossen war, machten wir erst mal richtig Mittag und schauten uns anschließend das Fußballendspiel an.

Das nachgebaute gällische Dorf liegt in einem kleinem Tal versteckt. Dort hätte ich wohl leben mögen. Nach der Besichtigung des Dorfes, das Museum und das Observatorium schauten wir nicht an, fuhren wir weiter nach Trebeuden. Der Stellplatz war uns zu einsam.Nun setzte auch noch leichter Regen ein, nachdem es die Tage zuvor immer sonnig war. Den Stellplatz fanden wir dieses Mal sofort, denn er liegt unmittelbar an der Straße und ca. 100 m vom Strand entfernt. Direkt hinter dem Platz ist ein kleines Dorf. Die Häuser sind alle aus Granitsteinen gebaut und mit extra dicken Schieferplatten bedeckt. Ich konnte mich kaum satt sehen. Ein Spaziergang über den Strand am Spätabend  und unser Kartenspiel  schlossen den Tag ab.

Da das Wetter jetzt ausgesprochen schlecht war, beschlossen wir für den nächsten Tag die Küste zu verlassen und eine sehenswerte Kirche an zu schauen. Bei Regen ist jede Küste trostlos und drückt noch mehr auf die

Stimmung. Sorgen machte mir eigentlich nur unser Scheibenwischer und der bereits schon wieder nervende Keilriemen.

Eine schöne Kirche

Montag (Lundi) 1.7.02, Abfahrt 8 Uhr Richtung Guimiliau, schlechtes Wetter mit starkem Regen.

Das Wetter war also schlecht. Ich mochte nicht mal Baguett holen. Also sofort los, kurzer Halt in Trebeuden um Baguett ein zu kaufen, und weiter bis wir in der Stadt St. Michel an der Küste einen Parkplatz zum Frühstücken fanden. Dazwischen immer wieder Halt, raus, den Scheibenwischer hoch biegen und weiter. Die Baguett waren bis jetzt die schlechtesten. Kein Geschmack, pappig und stellenweise war innen Dreck drin. Es sah aus wie Rotze. In der Normandie waren die Baguett bis jetzt am besten. Auch das Verhalten der WM-Fahrer untereinander war freundlicher. Dort grüßen sich alle WM-Fahrer mit kurzem Handflächen zeigen.Hier sind die deutschen WM-Fahrer die gleichen  wie in Deutschland. Selten grüßt mal einer zurück. Vielleicht liegt es ja auch am Wetter.

Außerhalb der Kirche sind rings um eine Säule 200 Steinfiguren aufgestellt, die die biblische Geschichte erzählen. Auch innerhalb ist die Kirche sehenswert. Hier hielten wir uns nicht lange auf, denn außer der Kirche gab es nichts zu sehen. Einfach Zeit absitzen auf irgendeinem trostlosen Stellplatz wollten wir auch nicht.

Der nächste Ort war schon ausgeguckt. Es sollte Mobard sein. Der Ort liegt in einer Traumbucht und mit unserem Erscheinen kam auch die Sonne raus. Es hätte uns hier bestimmt gut gefallen, wenn der Stellplatz nicht gesperrt worden wäre. So fuhren wir zurück nach Crozon um zu unserer Alternative, Camaret sür Mer ab zu biegen. In diesem Ort gibt es gleich 2 Stellplätze. Wir entschieden uns für den Stellplatz, nahe dem Hafen, am hinteren Ende des Hafens. Der Platz ist stark abschüssig und bietet sonst nichts. Zuerst spazierten wir  auf der Hafenpromenade, schauten einem Maler und einer Malerin bei der Arbeit zu um anschließend den Turm Vauban  und die Kirche zu besichtigen. Am Spätnachmittag erneuter Stadtbummel. Eine Einladung zum Mules essen lehnte Gela ab. So gab es halt nur Bratwürstchen.

Ein ruhiger Tag 

Dienstag (Mardi) 2.7.02, keine Fahrt, sonniges Wetter.

Heute ist faulenzen angesagt. Deshalb ausgiebiges Frühstück mit sehr gutem Baguette. Um 11 Uhr brachen wir zu einer Wanderung auf. Wir marschierten links des Hafens  hinter unserem Stellplatz den Hang hoch. Direkt an den Klippen, mit Sicht auf den Hafen und das Meer stand mein Traumhaus. Etwas neidisch auf den Besitzer gingen wir den Wanderweg weiter, der uns an Bunkern vorbei und über Heideflächen zu den Steilklippen bringen sollte. Oben auf den Klippen wieder viele, noch gut erhaltene Feuerstellungen. Irgendwann werde ich diese Bunker alle mal zählen. Einen gesprengten Bunker untersuchten wir näher indem wir rein kletterten. Gela fand einen verrosteten Bombensplitter den sie als Andenken mit nach Hause nahm. An einer Stelle mit atemberaubendem Ausblick bzw. Blick nach unten auf die Klippen mit der anrollenden Brandung machten wir eine Vesperpause.

Wir marschierten anschließend um das ganze Cap und fanden auf einem Zugang zu einer Halbinsel, einen weiteren abgelegenen Stellplatz. Weit von der Stadt entfernt, ruhig, aber nur 100 m von einer Badebucht entfernt.

Nach der Rückkehr gemütliches Kaffee Trinken und lesen außerhalb des WM im Liegestuhl. Die Sonne verwöhnte uns zusätzlich in der windgeschützten Ecke, Zum Abendessen kaufte ich Fisch und Austern, bereitete den Fisch zu und wir hatten ein Essen, das wir im Restaurant auch nicht besser gehabt hätten. Mit den Austern mußte ich etwas falsch gemacht haben  denn ich bekam an der Lippe Herpes. Vielleicht muss man sie vorher waschen. Bevor man sie an die Lippen setzt und ausschlürft.

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Stinkst du nach Fisch, Helmut?

 Mittwoch (Mercredi) 3.7.02, Abfahrt 9:30 Uhr Richtung St. Guérole über Pointe du Raz, Sonnenschein und kalter Wind.

Nach Entsorgung auf dem 2. Stellplatz in Camaret sür Mer fuhren wir ohne Umwege zum Pointe du Raz. Auf einem schönen Fußweg kommt man zu den 70 m hohen Klippen Pointe du Raz. Man könnte stundenlang umherstreifen und sich am Ausblick einen Schönheitsrausch holen. Wir konzentrierten uns außerdem auf die Suche nach Obelix und seinem compain Asterix. Als wir in den Verkaufsständen am Parkplatz keine Spur von den Beiden fanden, setzten wir unsere Suche weiter südlich in Penmarch fort. Dazu mussten wir aber erst mal hinkommen. Der Stellplatz war ausgerechnet für diesen und den folgenden Tag gesperrt, so daß wir auf den alternativen Platz in St Guérole ausweichen mussten. Der Stellplatz bietet nichts außer einer Mülltonne. Dafür liegt er unmittelbar an einem Strand. Der Strand ist übersät mit riesigen Felsbrocken in den unterschiedlichsten Formen.

Bei unserem Nachmittagsspaziergang hatten wir das Glück, daß gerade Hochwasser war und die Wellen mit ungeheurer Wucht anrollten, sich an den Felsen brachen und in meterhoher Gischt  verdampften. Das Wetter war gut mit Sonnenschein und lud uns gerade zu ein, einen abendlichen Bummel  über den Strand bis zum Hafen zu machen. Es roch hier im Hafen sehr stark nach Fisch. Der Fischgestank kam von der Fischfabrik die unmittelbar an den Hafen angrenzte. Außer der besagten Fischfabrik und einigen Fischtrawlern gab es hier nichts zu sehen. So beendeten wir den Tag mit unserem üblichen Kartenspiel.

Gela könnte alles kaufen 

Donnerstag (Jeudi) 4.7.02, Abfahrt 9 Uhr nach Concernaux, Ankunft 11 Uhr.

Dieses Mal haben wir den Stellplatz auf Anhieb gefunden. Es ist ein geschotterter Parkplatz, direkt neben dem alten Bahnhof. Sofort nach Ankunft gingen wir los um die Stadt zu erkunden. Timmy mußte dieses mal im WM bleiben. Nach 10 min Fußweg  kamen wir zum Hafen. In der Mitte des Hafens ist eine künstliche Insel auf der sich die uralte Festung befindet. Die Insel ist umgeben von einer großen noch sehr gut erhaltenen Festungsmauer. Die Ausdehnung der Festungsinsel beträgt 300 m auf 100 m und innerhalb der Mauern sind alte Häuser mit allen möglichen Geschäften. Auf einem Wehrgang kann man rund um die Festung spazieren. Zu gerne möchte ich, daß mir ein alter Stein erzählt, was seit dem 17. Jahrhundert hier alles passiert ist. Natürlich in Deutsch, denn ich habe festgestellt, daß ich noch sehr viel lernen muß. Trotz meiner 1500 Wörter in Französisch, die ich kann. Ein Geschäft, eine Patisserie (vermutlich Zuckerbäcker oder Konditor) hatte es uns besonders angetan. Süßigkeiten gab es hier, wie ich sie noch nie in dieser Fülle, Verschiedenartigkeit und Kunstfertigkeit gesehen habe. Leider alles verdammt teuer. So kauften wir nur eine Kleinigkeit. Ich hatte so wie so Mühe, Gela mit List und Tücke aus den Gassen heraus zu lotsen, denn sie wollte alles kaufen, wenn es nur einen französischen Namen hatte. Am späten Nachmittag machten wir nochmals einen Stadtbummel. Diesmal nahmen wir aber Timmy mit, denn seit unserer Rückkehr war er mit uns beleidigt und würdigte uns mit keinem Blick. Auch dieser Stadtbummel hatte seinen Reiz, denn er führte uns auf die andere Seite des Hafens und durch die Stadt. Bei unserer Rückkehr saßen die meisten französischen WM-Fahrer zusammen und feierten. Feierten sie wegen uns? Konnten sie denn wissen, daß wir am nächsten Tag weiterfahren wollten. Oder war es einfach eine spontane Feier?

Die Fabrik muß dem Obelix gehören

Freitag (Vendredi) 5.7.02, Abfahrt 10 Uhr nach Carnak bzw. Halbinsel Quiberon, Regen.

Wir sind schnurstracks auf die Autobahn gefahren und wollten den Stellplatz in Carnac aufsuchen. Im Ort Carnac angekommen, sahen wir zwar den Stellplatz, aber für uns war es nicht möglich dort zu parken. Zu kleine Stellplätze. Das Hinweisschild am Ortseingang im Kreisverkehr, das uns zu den Menhiren geführt hätte, haben wir wegen dem starken Regen und des verflixten Scheibenwischers nicht gesehen. Ich bin dann einfach nach Gefühl rechts abgebogen und nochmals rechts. Dann wieder rechts und jetzt kamen wir am Strand bei einer Austernzucht auf sehr kleine enge Straßen. Verflixt noch mal, wenn wir jetzt den Strand links lassen und uns rechts halten, müssten wir doch eigentlich wieder auf die ursprüngliche Straße zurückkommen. Denkste, unsere Fahrt endete erstmal  an einer Kirche und es ging nirgends weiter. Mühsam gewendet, auf gut Glück durch eine enge Gasse mit ein paar cm Luft links und rechts, dann über eine Stufe und über einen Platz mit Blumenkübeln  und schon hatten wir die Hauptstraße wieder erreicht.

Jetzt hatte ich die Schnauze wieder mal voll und wir sind dann auf den nächsten Campingplatz bei St. Pierre-Quiberon rauf und stellten uns direkt ans Meer. Jetzt hörte auch der Regen auf und wir schnappten uns die Fahrräder und fuhren nach Carnac. Die Besichtigung der dortigen Menhire war fest eingeplant. Angekommen sahen wir dann auf der linken Seite ein Haus, wahrscheinlich produziert Obelix dort seine Hinkelsteine. Oh Pardon, es sind ja Menhire. Anschließend werden sie auf zwei großen Wiesen ausgestellt. Es scheint sich um eine Verkaufsausstellung zu handeln. Es sollen ja 4000 Stück sein. Wir haben jedoch keine gekauft  bzw. mitgenommen, weil sie erstens zu schwer waren und wir außerdem mit dem Fahrrad da waren. Auf dem Rückweg kauften wir bei Lidl ein und am Weg noch ein kg Kirschen für 4,80 €. Kurz darauf machte Gela vor Erschöpfung schlapp und zitterte wie ein altes Heringsfass. Die einfache Strecke betrug ca. 25 km nach Auskunft der Rezeption am Platz. Dies hatte ich ihr natürlich verschwiegen. Nach dem Kaffee trinken wurde sie aber wieder munter und ich überredete sie zu einem Spaziergang an der Cote Sauvage (wilde Küste). Sie ist nur 200 m entfernt auf der anderen Seite der Insel. Baden unmöglich wegen der starken Strömung. Dafür Strandsegler und Kit Surfer.

Der erste Cidre

Sonntag (Dimanche) 6.7.02, Ruhetag, Wäsche waschen und faulenzen.

Nach den wichtigsten Arbeiten, die leider Gela verrichten mußte, spazierten wir zu einem Verkaufsstand für Wein. Wir hatten ihn am Vortage gesehen und wollten nun einen Exkurs in französischen Weinen machen. Leider war der Stand geschlossen. Ob der Verkäufer noch vom Vortag besoffen im Bett lag oder ob er beim Fischen war, ist uns leider verborgen geblieben. Nun sind wir halt zu einem Geschäft für Landesprodukte gegangen. Ein sehr charmanter Verkäufer ließ mich von allem probieren das sein Laden zu bieten hatte. Er bat auch Gela mit unserem Hund herein. Eine bestimmte Salami und Algenpastete schmeckte uns am besten. Hier haben wir auch Cidre gekauft. 4 € die Flasche. Zurück im WM starteten wir gleich ein großes „Fressen“ mit Salami, Camembert rustikal, Pastete, Baguette und die Flasche Cidre haben wir auch gleich leer gemacht. Es war der am besten schmeckende Cidre auf der ganzen Reise. Inzwischen war die Wäsche trocken, denn die Sonne kam endlich wieder zum Vorschein.

Ein kleiner Spaziergang an der Cote Menhire (unsere Seite am Meer) und ein kleiner Plausch mit franz. Campern war vor unserer Abreise auch noch drin.

 Die 20 m von uns entfernt stehenden alemannischen WM-Fahrer, sie brachten nicht mal den Mund auf um auf Moin bzw. Bonjour zu antworten. So schlecht spreche ich doch wirklich nicht, daß man mich nicht versteht. Oder doch? Was soll’s. Ich will hier ja doch nur Franzosen kennen lernen um ein bißchen in der Sprache üben zu können. Wir verließen den Campingplatz und suchten den Stellplatz am Ortsende auf. Die 2 Nächte auf dem Camping-Platz kosteten 28 €. Der Stellplatz kostet nichts, hat aber auch nichts und ist wegen der Straße sehr laut. Bei einem abendlichen Bummel entlang des Strandes und auf Motivsuche entdeckte ich französische Kampfschwimmer oder Taucher bei der Ausbildung. Ich machte mehrere Fotos mußte sie aber anschließend wieder löschen, nachdem ein Offizier mir das sehr nahe legte. Wir hatten alles gesehen und das heißt für uns, daß es morgen weiter geht.

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Die Begrüßung an der Loire

Lundi 8.7.02, Abfahrt 9 Uhr nach Palmboef  über Loc mariaquet und Chateaux Josso.

Nach Abfahrt kurzer Zwischenstopp um im Supermarkt einzukaufen. Trotz Regen weiter um endlich mal große Menhire zu sehen. Dazu mußten wir nach Loc mariaquet fahren. Unserem 5 Tonner war es zu verdanken, daß wir nicht in die auf der Strecke liegenden Städte einfahren mußten, denn wir durften immer Umleitungen über alle möglichen Straßen fahren. Gefunden haben wir den Ort aber trotzdem. Die Sehenswürdigkeit besteht aus einem Hügelgrab, einem zerbrochenen 15 m und ca. 280 Tonnen schweren Menhir. Eintritt 6 €. Das hätte ich mir eigentlich ersparen können, denn so interessant war es dann auch nicht. Also weiter, denn Gela will nun endlich ein Schloß besichtigen. Das Schloss Josso liegt ja auch direkt an der zu befahrenden Strecke. Um 11:00 waren wir da, aber die Öffnungszeit ist erst um 15:00. Lohnt sich nicht zu warten und weiter geht’s. Beim Fahren auf der Autobahn war ich mir sicher, die Route im Kopf zu haben und wunderte mich immer über Gela, die sagte: du mußt rechts ab. Ich fuhr weiter denn ich war mir sicher. „Da häsch jetzt abbiege müsse „ sagte Gela 10 km später. Verdammt das gibt es doch nicht. Also Halt und ich studierte die Karte. Jetzt fiel mir erst auf, daß wir auf der falschen Autobahn fuhren und so nach Nantes gekommen wären. Nächste Ausfahrt kehrt und zurück. Jetzt hatte Gela mächtig Oberwasser und es machte ihr sichtlich Spaß mir ihre Fahranweisungen zu geben.

In St. Nazaire fuhr ich dann aber entgegen ihrem Willen auf eine andere Straße ein. Ich hatte nämlich die Brücke Pont de Nazaire links hinten gesehen und wusste, dass wir unbedingt über dieselbige fahren müssen. Danach war es nur noch ein kleines Stück Weges um in Palmboef auf dem Stellplatz direkt an der Loire Anker zu schmeißen. Gela hat dann sofort mit einem Reusenfischer Freundschaft geschlossen. Sie half ihm beim Ausklauben der kleinen Krabben. Die heißen hier corschät. Zumindest so ähnlich. Nach einem Stadtbummel, dieser dient in der Regel dazu, den nächsten Bäcker (Bulangerie) zu suchen um das Frühstück mit Baguette zu sichern. Als die Sonne um 15Uhr schien, war es richtig gemütlich. Die größte Überraschung kam für uns jedoch um 21 Uhr. Wir saßen im WM als es draußen plötzlich laut wurde. Eine Blaskapelle, eine Tanzgruppe, mehrere Festwagen und noch einer Kapelle marschierten an unserem WM vorbei. Nie hätte ich mir je träumen lassen, daß die Franzosen zu unseren Ehren, so etwas auf die Beine stellen. Ich konnte mich nicht einmal dafür bedanken, denn ich wußte nicht bei wenn. Vielleicht hätten wir uns auch in Festgarderobe vor das Wohnmobil stellen sollen. Man weiß ja nie so recht, wie man sich bei solchen Ehrungen  verhalten soll.

Wir verlassen den Kontinent

Mardi 9.7.02, Abfahrt 9 Uhr nach Ile de Noirmoutier, Ankunft 12 Uhr, Regen unterwegs.

Hier in Palmboef verspeisten wir die besten Baguette während der gesamten Reise. Inzwischen können wir das als Baguette-Fachleute beurteilen. Die Fahrt zur Insel verlief bis auf einen Unfall, an dem wir vorbei kamen, reibungslos. Der Polizist am Unfallort schaute verdutzt auf unsere Windschutzscheibe. Inzwischen hatte ich einen neuen Dreh raus, denn ich klappte den rechten Scheibenwischer einfach auf. Als wir nun im Regen an dem Polizisten vorbei fuhren, winkte der Scheibenwischer, als ob er den Polizisten grüßen wollte. Er hat aber nicht zurück gegrüßt. Macht nichts. War halt auch ein Stoffel. Wir stellen unser Auto auf dem Großparkplatz in einer Nebenbucht ab. Jetzt kommt auch die Sonne zum Vorschein.

Zuerst ein Stadtbummel. Gela muß unbedingt Röcke anprobieren. Ich kenne das schon und schaue heimlich in meine Geldbörse, um eventuell einen Einspruch einlegen zu können. Natürlich kaufte sie den Rock und ich hatte anschließend noch 10 € in der Tasche. Die haben wir dann gleich mit Süßigkeiten unter die Leute gebracht. Jetzt konnten wir ja beruhigt zurückkehren.

Dafür tauchte nach der Toilettenbenutzung ein anderes Problem auf. Der Zerhacker arbeitete nicht mehr. Jetzt waren meine technischen Fähigkeiten gefordert. Die Toilette muß ich erst mal ausbauen und dann sehen wir weiter. Schrauben los, Verbindung zum Tank gelöst und jetzt den Wasserschlauch abziehen. Ja stehe ich denn nun unter der Dusche oder was ist das denn verflixt noch mal. Das Wasser läßt sich nicht stoppen indem ich den Schlauch abdrücke. Als die Wasserpumpe ansprang machte es in meinem Kopf ebenfalls Klick, Gela, rief ich, schnell die Wasserpumpe aus. Das hat dann geholfen aber naß war ich trotzdem. Aber wo ist der Fehler? Eine Kabel hängt lose, aber das tut sie ja schon 5 Jahre. Also was gibt es noch. Schau doch mal die Sicherungen nach rief mein zweiter Ingenieur. Timmy hatte sich bereits mit eingezogenem Schwanz in die hinterste Ecke verkrochen, denn er mag es absolut nicht, wenn die Stimmen etwas lauter werden. Da ist doch tatsächlich eine Sicherung zwischen zwei Kabeln. Aber ist die auch kaputt. Die Suche nach einer Ersatzsicherung geht los. Ich wußte, daß ich noch irgendwo in einer Tasche eine haben mußte. Als ich vor 6 Jahren noch ein Schiff hatte, habe ich mal zwei gekauft und ich schmeiße eigentlich nichts weg. Die Sicherung wurde gefunden und eingebaut. Keine Reaktion. Mensch wir haben doch einen Sicherungskasten im WM. Tatsächlich, eine kleine Drücksicherung war raus gesprungen. Rein mit ihr und es war geschafft.

Nun wollte ich einen Parkschein lösen, denn der Platz kostet 4,50 € pro Tag. Der Apparat  nahm auf jedenfalls nichts an. Er war kaputt. Nun hing ich einen Zettel  an die Windschutzscheibe auf dem ich in franz. Sprache meine Ankunft und das Problem mitteilte. Die Franzosen haben sich bestimmt halb tot gelacht, wenn sie dieses Schreiben lasen.Neben uns stehen Holländer mit einer Autopanne. Antriebswelle linke Hinterachse gebrochen. Kurzer Anruf des Holländers bei seinem ADAC, das Auto wird abgeholt und sie stehen innerhalb 4 Stunden wieder auf dem Platz. Sie zahlten für 5 Arbeitsstunden (2 Mechaniker)  und dem Schweißen 70 €. Ich wurde ganz blaß vor Neid, denn ich dachte an den Bosch-Dienst (Scheibenwischer) und Iveco  (Keilriemen). Um 20 Uhr kommen die Beiden zu uns ins Wohnmobil und es wurde ein sehr angenehmer  und lustiger Abend. Zu dem kaputten Apparat meinten sie: So kommt Jan Splinter gut durch den Winter. Das heißt, wenn man nichts zahlen muß, ist es umso leichter mit dem Geld aus zu kommen. Sie sprachen wie fast die meisten Holländer gut deutsch. Außerdem ist Ihnen englisch ebenso geläufig. Die Beiden fuhren am nächsten Tag weiter in die Provence. Das Wetter war ihnen hier zu schlecht, denn es regnete bereits schon wieder.

Gouffres

Mercredi 10.7.02, Ruhetag, morgens Regen und ab 9 Uhr Sonnenschein.

Als die Sonne sich blicken ließ, sind wir zu einer Fahrradtour durch die Salzgärten nach L’Epineaufgebrochen. Die Salzgärten werden nicht mehr alle gepflegt. Es sind Teiche, die nach Wasserverdunstung eine dicke Salzsohle hinter lassen. Dies gibt dann ein grobkörniges Salz. Man kocht zum Beispiel die Langostinos mit diesem Salz. Früher mag die Salzgewinnung von Bedeutung gewesen sein, denn man hat die auf See gefangenen Fische mit Salz haltbar gemacht. Dabei mußte die Salzmenge genau stimmen. Bei zuviel Salz verbrannte der Fisch und bei zu wenig, verfaulte er. Tief im Land waren Leute am arbeiten aber wir fanden keinen Weg dorthin.

Ich hätte zu gerne die Sache näher betrachtet. Das Dorf L’EPINE ist ein fast reiner Ferienort. Fast alle Häuser sind weiß und haben blaue Fensterläden. Leider riecht es hier etwas streng. Es kam wahrscheinlich von der Ebbe die den  kilometerlangen Strand mit seinen Algen bewachsenen Felsen freilegte. Leider war hier am Strand Hundeverbot. Bei der Rücktour wollte ich auf Graswegen durch die Salzgärten fahren. Tief im Land hätten wir jedoch einen kleinen Graben überqueren müssen um auf eine Straße zu kommen. Da Gela sich weigerte, mußten wir die ganze Strecke wieder zurück. Trotzdem war es mal schön, in der Sonne Rad zu fahren und nur eine Ebene vor sich zu haben. Sonst mussten wir das Rad oft schieben, weil die Buckel einfach zu anstrengend waren.

Nachmittags war eine Schloßbesichtigung und Stadtbummel angesagt. Das Gemäuer  war interessant. Leider konnte ich nicht alle Beschreibungen der ausgestellten Objekte übersetzen, da mir einfach zu viele Worte fehlen. Das Beste war jedoch anschließend das Waffel Essen. Beim Stadtbummel rochen wir schon den verführerischen Duft und fanden den Verkaufsstand nach einiger Suche. Die Waffeln heißen hier Gouffres und man kann sie mit allen möglichen Zutaten bekommen. Gela nahm Gouffre chantiny (Sahne) und ich mit Schokolade. Es war ein Genuß. Weiter war an diesem Tag nichts, es sei denn man erwähnt die süßen Stücke zum Kaffee oder das Sonnen im Liegestuhl. 

Gela spricht französisch

Jeudi 11.7.02, Ruhetag weil der Platz ja nichts kostet.

Den Vormittag verbrachten wir mit diversen Arbeiten, Entsorgen und Wasser auffüllen. Außerdem einige Schwätzchen mit deutschen WM-Fahrern. Es gibt also doch auch ein paar nette Leute unter uns WM-Fahrern.Jetzt wollten wir die Insel erkunden. Am besten geht das mit dem Velo. Zuerst sind wir 6 km nach L’Herbraudiéregefahren. Hier ist ebenfalls ein Stellplatz für 10 WM. Sehr schön denn er ist unmittelbar am Strand mit toller Aussicht auf das Meer. Wir bleiben trotzdem auf unserem, denn unser Platz kostet nichts im Moment und wir haben die Stadtnähe (3 min) Als nächstes  fuhren wir runter zum Hafen. Dann ging es wieder zurück nach unserer Stadt. Diesmal nahmen wir die nördliche Route durch Felder, kleine Dörfchen und dem ausgedehnten Wald, der oft bis an den Strand heran reicht. Unterwegs sahen wir viele Ferienhäuschen im südländischen Flair erbaut. Im Wald, der zum Teil Wohngebiet waren gab es Traumvillen, manche zu verkaufen und alle sehr schnuckelig.

Auf der Rücktour wollte Gela dieses Mal ihre Zigaretten selbst kaufen. Inzwischen kannte sie ja die Redewendung und wollte halt auch mal französisch sprechen. Den Volkshochschulkurs hat sie ja nach 4 Abenden abgebrochen und Bonjour klappte inzwischen hervorragend. Sie geht also in ein Buro du Tabac und sagt:“ Dö bage de zigarett sil vu plä“ Der Verkäufer, ein Franzose mit einer riesigen eingedrückten Boxernase antwortet: „Und welche Marke bitte“. Gela war platt, hat aber dann ihre Marke bekommen. Am nächsten Tag wollte ich es genau wissen und habe ebenfalls Tabak gekauft. Es stellte sich heraus, dass der Verkäufer auch nur die gängigen Redewendungen beherrscht wie ich auch.

Das Wetter war den ganzen Tag schön sonnig. Wir machten bereits Pläne, daß wir weiter nach Süden an die großen Sandstrände fahren. Wir wollten auch einmal im Meer schwimmen und uns am Strand eine Urlaubsbräune holen. Es kam jedoch ganz anders.

Die neuen Schloßherren

Vendredi 12.7.02, Abfahrt 10:30 Uhr nach Chenonceau über Tours entlang der Loire.

In der Nacht wurden wir vom Regengeprassel wach. Der Regen hörte auch am Morgen nicht auf. Was tun? Nach Süden zu fahren ist wahrscheinlich genau so zwecklos, wie hier den ganzen Tag im Wohnmobil zu verbringen. Wir entschließen uns, dass Gela heute ihre Schlossbesichtigung bekommt. Das Schloss hatten wir aus dem Baedeker ausgesucht. Es war ca. 350 km von uns entfernt. Was tut man nicht alles um des Weibes Willen zufrieden zu stellen. Ich habe kurz die Wegepunkte aufgeschrieben, mit Gela durchgesprochen und dann ging’s auch schon los. Es ließ sich gut an, wenn nur dieser Regen nicht gewesen wäre. Den Scheibenwischer hatte ich wider aufgestellt. Jedesmal wenn es kritisch wurde oder wenn ein Schlagloch kam, verhakte sich das Gestänge und wir mussten sofort anhalten, weil wir blind nicht fahren konnten. Der Regen war zu stark. Meine Wut wurde immer größer und als wir uns in Saumur verfuhren, im Kreisverkehr fiel der Wischer aus, wäre ich am liebsten sofort nach Hause gefahren. Der Scheibenwischer fiel nun alle 5 min aus und wir waren wieder mal verkehrt gefahren. Wir fanden einfach nicht die richtige Straße. Zufällig sah ich das Hinweisschild Autobahn Tours. Ich wußte Tours liegt an der Strecke, jedoch wollten wir Tours südlich umfahren. Also rauf auf die Autobahn, kurzer Halt um den SW wieder zu reparieren und endlich konnten wir mal eine größere Strecke zurücklegen. Ausfahrt Autobahn, Rechtskurve und nichts ging mehr. SW streikte. Jetzt reicht aber. Jacke an, Hut auf, Werkzeug raus und ich schraubte den rechten SW einfach ab. Der linke SW arbeitet nun einwandfrei. Trotz  der nun halben Sicht aus  der Scheibe fanden wir die nächste Autobahnauffahrt nicht. Wir fuhren deshalb einfach links der Loire entlang, denn sie musste uns zwangsläufig  nach Tours bringen. So kamen wir völlig unvorbereitet von Norden  nach Tours rein. Keine vernünftige Karte, keine Vorbereitung, Gela „schrei mich nicht so an“. Was war das schön lustig. Ich bin dann einfach nach Gefühl gefahren, kam auch südlich von Tours raus und auch wieder rein. Leider. Ich wußte, daß wir irgendwo nach Osten abbiegen mußten. An einer Ampel (diese gibt es in Frankreich auch noch) bin ich zu meinem Vordermann gespurtet und fragte ihn nach dem Weg. Ich habe ihn zwar nicht verstanden, jedoch soviel, dass er auch nach Briel wollte und uns führen will. Er fuhr dann so, daß ich immer nachkam, wenn es nötig war, wartete er jenseits der Ampel. Endlich ein Hinweis auf Briel, ich bedankte mich mit vielen Mercis und nach 7 Stunden Fahrt erreichten wir unser Schloss.

Inzwischen war es 16:30 und wir spurteten sofort los, um das Schloß zu besichtigen. Heinrich II schenkte das Schloß seiner Mätresse, die allerdings nach seinem Tod von seiner Frau Katharina von Medici, von dort verbannt wurde. Der Eintritt von 15 € hat sich gelohnt. Wir fühlten uns wie König und Königin. Die anderen Touristen sahen wir als unsere Bediensteten. Sie folgten unseren Anweisungen jedoch nicht. Es lag natürlich wieder an  unserem schlechtem französisch. Zum Schluß besichtigten wir noch ein Wachsfigurenkabinett. Hier nahm man uns nochmals ein paar Euro ab. Mit der königlichen Hoheit war es im WM vorbei, denn wir dinierten Spagetti alio olio (mit Knoblauch, Öl und Zwiebeln). 

Wo ist bloß der Stellplatz?

Samedi 13.7.02, Abfahrt 9:15 Uhr nach Lisieux oder doch nach Deaville oder Honfleur, nein nach Fecamp.

Wir hatten vor bis nach Lisieux zu fahren und auf dem dortigen Stellplatz zu übernachten. Mittagspause machten wir in einem kleinen Dörfchen unmittelbar an einem Fluss. Im Stellplatzführer ist er als hübscher Platz beschrieben. Die Anreisestrecke und wie man den Platz findet, stammt von einer Frau. Ich kenne meine und hätte vorgewarnt sein müssen. Frauen sehen nur was sie sehen wollen, aber vernünftige Fahrhinweise? Ich suche die Schuld natürlich nur bei den Anderen. Eine Stunde suchten wir die Stadt kreuz und quer ab und gaben entnervt auf. In Deaville soll es ja auch schön sein. Das gleiche Spiel, hin und her, dann wieder nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und jetzt fuhren wir in das berühmte Honfleur. Bloß in die Stadt reingefahren bin ich nicht, denn nur bis 3,5 Tonnen. Was machen wir jetzt. Ich will mal wieder TV gucken, meint Gela. Also suchten wir einen Campingplatz aus und der nächste war halt in Fecamp. Dazu müssen wir wieder über die Pont de la Normandie. Die ist wie bereits gesagt kostenpflichtig. Deshalb an der Zufahrt eine Schranke. 80 Cent kostet die Fahrt, bloß wie zahle ich? Einen Schlitz für eine Karte gab es ja, aber was sollte ich reinstecken. Zuerst drückte ich alle vom Autofenster aus erreichbaren Knöpfe. Nichts tut sich, also ausgestiegen und näher ran. Jetzt erst sah ich unten am Fuß der Säule einen Korb mit sich drehenden Geldmünzen. Aha, so geht das, schnell einen Euro rein geworfen, die Schranke ging auf und los ging es. Inzwischen war nach anfänglich düsterem Wetter, ab Höhe Paris wider Sonnenschein. Auf der Autobahn hörte ich auf meine Frau und als Belohnung sind wir eine Abfahrt zu früh raus. In Richtung Etretat nur schmale Sträßchen, Stress bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug und ermüdet nach 450 km Autofahrt auf den Nationalrouten. Sie sind allerdings leicht zu fahren.

Letztendlich kamen wir in Fecamp an und folgten den Hinweisschildern zum Campingplatz. An der linken Hafenseite sahen wir den Platz gestaffelt im Hang liegen. O Weia, ab das man gut geht. Steil bergauf fahrend, an parkenden Autos mit geschlossenen Augen vorbei, wenn’s nicht laut wurde Augen wieder auf und endlich standen wir nach einigen Spitzkehren vorm Eingang. Der Platz wurde zu geteilt und wir fuhren an unsere Position ganz oben und unter Bäumen. Nichts war es mit TV-Gucken, dafür eine schöne Aussicht nach unten zum Strand. Wir kamen uns vor wie ein paar Bergziegen. Mir graute jetzt schon wieder vor der Abfahrt. Nun konnten wir auch mal grillen, denn auf Stellplätzen ist es ja eigentlich verboten. Vielleicht hier ja auch. Aber schaun mer mal.

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Jean Claude Pasqueri („Baskje“)

Dimanche 14.7.02,  Ruhetag, sonnig und warm, kein Wind.

Morgens um 8:30 kommt der Bäcker auf den Platz. Seine Baguette sind allerdings weniger gut. Trotzdem lieber diese Baguette als den Berg runter und wieder rauf um bessere zu holen. Um 11 Uhr machen wir einen Stadtbummel. Erst entlang der Außenmole mit seinem Strand und dann im Innenhafen. Die Flut strömte in den Hafen.Im Wasser konnte man ganze Rudel von ca. 50 cm langen Fischen beobachten. Zwei Angler sitzen am Hafen und starren wie wir gebannt auf die Opfer. Die Fische waren allerdings schlauer, jedesmal wenn sie dem Köder auf ca. 10 cm nahe kamen, machten sie einen Schlenker drum herum. Einer hatte wohl schlechtere Augen, denn er kam mit seiner Schnauze bis unmittelbar an den Köder. Er erschrak förmlich, legte den Rückwärtsgang ein und weg war er. Wir machten es uns leichter, kauften 2 Doraden und 2 Makrelen sowie vernünftige Baguette. Zurück auf dem Berg kurze Siesta.

Danach spazierten wir oben auf dem Hügel in Richtung Etretat. Nach 2 km ging es plötzlich auf dem Radweg steil berg ab und wir kamen in ein kleines Tal mit einem kleinen Zugang zum Meer. Links und rechts kleine Ferienhäuser an den Hängen. Kinder spielten mit Baby-Möwen. Der Zugang zum Meer führte über eine Treppe in dem sich verengendem Tal zum Meer hinunter. Ein traumhaftes Panorama. Links Studenten beim Picknick, rechts eine Fam. mit Kindern und der Blick nach Fecamp. Bei der Rückwanderung bergauf kam ich mit einem Franzosen ins Gespräch. Er begleitete uns, zusammen mit seinem Hund Rublä zu unserem WM. Wir luden ihn zum Kaffe und Kuchen ein und unterhielten uns. Auch das Wörterbuch war mit dabei. Er lud uns für ein paar Tage zu sich nach Hause ein. Er müsse allerdings erst noch seine Frau fragen. Er kommt am Montag um 11 Uhr und holt uns ab. Diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen. Land und Leute, mein Traumziel, jetzt ganz nahe. Nachdem Jean Claude uns verlassen hatte, grillten wir unsere Fische und aßen geröstete Baguette mit Olivenöl beträufelt und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Abends hatten wir eine längere Unterhaltung mit WM-Leuten aus Essen. Mit denen schauten wir uns auch das prächtige Feuerwerk an, welches um 23 Uhr begann. Dieses mal war es aber nicht wegen uns, sondern der Nationalfeiertag am 14. Juli. Erstürmung der Bastille und Beginn der Revolution. Wir freuten uns aber trotzdem riesig über das Schauspiel.

Der Besuch bei Jean Claude

Lundi 15.7.02, Verlegung über Hafen Fecamp nach ..(bleibt unbenannt), Wetter sonnig, kaum Wind.

Es wurde 11 Uhr, aber Jean Claude war nicht da. Der Platz muß allerdings bis 12 Uhr verlassen werden,onst ist eine neue Übernachtung fällig. Also runter vom Platz, bezahlt, entsorgt und runter nach Fecamp. Wir stellten uns auf einen erst von uns am Vortag entdeckten Stellplatz am Hafen. Kaum standen wir, da war auch schon Jean Claude da und wir fuhren hinter ihm her zu seinem Haus in ..........

Seiner Frau gab ich die Hand und wollte das auch bei seiner sechsjährigen Enkelin tun. Sie nahm sie jedoch nicht und stellte sich auf die Zehenspitzen und reckte mir ihren Mund entgegen. Jean klärte mich auf, daß ich ein Bise (Küßchen) auf die Wange geben muß. Er gab mir Strom, seine Frau bot uns an unsere Wäsche zu waschen, sollten alles wie das unsrige betrachten. Nachmittags fuhr er uns zum Hafen. Hier war gerade ein Schiff eingelaufen das von der Hochseefischerei zurückkam. Die Seeleute flickten im Hafen die Netze für den nächsten Einsatz. Leider hatte ich meine Kamera vergessen. In den Netzen waren noch einige kleine Fische und Krebse. Die Familienangehörige nahmen ihre Männer in Empfang die Monate auf See waren. Alle schleppten große Taschen mit Eis und Fischfilets mit nach Hause. Darauf hin sind wir zur Seefahrtskapelle auf der nördlichen Seite des Hafens hochgefahren. Innen viele Trauertafeln über ertrunkene und vermisste Seeleute. Einige Schiffsmodelle konnten wir auch angucken. Er erzählte uns, daß sie früher vor der Fahrt barfuß zur Kapelle hochgegangen sind, um für eine glückliche Wiederkehr zu beten. Jean Clode ist selbst Seemann gewesen und sein ganzes Leben auf Fischdampfern zur See gefahren. Am Rand der Klippen begutachteten wir einige nicht gesprengte Bunker. Anschließend fuhr er uns kreuz und quer durch das Hinterland. Da wäre ich mit dem Auto bestimmt nicht hingekommen. Nachdem gingen wir in einem Supermarkt von Carrefour einkaufen. Eine Käsetheke brachte uns mit ca. 25 m zum Staunen. Wir kauften für die nächsten Tage ein. Seine Enkelin taute jetzt so langsam auf. Sie heißt Montaine. (so ähnlich) Dem kleinen Mädchen reizte le grand nez rouge (meine große rote Nase). Sie trieb es dann immer toller. Gela wird nun auch schon auf kleine Mädchen eifersüchtig. Abends ist er mit seiner Frau und mir nochmals an den Strand gefahren um ein bisschen spazieren zu gehen. Gela wollte ihren Fuß schonen, der wieder dicker wurde.

La Muette (die Möwe) 

Mardi 16.7.02, Ruhetag bei Jean Claude 

Jetzt kommen wir so langsam zur Ruhe. Wir sind die ganze Strecke eigentlich viel zu schnell abgefahren.Das alte Lied, wie früher auf dem Campingplatz. Fahren viele ab, meint man, daß man was verpaßt oder anders gesagt, man befürchtet, daß die anderen einem nichts mehr übrig lassen. Uns viel außerdem auf, daß viele Franzosen einen Hund besitzen und ihn auch frei laufen lassen. Bis jetzt sind wir noch keinem bösartigen Hund begegnet. Selbst bei Schäferhunden  geht die Beschnüffelei friedlich ab. Das würde ich mir bei deutschen Hunden nicht erlauben, meinen Hund frei zu einem anderen hin laufen lassen. Wenn ich mit Jean Claude unterwegs bin, hält er immer wieder an, um ein kleines Schwätzchen mit einem seiner vielen Bekannten zu machen. Selbst mit dem Briefträger le Fakteur wird erstmal 10 min geplauscht. Man hat einfach Zeit. Nach unserem Mittagsschläfchen brachte uns Jean Claude zur Stadt und setzte uns vor dem Schifffahrtsmuseum ab. Er wollte uns um 18 Uhr an gleicher Stelle abholen, denn er mußte mit seinem Auto in die Werkstatt. In dem Museum besichtigten wir die Geschichte der französischen Hochsee- und Küstenfischerei. Da nur Originalteile ausgestellt waren fanden wir es sehr interessant. Anschließend marschierten wir zu einer Schnapsbrennerei. Es war das Palai Benedikt. Wieder eine Besichtigung. Diese hatte jedoch einen besonderen Wert. Wir sahen alte Möbel, ein Bischofszimmer, alte Figuren und die Herstellung des angeblich berühmten Likörs Benediktin. Er wird aus 27 einheimischen Kräutern nach geheimem Rezept dort produziert. Im Eintrittsgeld war eine Kostprobe enthalten. Der Likör mit Eis getrunken machte sofort ein warmes Gefühl im Bauch. Ich hätte noch ein paar vertragen, aber der Preis. Trotzdem haben wir einen Jahresvorrat gekauft. Jetzt sollte ein kleiner Stadtbummel mit anschließendem Kaffe Trinken in einem Caffee erfolgen. Der Bummel wurde nach nicht ganz 10 min unterbrochen, weil ich plötzlich von oben mit Brühe und festen Stoffen geduscht wurde. Eine Möwe hoch oben auf einem Dach hatte mich angeschissen. Voll auf den Kopf, mein T-Shirt und meine Hose. Alles lachte. Ich nahm es gelassen hin. Gela kaufte eine Flasche Wasser und dann ging die Wäscherei an der Promenade los.

Um 6 Uhr  holte uns Jean pünktlich ab und nach einer Kaffeerunde wurden wir zum Essen eingeladen. Da wir die Gepflogenheiten nicht kannten, langten wir beim Entree bereits kräftig zu. Wir wußten ja nicht, daß da noch mehr kommen sollte. Das Entree bestand aus Tomaten. Fisch Sücrime und Soße (Knoblauch, Olivenöl, Zwiebel und Senf). Das Hauptmenü war Fisch, Petersilienkartoffeln, Brokolibrei und Creme Fraisch. Anschließend Fromage und als Dessert Schokoladepudding. Dazu Cidre und Wein. Beim anschließenden Kaffee Trinken schauten wir einen selbst gedrehten Film über die Arbeit von Jean Claude an. Er war des öfteren mitten unter Kabeljau und einmal neben einen gefangenen Wal zu sehen. Der Wal wurde übrigens wieder ins Wasser zurück gebracht. Sehr interessant. Er erzählte uns, daß die Reise 5 Monate dauerte, die Arbeit 12 Std. mit anschließendem Schlaf von 4 Std. Dann ging es wieder von neuem los. Das ganze 5 Monate. Oftmals bei klirrendem Frost, starkem Sturm und Schneefall. Pro min wurden 10 Fische von mehreren Seeleuten auf verschiedenen Stationen verarbeitet. Es ging etwa so: Der erste hing den Fisch auf und schlitzte den Bauch auf. Entnahm die Eingeweide und warf ihn weiter. Der nächste brach das Genick und warf weiter. Zum Schluss war nur noch Filet übrig, daß mit Eis (früher Salz) haltbar gemacht wurde. Die Verarbeitung hing natürlich auch vom gefangenen Fisch ab.

Le monsieur marche dans la merde

(Der Herr tritt in die Sch.....) 

Mercredi 17.7.02, Ruhetag mit Besichtigungen von Etretat 

Heute morgen wollten wir das Fischereischiff besichtigen. Leider war das ganze Schiff voll mit Arbeitern.Es wurde gestrichen, gehämmert einfach ein turbulentes Durcheinander. Wir durften es nicht betreten.Dafür gingen Jean und ich in eine Bar und tranken Espresso und er spielte den grand Charmeur mit den Serviererinnen. Überall kennt er Leute und ich jetzt fast alle Gassen der Stadt. Nachmittags fahren wir 7 (Jean, Montaine, Ehefrau, Rublä, Gela, Timmy und ich) mit seinem Wagen nach Etretat über Y-Port. Y-Port ist ein kleiner verträumter Hafen. Nach der Besichtigung der faszinierenden Klippen von Etretat trinken wir Kaffee in einer Bar. Gela bestellte sich Kaffee au lait und wir Espresso. Der Kaffee au lait schmeckt nach gar nichts. Zuviel Milch drin. Nun folgt ein kleiner Bummel durch die Stadt. Montaine geht hinter mir und ruft plötzlich“ Le Monsieur marche dans la merde“. Bis ich das übersetzt hatte war ich allerdings schon in den Hundekot getreten. Macht nichts. Es soll ja Glück bringen. Aber das haben sie bei der Möwenkacke auch schon gesagt. Nach Rückkehr, Fahrt in den Hafen um das Schiff an zu schauen. Der Wächter läßt uns auf das Schiff, denn Jean Claude kennt ihn ja auch gut. Der Geruch war am Anfang umwerfend aber man gewöhnt sich daran. Wir besahen uns das Logis der Mannschaft, die Küche, die Mensa, den Maschinenraum und die Brücke. Auch die Förderanlage der Fischverarbeitung wurde besichtigt. Ich selbst möchte allerdings nicht hier arbeiten. Wenn, dann schon auf der Brücke oder im Funkraum.

Heute Abend soll es Muscheln geben, die ich unter Anleitung mit zubereiten soll. Vorher raucht Monsieur nix, so nennt mich die Kleine eine Pfeife. Mein eigener mitgebrachter Tabak ist schon lange auf und ich versorge mich mit einheimischem Tabak. Ein fürchterliches Kraut. Gegen Abend putzte ich und Geneviéve die Muscheln. Dann wurden sie mehrmals gewaschen und kamen in einen großen Topf mit einigen Zutaten. Gela hatte den ersten Versuch. Das Bild sagt alles. Für mich war es ein Erlebnis und ich verdrückte zwei große Teller. Selbst die Brühe, in der sie gekocht wurden schmeckte lecker. Anschließend wie üblich die weiteren Gänge. Beim Zusammensitzen kam das Gespräch auf ihre Probleme mit ihren ausländischen Schmarotzern. Jean wurde richtig wütend wenn er davon sprach. Mir geht es allerdings auch nicht besser. Die Araber (lö arab) und die Schwarzen (lö nuar) kann er auf den Tod nicht leiden. Die Franzosen müssen bereits ihre Schulen, öffentliche Gebäude vor dem Gesindel schützen. Wie ich es verstanden habe, ist das in den größeren Städten so.

Anmerkung: Dies soll keine Diskriminierung von Ausländern sein. Aber der Zorn richtet sich nun mal gegen die Verursacher weil man gegen den eigentlich Schuldigen, nämlich den Staat, nichts ausrichten kann. Außerdem sind es Einzelne und man verallgemeinert halt immer. Ich bin keine Ausnahme.

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Der Abschied von Jean Clode 

Jeudi 18.7.02, Abschied und Fahrt nach St. Vallery, Abfahrt 10:30 Uhr. 

Nach dem Frühstück bekamen wir noch einige Rezepte für Mules und Langostinos.

Für Mules Nr. 1

  • Muscheln putzen - Muscheln waschen - großer Topf - Zwiebel schneiden - Pfeffer
  • Petersilie - alles in einen Topf geben und erhitzen bis die Muscheln aufgehen -
  • dazu Fritten - Creme Fraisch und Essig

Für Mules Nr. 2

  • 1,5 kg Muscheln für 4 Personen - waschen - 25 cl Weißwein - 10 cl creme fraisch -
  • 2 Knoblauchzehen gehackt - 4 Chalotten gehackt - 2 Lorbeerblätter und eine Prise
  • Tymian. Das ganze vermischen und mit dem Wasser bei starker Hitze ( a feu vif)
  • 15 min kochen. A feu doux = schwache Hitze. Anschließend mit Petersilie bestreuen
  • und mit einer Zitronenscheibe servieren.

Für Langostinos Topf - Wasser - grobes Salz - Thymian - Lorbeer und Zwiebel - 15 min kochen - abkühlen und mit Majonäse servieren. Wir haben es ausprobiert. Schmeckt gut.

Nachdem wir noch Wasser aufgefüllt hatten fuhren wir los. Jean fuhr vorneweg und brachte uns auf die richtige Straße. Zuvor hatten wir uns natürlich von seiner Frau und Montaine sowie Rublä verabschiedet und sie zu einem Gegenbesuch eingeladen. Die Fahrt nach St. Vallery ging par la Cote (immer an der Küste entlang). Bereits um 11:30 ergatterten wir einen freien Stellplatz und sonnten uns dann zum ersten mal am Strand. Es war einfach schön. Ein lauer Wind, das Rauschen der Wellen und das Möwengekreische hoch über uns an den Steilwänden. Die Klippen geben das Wellenrauschen als Echo in leicht veränderter Form wieder. Die Möwen verschonten mich nun auch. Nun wo ich den Satz „ La Muette schies en ma tete“ drauf habe, brauche ich ihn nicht mehr. Zum Kaffee Trinken verwöhnten wir uns mit leckerem Gebäck. Als Abendessen gab es heute leider kein mehr gängiges Menü, sondern nur Kotelett, Pilze und Gurkensalat. Abends frischte der Wind stark auf und wurde kalt so daß wir uns ins WM zurückziehen mussten. Beim Kaffe Trinken belauschte ich ein Gespräch zwischen einem Holländer und einem Belgier in Platt über die Deutschen. Ja die Deutschen müssen alles größer, besser und stärker haben. Er spielte damit auf unser WM an, das nun mal fast doppelt so lang war als die ihrigen. Den Holländer, einem Lehrer aus Groningen konnte ich dann etwas beruhigen. Ich zeigte ihm einfach die Rostverzierungen und klärte ihn über unser betagtes WM auf. 

Napoleons Rache 

Vendredi und Samedi 19. und 20.7.02, Ruhetage mit gutem Wetter und Sonnenschein. 

Am Samstagmorgen machten wir einen Marktbummel. An einem Verkaufsstand konnte Gela nicht widerstehen und mußte ein Armband kaufen. Ich weiß gar nicht, was sie mit dem Ding will. Kleine Schwätzchen mit unserem Holländer links und dem Belgier rechts füllten den Tag aus. Den Nachmittag verbrachte ich alleine am Strand. Gela war bockig. Am Sonntag machten wir eine Fahrradtour in das Städtchen. Erst ging es an einem Circus vorbei und dann zu einer alten Kirche. Auf der Rückseite kann man farbige Bleiglasfenster bewundern. Bei der Rückkehr hielten wir bei einem Kebab-Stand an. Holen wir uns zwei Portionen, dann brauchen wir nicht zu kochen. Den Grillstand hätten sie in Deutschland nach 2 Stunden bereits geschlossen wegen der Sauberkeit. Die Portionen waren aber schon bestellt. Nachdem noch ein großer Hund durch die Küche spaziert war, verzichteten wir auf die Soße und ließen einpacken zum Mitnehmen. Mir schmeckte meine Portion. Gela gab eine Hälfte an Timmy ab. Sie ist halt keine Tierfreundin. Nun tauchte auch noch ein Bauer auf, der Cidre verkaufen wollte. Er ging allerdings nur zu Autos mit französischen Nummernschildern. Aus Neugierde der Mitleid kaufte ich eine Flasche ab. Es war eine alte Weinflasche, das Etikett war noch am Flaschenhals und ein neues schlampig gemachtes Computeretikett prangte vorne. Ihn soll es am Abend zu unseren Langostinos geben. Auf den Geschmack bin ich sehr gespannt.

Inzwischen bewölkte es sich und die ersten Tropfen fielen. Also, wenn die Sonne scheint, dann raus, denn in 2 Std. kann es schon wieder anders sein. Ca 100 m weiter, im für WM gesperrten Bereich, kampierten seit 3 Tagen ein Paar mit kleinem Kind in einem VW-Bus. Sie kamen aus K.......... Offensichtlich hatten sie keine Toilette dabei, denn ich sah sie, wie sie sich auszog, am Wegrand hinsetzte, ihr Geschäft verrichtete und sich wieder anzog. Es störte sie kein bißchen, daß ich in der Nähe stand und krampfhaft versuchte, es nicht zu sehen. Als sie endlich abgehauen sind, roch es süßlich in der ganzen Gegend, in der sie gestanden sind. Diese Leute sind schuld, wenn es in den nächsten Jahren zu immer mehr Einschränkungen kommen wird. Abends kochte ich dann die Langostinis. Ein Festessen. Den Cidre haben wir aber gleich ausgespuckt, denn er übertraf an Scheußlichkeit, alles, was ich bis jetzt getrunken habe, Nachts ereilte uns dann Napoleons Rache. Es konnte nur vom Kepab kommen, weil es Timmy ebenfalls schlecht ging. Allerdings kotzte er nur in der Gegend rum.

Ein Anglerparadies? 

Dimanche 21.7.02, Abfahrt 09 Uhr nach Dieppe, Ankunft 09:45 Uhr. 

Es weht ein kalter Wind und es ist bewölkt als wir von Dieppe abfuhren Nach einer kurzen Fahrtzeit und ohne uns verfahren zu haben, kommen wir in Dieppe auf dem Stellplatz an. Der richtige Stellplatz wäre eigentlich jenseits der Straße auf einer Wiese und vor einer Steilwand. Doch der Reiz, unmittelbar an der Kaimauer zu stehen , läßt uns den  Platz an der Mauer nehmen. Im Führerhaus sitzend, können dem Treiben auf dem Wasser und den Anglern links und rechts, zuschauen. Da gerade ablaufend Wasser ist, fahren eine Unmenge an Sportbooten ins Meer hinaus. Gela ist bereits draußen und putzt die Autofenster, damit wir besser sehen können. Hätte ich doch nur eine Angel dabei. Mittags machen wir wie üblich einen Stadtbummel. Wo ist der Bäcker und wo gibt es was umsonst. Im Sporthafen eine Mega -Yacht. Eine Gruppe von 4 Leuten sitzt vorne und diniert. Ich frage mich, wenn ich soviel Geld für ein Schiff habe, warum muss ich dann noch selbst kochen wenn zudem rings um den Hafen Dutzende von Restaurants sind. Aber im Lokal ist man halt nur einer von vielen, während man auf einem 3 Millionen € Schiff der Krösus ist. Es ist kein Neid von mir, sondern nur eine Überlegung. Es gibt ja auch viele WM-Fahrer die erst abends auf den Platz gehen und um 7 Uhr schon wieder verschwinden um ein paar Euro zu sparen. Vielleicht müssen die das ja auch wenn man ein Auto mit 100.000 € abbezahlen muß.

Am Hafen plötzlich ein Gescheppere. Empörte Rufe von Leuten, die auf ihren Booten sitzen. Ein Alki, übrigens den ersten den ich in France sah, hatte eine Weinflasche auf die Boote geworfen. Eine zweite versteckte er schnell in einem Papierkorb. Er wurde sofort von einem Ehepaar angemacht und zur Ordnung gemahnt. Das gibt es bei uns nicht mehr, denn der Richter würde wahrscheinlich den Ermahner bestrafen wenn derjenige den Vorfall überhaupt überleben würde. Am westlichen Strand fand gerade ein Pferdeturnier statt.

Heute war ein ganz besonderer Tag. Wir hatten den Eindruck, dass die Franzosen entweder im Restaurant sitzen, oder neben ihren Autos picknickten. In einzelnen Restaurants waren Musikgruppen zur Unterhaltung der Gäste angestellt. Als wir um 14:00 zum WM zurückkamen, hatten es sich die Angler richtig gemütlich gemacht. Campingtische, Stühle und alle waren dabei, ihre Baguettes zu vertilgen. Nach unserem Kaffee Trinken erkundeten wir den östlichen Strand. Hier kann man tagsüber auch mit dem WM stehen. Am Ufer liegen noch Adis alte Panzersperren. Gott sei Dank werden sie nicht mehr gebraucht. Mir ist es sowie so unbegreiflich, wie man ein so großes Land besetzten konnte und auch noch verteidigen wollte. Das bringt mich zum nächsten Thema. Eine Stollenbesichtigung. Hier sind natürlich auch sehr viele Bunker und Stollen. Die meisten jedenfalls zugemauert. Einen aufgebrochenen habe ich ein Stück weit untersucht. Wenn ich eine Taschenlampe gehabt hätte, wäre ich trotz des Unrates auf dem Boden ganz weit eingedrungen. Anschließend versuchte ich ein Gespräch mit einem Alemannen anzufangen.Trotz seines Zopfes kam bei mir keine rechte Freude auf, denn ich merkte recht schnell seine politische Farbe, Dies war für mich wie eine Kriegserklärung. Ich hatte es in letzter Zeit nach Möglichkeit vermieden, neben einem Landsmann zu stehen.

Ich  vermisse einfach Freundlichkeit ohne Hintergedanken Der Belgier von St. Valery kam sofort zu uns, als er uns entdeckte. Er stand auf dem anderen Platz. Also dürfte es nicht an uns liegen, daß so gar kein Spaß aufkommt. Das einzige mal, da wir mit Anderen einen zischen wollten, habe ich versagt, weil ich Knatsch mit Gela bekam und somit keine Lust zur Heiterkeit bzw. einem Rausch hatte. Davon später.

Zwei Flüchtlinge 

Lundi 22.7.02 

Inzwischen haben wir unsere Baguett-Kenntnisse etwas verfeinert. Zur Zeit bringe ich immer noch ein Baguett anciem mit. Dieses Brot schmeckt wie frisches Bauernschwarzbrot. Es ist aber weiß und hat einen leicht säuerlichen Geschmack. Heute ist es uns zum ersten mal passiert, daß die Besatzung von sich aus auf uns zu kam um ein Gespräch zu beginnen. Da sie, wie auch Gela aus der DDR geflüchtet war, hatten die Beiden genug Gesprächsstoff. Nachmittags lud ich ein franzözisches älteres Ehepaar zum Kaffee und Kuchen ein.Sie waren mit ihrem Enkel beim Angeln. Ich hatte zuvor schon einige Sätze mit Ihnen gewechselt. Er hatte auch ein paar Wörter in Deutsch drauf. Z.B. Arbeit. Dem Jungen gab ich eine Cola. Die zwei Alten hatten richtig Spaß und bedankten sich überschwenglich, als sie später  abfuhren. Ansonsten sitzen wir auf unseren Liegestühlen an der Kaimauer und lassen die Seele baumeln. Um 16 Uhr kamen noch zwei Angler. Dies waren recht harte Kerle. Sie angelten die ganze Nacht durch. Am Morgen hatten sie 3 kleine Fische gefangen.

Mardi 23.7.02, Abfahrt 9:30 Uhr nach Le Tréport. 

Das Wetter wurde kalt und der Himmel war bedeckt. Deshalb zog es uns nach La Tréport.Denn dort gibt es Strom. Gela  muß mal wieder TV gucken. Mit den gegenüber stehenden  WM-Fahrern aus Paderborn laberten wir über 2 Stunden. Abends wollten wir einen zusammen trinken. Wie bereits erwähnt, wurde daraus nichts. Wir hatten Karten gespielt und weil Gela überhaupt keinen Stich machen  konnte, wurde sie böse. Der Tag war dann gelaufen. Nun war mir klar, daß es jetzt reicht. Morgen fahren wir weiter nach Norden um in einem Rutsch nach Hause fahren zu können.

Bunker zählen 

Mecredi  24.7.02, Abfahrt 09:30 Uhr Richtung Bologne sür mer. 

Wir sind bei Regen abgefahren und um 12:00 bei Sonnenschein angekommen. Der Platz liegt in einem Vorort von Bologne und heißt Les Portas. Man steht an einer Mauer am Sportplatz und hat 3 min Fußweg zum Supermarkt und 5 min Fußweg  runter zum Strand. Erst mal zum Einkaufen. Kaum waren wir drin, gingen auch schon die Lichter aus, denn um die Mittagszeit schließen die Supermärkte auch. Nun ging es runter zum Strand. Reiner Sandstrand. An den Hängen jede Menge Bunker. Als ich einen Bunker inspizierte, meinte ich einen Franzosen sagen hören: Guck dir doch mal die Deutschen an. Das erste was die Deutschen am Strand machen, ist, daß sie die Bunker suchen und nachzählen ob sie noch alle da sind. Vielleicht habe ich mir das ja auch nur eingebildet. Inzwischen passiert es mir manchmal, daß mich Franzosen nach dem richtigen Weg fragen. Aber so gut bin ich dann doch nicht, daß ich ihnen helfen könnte. Bin selber froh, wenn wir wieder nach Hause finden. Wenn es nach Timmy geht, würden wir allerdings hier bleiben. Er legt sich in jede Pisse rein und schnüffelt wie wenn es um sein Leben ginge. Zurück ergab sich ein Gespräch mit einem Belgier. Er sprach ganz gut deutsch. Es dauerte nicht lange, dann sprach er von ihrem Problem mit den Ausländern Es ist also überall das gleiche Problem. Das Volk will was ganz anderes, aber die Politiker  machen was sie wollen. Nachmittags bot mir eine ältere Französin an, uns an ihr Stromkabel an zu schließen. Es gab nur 3 Steckdosen. Gerne nahm ich an. Sie hatten den Süden Deutschlands schon bereist erzählte sie mir. Wenn man auch nur ein bißchen französisch spricht, tauen die Franzosen sofort auf und man staunt über ihren Charme.

Ein netter Franzose 

Jeudi 25.7.02 letzter Ruhetag. 

Die Sonne scheint heute bereits am Morgen. Es ist einfach schön.Vormittags machen wir mit dem Fahrrad eine Rundfahrt durch das Städtchen. Nach Rückkehr kommt ein schon von weitem winkender Franzose und  strahlt über das ganze Gesicht. Ich denke, was ist das denn, habe ich im Lotto gewonnen? Er sagt wir Franzosen haben die Deutschen gerne. Nous adoro les allemandes. Er spricht französich, aber immer wenn ich es nicht gleich verstehe, wiederholt er den Satz in Deutsch. Jetzt bin ich auch mal platt. Er ist Rentner und war von der Firma aus, öfters in Deutschland. Anschließend ein Mittagsschläfchen, dann Kaffe und ab zum Strand. Ein letztes Sonnenbad am Atlantik.

Das verdammte Groningen 

Vendrendi 26.7.02,  Rückkehr Abfahrt 8:45 Uhr. 

Morgens ein schnelles Frühstück, Entsorgung, alles Wasser raus und ab geht die Post. Wir sind extra früh losgefahren weil wir in Holland, auf der Autobahn beim Fahren gemütlich Kaffee Trinken und Kuchen essen wollten. Das hat ja dann auch wunderbar geklappt, denn stundenlang ging es nur im Schritt Tempo voran. Groningen brachte dann jedoch den Höhepunkt der Reise. Letztes Jahr habe ich Groningen schon verwünscht und ich hätte nicht geklaubt, daß die Leute in einem Jahr nicht fähig sind, vernünftige Schilder auf zu stellen.

Ich sah das Hinweisschild nach Deutschland. Man hatte jedoch mit Warnbaken abgesperrt. Wie letztes Jahr auch. Ich konnte es nicht wagen, diese gesperrte Abfahrt einfach zu benutzen. Außerdem hätte ich bestimmt eine Warnbake umgefahren. Also weiter. Dann Umleitungsschild nach Delfzill. Klasse von da können wir uns wieder zurück manövrieren. Delfzill links ab sagt Gela. Also Blinker raus, links eingeordnet und o Schreck, diese Auffahrt ist auch gesperrt. Dann fahren wir eben nach Gefühl und entsprechend der Sonne. Erst mal nach Süden und dann irgendwie links ab und zurück nach Norden. Aber es kommt keine Straße nach links. Gela schreit: Mensch du fährst ja wieder nach Assen. Man, wir  sind doch nicht auf der Autobahn, beruhige dich, verdammt noch mal. Ein Autofahrer aus Leer stand rechts und studierte eine Hinweistafel. Für mich keine Möglichkeit zum Halten. Ich muss doch richtig sein. Gela, wir fahren über ein Bahngleis, wo ist das? Find i net. Gela Abzweigung zum Waterhuus. Find ich doch net. Ein Mercedes aus Leer biegt ein Stück vor uns rechts ab, mein Gefühl sagt mir, links zum Waterhuus. Wir fahren ihm also nach und nach kurzer Strecke kommt er schon zurück und gibt Zeichen zum Wenden. Im nächsten Kreisverkehr gewendet und nach einigen Unsicherheiten endlich die Autobahn gefunden. Inzwischen schmerzte mich mein rechtes Knie dermaßen (vom vielen Bremsen), dass wir, kaum  das wir die Grenze passiert hatten, anhielten und ich eine halbe Stunde auf und ab ging. Als der Schmerz vorbei war setzten wir unsere Heimreise fort, die wir dann um 19:00 und nach exakt 4.000 km beendeten. 

Anmerkung:

  • Ich habe dies so geschrieben, wie ich es wahrgenommen habe.
  • Ich will bestimmt nicht über Andere urteilen, denn ich habe genug mit meinen Fehlern zu tun.
  • Kritik an der Rechtschreibung und Grammatik ist zwecklos, denn ich lerne es bestimmt nicht mehr.
  • Ich habe versucht, mit diesem Reisebericht einen anderen Weg als üblich zu gehen.
  • Entweder bin ich nur an Information interessiert, dann brauche ich eine tabellarische Aufstellung über; Anfahrt; Versorgung; Kosten; Sehenswürdigkeiten, oder ich will mitreisen.
  • Das Letztere war mein Anliegen. 

Meine Empfehlung an die zukünftigen Frankreichfahrer. Karte in Frankreich kaufen (Michelin) und etwas französich lernen.

Helmut Lang - Aurich Homepage

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