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Kopie - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung von Helmut Lang

Unsere Urlaubsreise nach Frankreich vom 20. Juni bis 26. Juli 2002

Ein Reisebericht von Helmut Lang 

Die Besatzung:

le conducteur    

  Helmut  

la madame navigateur   

 Gela     

le chef du camping car

 Timmy

Ziel und Zweck der Reise

  •       Normale Urlaubsreise
  •       Viel sehen
  •       Land und Leute kennen lernen
  •       Ein bisschen in Kultur und in der Geschichte st├Âbern
  •       Wenn m├Âglich Obelix finden, einfangen und nach Hause mitbringen

Bef├╝rchtungen

  •       H├Ąlt unser alter Clou (WM) durch?
  •       Wie sind die Franzosen emotional zu den Deutschen?
  •       Gibt es Verst├Ąndigungsprobleme? (nur 6 Abende franz. in Volkshochschule plus Superlearning Kurs)

 Technische Daten

  •       Gefahrene km 4.000                   
  •       Getankter Diesel in ÔéČ 380
  •       Kosten insgesamt 1500 ÔéČ
  •       Reiseroute: Aurich (Ostfriesland) - Holland - Belgien - Frankreich (Normandie-Bretagne und etwas s├╝dlicher)
  •       Die gleiche Strecke zur├╝ck

Angefahrene Orte in Frankreich: Cap Gris Nez - Fort Mahon Plage - le Tr├ęport - St. Valery en-Caux - Port en-Bessin - Arromanches-les Bains - le Mont St. Michel - Cancale - Cap Frehel - Fort de la  Latte -Plouha - Tr├ęgastel-Plage - Tr├ębeurden - St.Michel en Gr├Ęve - Guimiliau - Morgat - Camaret sur Mer - Pointe du Raz - St Gu├ęnol├ę - Concarneau - St. Pierre-Quiberon - Carnac - Locmariaquer - Paimboeuf - Ile de Noirmoutier  - Tours - Chenonceaux - Lisieux -  Trouville sur Mer - Honfleur - F├ęcamp - Yport - Etretat - St. Valery en-Caux - Dieppe - le Tr├ęport 

Was  hat uns besonders beeindruckt

  •       Die leichte, umg├Ąngliche Lebensart der Franzosen
  •       Die Hilfsbereitschaft der Franzosen
  •       Die Gastfreundschaft der Franzosen
  •       Die Sauberkeit des Landes, selbst auf kleinsten Parkpl├Ątzen
  •       Das Essen, hier insbesonders die riesige Auswahl an K├Ąsesorten
  •       Die angenehmen holl├Ąndischen und belgischen Reisemobilbesatzungen
  •       Die gutartigen Hunde der Franzosen

 Was hat uns weniger gut gefallen

  •       Das Wetter mit dem meist starken und k├╝hlem Wind (im August ist es anders)
  •       Dass wir nicht einmal im Meer schwimmen gehen konnten, da es f├╝r unsere Begriffe zu kalt war
  •       Keine abendliche Geselligkeit mit anderen RM-Fahrern (ganz wenige Ausnahmen)
  •       Unterwegs mit Handzeichen gr├╝├čen und am Stellplatz reicht es gerade mal zum  Moin wenn ├╝berhaupt

Anmerkung: Im Jahr 2003 gab es in dieser Hinsicht ├╝berhaupt nichts zu meckern.

Die Reise

Die gute deutsche Handwerksarbeit

 Donnerstag, 20.06.002, Abfahrt 5:45 Uhr, Kilometerstand 29.331 km, Wetter d├╝ster und diesig

Guter Laune starteten wir kurz vor sechs Uhr morgens mit dem am Vorabend ausger├╝steten Wohnmobil in Richtung Holland.

Nach bereits 20 km fing es an zu regnen. Scheibenwischer funktioniert nicht. Den hatte ich nat├╝rlich nicht ├╝berpr├╝ft weil es ja  in den letzten Tagen immer sonnig war. In der n├Ąchsten gr├Â├čeren Stadt ging es erst mal zum Bosch-Dienst. Nach 5 Std. Wartezeit, einer Rechnung ├╝ber 235 Euro, konnten wir mit dem reparierten Scheibenwischer endlich weiterfahren. Weiterfahrt um 12 Uhr in Richtung Groningen. Nun kam die Generalprobe f├╝r die deutsche Handwerkskunst, als es kurz nach Groningen wieder anfing zu regnen. Der Scheibenwischer arbeitete genau 10 Minuten, als er seinen Geist aufgab. Der rechte Scheibenwischer hing einfach nach unten. Eine Reparatur war nicht m├Âglich. Ich bog den Scheibenwischer einfach in die richtige Position und konnte weiterfahren. Nach 10 Minuten das gleiche Spielchen und so fort. Nach ca 5 Stopps versagten die Scheibenwischer v├Âllig. So fuhr ich halt ohne weiter, denn ich hoffte, da├č der Regen irgendwann aufh├Âren w├╝rde. Nach weiteren 2 Stunden war es dann soweit und bei trockener Stra├če erreichten wir Calais um 21:30 Uhr. Nachdem es bisher immer eine flache Gegend war, gut f├╝r unsere 92 PS und 5 Tonnen, fingen hier die ersten H├╝gel an.

Rechts der Autobahn viele zwielichtige Gestalten die auf dem Weg zum Euro-Tunnel waren. Vermutlich ÔÇ×Leute“ die ├╝ber den Kanal  nach England einreisen wollten.

Unser Ziel war eigentlich Point Gris Nez. Da wir die erste und die zweite Abfahrt zum Point Gris Nez verpassten, beschlossen wir, auf einem Air Relais auf der Autobahn zu ├╝bernachten. Inzwischen  war es 21:45 Uhr.

Die erste Sprache, die wir in Frankreich verwendeten, war englisch. Neben uns rastete ein australisches Ehepaar, mit denen ich sofort ein kleines Schw├Ątzchen halten mu├čte.

Jetzt wollte ich meine franz├Âsischen Sprachkenntnisse testen. Kein Franzose auf dem Parkplatz, also rein in das Autobahn - Restaurant. Wir also rein und ich bestellte zweimal Steak Fritte. Es war das einzige Gericht das ich lesen konnte bzw verstand. Fragen und bestellen konnte ich ja noch gut, aber die Antworten und die Gegenfrage verstand ich ├╝berhaupt nicht:

1.     weil meine Ohren noch vom Autofahren dr├Âhnten

2.     weil Mademoiselle so leise sprach.

Was passierte?

Ich bestellte also zweimal Steak mit Fritten und ein Cola und einen Kaffee. Die Verk├Ąuferin fragte mich wahrscheinlich, wie die Steaks sein sollten (medium oder rare). Da ich sie nicht verstand sagte ich einfach ok. Daf├╝r bekamen wir die Steaks dann fast roh. Wir haben die Steaks dann einfach in Servietten gepackt und haben sie im WM richtig sch├Ân nachgebraten. Je le voudrais biencut silvuplait (ÔÇ×bj├Ą k├╝i) hei├čt:Ich m├Âchte es gerne gut durchgebraten. Je le a point (a pu├Ą) hei├čt durchgebraten.Kosten: Steak mit Fritten = 6,70 ÔéČ, B├╝chse Cola 2,10 ÔéČ, Kaffee 1,80 ÔéČ

Von unserem Stellplatz betrachteten wir die Lichter von Dover und nachdem der Stress der Autofahrt etwas abgeklungen war, legten wir uns schlafen.

Die graue Nase

Freitag, 21.06.02, Abfahrt 8:30 ├╝ber Cap gris nez.nach Fort Mahon.

Am Cap gris nez angekommen, stellten wir das WM einfach an einer Viehweide ab und spazierten um das ganze Cap herum. Im H├╝gel ist ein unterirdischer Bunker mit oben aufgesetzten kleinen Bunkern.Wir konnten sogar die Kreidefelsen von Dover sehen. Au├čer den gesprengten Bunkern, einem Cafe das geschlossen war und wei├čen K├╝hen auf den Wiesen rings um, gab es nicht viel zu sehen. In dem kleinen D├Ârfchen vor dem Cap, fiel uns auf, da├č fast vor jedem Haus, anstatt einem Auto ein trailerbares Fischerboot stand.

W├Ąhrend der Weiterfahrt machten wir in Bologne s├╝rmer an einem Supermarkt einen Tankstopp. Der Liter Diesel kostete 73 Cent. Dann ging es weiter  ├╝ber die kostenpflichtige Autoroute bis nach Berck. Hier bogen wir nach Fort Mahon ab. Dummerweise war in einer Ortschaft die Stra├če gesperrt und wir versuchten nach den kaum verstandenen Hinweisen des Stra├čenw├Ąrters die Ortschaft zu umfahren. Ob wir richtig fuhren, wei├č ich bis heute nicht. Auf jeden Fall waren es Feldwege, so schmal, da├č ich sie mit dem WM normalerweise nicht befahren w├╝rde. Es kam ja auch kein Auto entgegen, was uns eigentlich auch wunderte. Wahrscheinlich war es doch der verkehrte Weg. Gestresst kamen wir in Fort Mahon an und fanden den Stellplatz nat├╝rlich nicht. Zum Suchen hatte ich keine Lust und so sind wir auf den erst besten Campingplatz (La Vert Gazon) rauf gefahren. Eine Nacht kostete 17,50 ÔéČ.

Wir sind dann sofort zu einer Fahrradtour aufgebrochen um den Ort zu erkunden.Entlang der Avenue de la Plage viele kleine Restaurants an denen die Leute alle beim Muscheln essen waren.500 m vor dem Strand war dann auch der Stellplatz. Der Strand selbst hat eine riesige Ausdehnung nach links und rechts. Da Hundeverbot am Strand herrschte, beguckten wir uns die Sache nur von oben. Inzwischen wurde es auch Zeit f├╝r die R├╝ckkehr, denn ich wollte das Fu├čballspiel (Weltmeisterschaftsspiel) um 13:30 Uhr sehen. Nach der ersten Halbzeit war es aus mit Fernsehen, denn derselbige streikte. Alles Drehen n├╝tzte nichts. Zu allem Missgeschick kam dann noch ein Anruf von unserer Tochter, da├č unser Nachbar und mein langj├Ąhriger Freund Johann gestorben sei.

Ziemlich deprimiert brechen wir zu einer weiteren Fahrradtour an die Baie d`Authire auf. Dies ist ein Naturschutzgebiet. Das von einem deutschen WM-Fahrer beschriebene altert├╝mliche Fort, bestand nur aus zwei H├╝geln mit  Ziegelsteinen darauf. Wahrscheinlich war er selbst auch nicht dort gewesen. Nun wagte ich mich nochmals an das Fernsehkabel und schaffte es schlie├člich, da├č wir abends TV gucken konnten.

Nach diesem Tag kann es doch nur noch besser werden.

Die ersten Crepes 

Samstag 22.06.02, Abfahrt 9:45 Uhr vers Le Tr├ęport. Leichter Nieselregen, Ankunft 10:45 Uhr.

Auf dem Stellplatz Strom, Wasser, M├╝ll und Entsorgung. Kosten 4,90 ÔéČ.

Wir marschierten sofort los in Richtung Stadt um die Klippen zu besteigen. Ca. 1 km entfernt. Blo├č wo ist denn nun der Aufstieg zu den Klippen? Zuf├Ąllig entdecke ich nahe bei der Kirche ein Schild Escalje de Falaise .Mir f├Ąllt ein Escalje hei├čt Treppe und Falaise hei├čt Steilk├╝ste b.z.w. Klippe. Also rein in das Vergn├╝gen und 386 Stufen empor geklettert. Oben angekommen setzte bei mir Hustenreiz ein und meine Oberschenkelmuskeln waren wie Butter. Gela, die 5 Minuten sp├Ąter ankam hatte das gleiche Problem. Trotz des diesigen Wetters hatten wir einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt, den Hafen und das Meer. Beim Abstieg erschreckte ich mich pl├Âtzlich, als die Stadt an einer Stelle der Treppe direkt unter mir zu liegen schien. Es war, wie wenn man auf einem Ger├╝st steht und nach unten schaut. Beim anschlie├čenden Spaziergang durch die Stadt musste Gela unbedingt ein Baguette kaufen, weil sie abends Fisch braten wollte und es mit dem franz├Âsischem Wei├čbrot am besten schmeckt.

Als wir an der Hafenpromenade an einem Crepes-Stand vorbei kamen lie├čen wir Fisch Fisch sein und bestellten uns Crepes. Gela nahm Crepe jambon est fromage und ich crepe sucre. Jambon ist Speck und Fromage ist K├Ąse. Beide Crepes schmeckten ausgezeichnet. Sie werden folgender ma├čen gemacht: Gro├če hei├če Platte, die Crepeso├če d├╝nn auftragen, mit Holzrolle d├╝nn verteilen und wenden. Dann Speck und K├Ąse auflegen (auch mit Ei schmeckt es sehr gut) und den Crepe zusammenfalten. Anschlie├čend mehrmals wenden. Kosten zusammen 8 ÔéČ.

Unterwegs sprach ich einen Fischer (pecheur) an, als er gerade seinen Fang an Land hievte. Er zeigte mir die einzelnen Fische und nannte sie beim Namen. Den Namen Turbo (Steinbutt) behielt ich, die anderen habe ich leider wieder vergessen. Nach dem Kaffeetrinken fuhren wir mit dem Fahrrad an die Nordseite von Le Tr├ęport zu einer wunderh├╝bschen Vorstadt mit dem Namen Mers les Bains . Wir spazierten am Strand entlang und bewunderten diese malerischen Hausfassaden. Anschlie├čend kauften wir Wein und bei dem Fischer seiner Frau Krottenk├Âpfe (Roschee genannt). Im WM haben wir die Fische gebraten und verspeist. Der Fernseher streikte schon wieder. Meine Reparatur hatte auch keinen Erfolg. Vielleicht sollte man mit einer Flasche Wein intus auch keine derartigen Versuche unternehmen.

Daf├╝r viel mir die Kontaktaufnahmen zu unseren franz├Âsischen WM-Nachbarn viel leichter. Mit Jose Pereira und seiner Frau unternahm ich meine ersten richtigen Sprachversuche. Er kam als Kind mit seinen Eltern von Portugal nach France und heiratete eine Franz├Âsin. Von Beruf ist er Maurer. Am n├Ąchsten Morgen erfolgte eine sehr herzliche Verabschiedung. 

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Côte d`Albâtre (Alabasterküste)

Sonntag 23.6.02, Abfahrt vers St. Valery en caux, blauer Himmel und starker Wind.

Stellplatz kostenlos, Wasser 2 ÔéČ, Entsorgung und M├╝llbeh├Ąlter vorhanden. Der Stellplatzbereich gliedert sich in 2 Teile. Der erste ist entlang der Hafeneinfahrt und dem Wind voll ausgesetzt. Wir stellen uns auf den 2. Platz direkt unter den Steilklippen. Der Ort ist ca. 500 m vom Stellplatz.

Nach dem Abstellen machen wir uns sofort auf den Weg um auf die Steilklippen zu klettern. Dazu muss man erst zur├╝ck Richtung Stadt laufen um dann an der ersten Kurve die Treppen hoch zu steigen. Der Ausblick entsch├Ądigt f├╝r die M├╝he. Oben angekommen spazieren wir auf den Klippen entlang. Alle paar Meter hielten wir an und genossen die ergreifende Aussicht. Da wir in Ostfriesland inzwischen an flache Meeresufer gew├Âhnt sind, beeindruckten uns die Klippenformationen unheimlich stark. Das Wasser in Ufern├Ąhe hatte einen milchig wei├čen Schimmer der smaragdgr├╝n schimmerte.

Zur├╝ck am Ufer wanderten wir entlang der ca. 100 m senkrecht aufragenden Kreidefelsen. Daher kommt auch der Name Alabasterk├╝ste. In den Kreidefelsen sind waagerechte Schichten zu sehen. Diese schwarze Streifen sind Ablagerungen aus Feuerstein. Ich habe 41 Schichten gez├Ąhlt. Die Kreide ist wohl eine Ablagerung aus Muscheln. Aber wie der Feuerstein dahinein kommt  wei├č ich zur Stunde noch nicht. Einer meinte, da├č der Feuerstein Ablagerung aus Vulkanausbr├╝chen sei. Ein Lehrer aus Groningen meinte, da├č dies nur eine ├Ąu├čere Verwitterung sei. Dies kann aber nicht sein, denn ich bin in einen Stollen geklettert und die Feuersteinschichten setzten sich im Innern fort. Diese schwarzen Feuersteinschichten sieht man an der gesamten Alabasterk├╝ste.

Nachdem wir auch noch in die Stadt spaziert waren, lie├čen wir den Tag mit unserem t├Ąglichen abendlichen Romme-Spiel ausklingen. 

D-Day

 Abfahrt 9 Uhr nach Port en-Bassin, Sonnenschein, Ankunft 13 Uhr.

Zwei Stellpl├Ątze, einer auf der Hafenmauer und der Andere mitten im Ort in ruhiger Lage.

Von St.Vallery fuhren wir direkt auf die Autobahn zur├╝ck um ├╝ber die Pont de Normandie  (Br├╝cke ├╝ber die Seine) an Le Havre vorbei und ├╝ber Caen nach Port en-Bassin zu fahren. Die Br├╝cke ├╝ber die Seine besteht eigentlich aus 2 Br├╝cken und ist sehr hoch und kostenpflichtig wie ├╝berhaupt alle Autobahnen. Die Autobahnen d├╝rfen allerdings nur kostenpflichtig sein, wenn eine gute Stra├če parallel entlang f├╝hrt. Nachdem wir uns au├čerdem noch zweimal verfahren hatten kamen wir doch noch an. Mir str├Ąubten sich jedesmal die Nackenhaare wenn ich mit unserer breiten und langen Kiste in kleine Hafenst├Ądte einfahren musste. Oft geht es dann nicht weiter, weil der Verkehr f├╝r Fahrzeuge ├╝ber 3,5 Tonnen gesperrt ist. Ein Lob f├╝r die Franzosen an dieser Stelle. Ich habe es nicht einmal erlebt, da├č gehupt oder geschimpft wurde, wenn wir anhielten um den richtigen Weg zu finden. Es spielte keine Rolle ob es kurz vor einem Kreisverkehr oder mitten in der Stadt war. 

Kaum auf dem Stellplatz im Ort angekommen, ergab sich der erste Kontakt mit WM-Fahrern aus Holland Delfzill. Sie sprachen sehr gut deutsch. Nach dem Kaffee trinken bekam der Holl├Ąnder mit, da├č unser Fernseher Probleme macht. Er stieg sofort auf das Dach, besah sich die Sache, ging in die Stadt und kaufte zwei Ersatzteile und montierte sie an. Daraufhin hatten wir ein hervorragendes Bild.

Danach sind wir per Velo zum Hafen gefahren und zu Fu├č auf die n├Ârdlichen Klippen hoch marschiert. Oben sind noch jede Menge an kleinen Feuerstellungen. Von oben hatten wir eine Aussicht auf die Omaha-Beach. Dies war der K├╝stenstreifen an dem die Amerikaner landeten. Fast unvorstellbar, da├č sie im Kampf diese steilen H├Ąnge hoch klettern mu├čten. Ich glaube, da├č ich nicht mal mit Sportschuhen hochk├Ąme. Hier haben sich die schwersten K├Ąmpfe ereignet.Danach sind wir zu einem Armeemuseum gefahren. Leider war es um 19 Uhr schon geschlossen. Trotzdem konnten wir von au├čen durch den Zaun die alten Panzer, Gesch├╝tze und sonstiges Kriegsger├Ąt sehen.

Abends gab es f├╝r mich eine Pizza, Gela a├č ein Kotelett und Timmy bekam den Knochen. Anschlie├čend hat sie beim Rommee wieder haushoch verloren. 

Die ersten Austern

Dienstag 25.6.02, Abfahrt 8:30 Uhr nach Arromanches - Mont St. Michel und nach Cancale.

Wir sind fr├╝h losgefahren, denn wir hatten an diesem Tag sehr viel vor. Zuerst nach Arromanches. In der Bucht sieht man noch die riesigen versenkten Pontons aus Beton mit denen man einen k├╝nstlichen Hafen geschaffen hatte. Bei einer fr├╝heren Invasion 1941, bei der 130.000 Mann verloren ging, erkannte man, da├č eine Invasion ohne einen Hafen unm├Âglich ist. Im Museum sind Fotos, Ger├Ąte und alles Wissenswertes ├╝ber die Invasion ausgestellt. F├╝r uns war es ein kurzer Besuch, dann ging es weiter ├╝ber Caen und Avranches zum gr├Â├čtem Klosterberg Mont St. Michel .

Parkplatz 8 ÔéČ und Eintritt 14 ÔéČ. Nach unserer Ankunft um 13 Uhr sind wir sofort los um dieses grandioses Baudenkmal zu besichtigen. Steile Treppenaufg├Ąnge viel verschachteltes Mauerwerk. Man mu├č es einfach gesehen haben. Um 13:45 Uhr gedachten wir in einem stillen Gebet an unseren verstorbenen lieben Nachbarn Johann in der Kirche am Altar. Das Geschichtsmuseum haben wir nicht besucht, da sie nochmals Eintrittsgeld haben wollten. Da der Stellplatz sehr ├Âde war und nichts au├čer dem Anblick des Berges zu sehen war, sind wir sofort weiter nach Cancale gefahren.

Hier soll es die besten Austern von Frankreich  geben. Die Stellplatzbeschreibung war wieder einmal falsch und nach endlosem Herumkurfen in Cancale erinnerte ich mich an eine Br├╝cke au├čerhalb der Stadt. Unter dieser Br├╝cke war dann endlich der von vielen Deutschen besetzte Stellplatz. Nur unangenehme Leute. Deshalb sind wir sofort in die Stadt, spazierten am Ufer entlang und fanden ein kleines Fischrestaurant. Hier lie├č ich mir die Prozedur des Austernschl├╝rfens erkl├Ąren und dann ging es los. Gela verzichtete nach 3 St├╝ck. Zuerst kommt etwas Zitrone auf die Auster, dann mit einer kleinen Gabel die Auster vom Muskel l├Âsen, etwas in dem Zitronensaft w├Ąlzen  und dann in den Mund schl├╝rfen, gut durchkauen (der Geschmack entfaltet sich), runterschlucken, etwas Brot mit gesalzener Butter hinterher und einen Schluck Wei├čwein hinterher. Mir schmeckte es sehr gut. Hinterher erfuhren wir, da├č die Viecher noch leben wenn man sie reinschl├╝rft. 

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Eine vern├╝nftige Stra├čenkarte mu├č her!

Mittwoch 26.6.02, Abfahrt 9:30 Uhr nach St. Malo bzw. Fort Latte.

Geplant hatten wir bei der Reisevorbereitung, da├č wir St. Malo besuchen. Dies ist ein altes Korsarennest mit sch├Ânen alten H├Ąusern. Gela als Navigateur hatte die Angewohnheit, immer erst in die Karte zu schauen, wenn wir wieder einmal falsch abgebogen waren. Nur um sagen zu k├Ânnen ÔÇ×Du bisch falsch, du hesch do num muese“. So kam es, da├č wir zwar nach St. Malo rein kamen aber die Stadt ebenso Richtung Osten gen St. Michel wieder verlie├čen. Da es auf der Schnellstra├če keine M├Âglichkeit zum Wenden gab, entschieden wir uns kurzerhand f├╝r unser n├Ąchstes Reiseziel.

Das war Fort Latte. Um uns nicht wieder zu verfranzen befuhren wir von nun an nur gro├če Hauptstra├čen. Allerdings hatte dies einen riesigen Umweg zur Folge. Kaum hatten wir die Hauptstra├če verlassen, das gleiche Spiel. Wir wu├čten nicht weiter. Kein Schild, nichts. Wutentbrannt stoppte ich am n├Ąchsten Buro du Tabac.Zigaretten, Zeitungen und Karten gibt es in Frankreich nur in solchen Gesch├Ąften. Ich kaufte eine Karte der Bretagne und siehe da, wir kamen nach Fort Latte. Unterwegs fing der Keilriemen wieder an zu quietschen, obwohl ich ihn im Port les bessin nachgestellt hatte. Daf├╝r war der Besuch von Fort Latte sein Eintrittsgeld von 8 ÔéČ wert.

Man konnte dort einen angeketteten Gefangenen sehen w├Ąhrend sich ein anderer beim Baden in einem Steintrog vergn├╝gte.

Sehr interessant war ├╝brigens der Backofen. In diesem wurden die zu verschie├čenden Eisenkugeln gl├╝hend gemacht, damit die h├Âlzernen Schiffe leichter brannten.

Der Stellplatz in einer Waldlichtung bietet au├čer Stille nichts. Abends bin ich mit dem Velo zu einem Ziegenbauern gefahren und habe verschiedene K├Ąsesorten gekauft. Wenn ich allerdings gewu├čt h├Ątte, da├č ich ihn alleine essen muss, so h├Ątte ich bestimmt nicht soviel gekauft.

Den Keilriemen habe ich erneut festgeknallt. Ich m├Âchte blo├č wissen, warum ich bei Iveco 135 ÔéČ, f├╝r einen neuen Keilriemen, bezahlt habe.

Ein dicker Fu├č

Donnerstag 27.6.02, Abfahrt 9 Uhr Richtung Pluha ├╝ber Cap Frehel.

Bei unserer Weiterfahrt machten wir beim Cap Frehel einen Zwischenstopp. Das ganze Cap ist bedeckt von bl├╝hender Erika. Damit die Blumen nicht zertrampelt werden, darf man die Wanderwege nicht verlassen. Hier sind zum Teil noch nicht gesprengte Bunkeranlagen zu sehen.

Nach einem kleinen Spaziergang zu Aussichtspunkten fuhren wir weiter und tankten an der n├Ąchsten Versorgungsstation frisches Wasser nach. Gela klagte schon l├Ąngere Zeit ├╝ber ihren linken Kn├Âchel. Man konnte zusehen wie er immer dicker wurde, weil er sich mit Wasser f├╝llte. Also Stop an der n├Ąchsten Apotheke. Man findet die Apotheken leicht. Sie haben ein blinkendes rotes Kreuz an der Stra├če h├Ąngen. Wir also rein in den Laden und mit einiger M├╝he konnte ich dem Apotheker unsere W├╝sche klar machen. Er verkaufte uns zwei Packungen Tabletten. Beruhigt fuhren wir weiter und verfuhren uns prompt wieder einmal. Gela hat es immer noch nicht drauf rechtzeitig in die Karte zu schauen.

Um 13:00 erreichten wir Pluha und fuhren 3,5 km den Berg runter zu einem sch├Ânen Stellplatz direkt an einer Bucht. Am Stellplatz alles vorhanden nur kein B├Ącker. Inzwischen waren wir gierig auf die knusprigen Baguettes. Die richtigen gibt es halt nur in Frankreich. Nachmittags stiegen wir eine steile Treppe zu den Klippen empor und wanderten oberhalb auf  einem Wanderweg der uns zum Point de Napoleon f├╝hren sollte. Nach einiger Zeit str├Ąubte sich Timmy und legte sich einfach hin. Ich trug ihn dann eine Zeitlang. Nun wollte auch Gela getragen werden weil sie auch nicht mehr gehen konnte. Das war mir aber doch zu viel und so sind wir umgedreht und haben den Rest des Tages im Liegestuhl verbracht.

Das Wetter war sonnig jedoch mit einem eisigen Wind vom Meer her. Diesmal hatten wir Gl├╝ck mit dem Stellplatz, denn wir konnten uns mit den netten deutschen WM-Fahrern links von uns und einem Lehrer rechts von uns unterhalten. Dem Lehrer sagte ich auf den Kopf zu, da├č er Lehrer sei, was er auch best├Ątigte. Wenn man mit ihm sprach und etwas nahe bei ihm stand, machte er immer einen Schritt zur├╝ck, damit er die ganze Klasse im ├ťberblick hatte.

Bei unserem abendlichen Rommee-Spiel hatten wir nun auch noch Akkordeonmusik. Der Lehrer spielte jeden Abend.├ťbrigens h├Ârten wir ihn auch schon auf dem Stellplatz in Fort Latte. Da die meisten WM- Leute die Bretagne links rum abfahren und alle die gleichen Stellpl├Ątze aufsuchen, trifft man sich des ├ľfteren wieder.

Geburtstag vom Navigateur

Freitag 28.6.02, Stehtag in Pluha.

Da Gela  heute Geburtstag hat, wollten wir keine Fahrt unternehmen, denn wir wu├čten nicht, wie der n├Ąchste Stellplatz aussehen w├╝rde. Um 9:00 sollte angeblich ein B├Ącker auf den Stellplatz kommen. Um 9:30 Uhr war ich es Leid zu warten und fuhr mit dem Fahrrad 3,5 km den Berg hoch um Baguettes und Kuchen zu kaufen. Nach einer Stunde konnten wir dann endlich fr├╝hst├╝cken. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich kein Geburtstagsgeschenk f├╝r Gela hatte. Ich wollte unterwegs etwas typisch Franz├Âsisches f├╝r sie kaufen. Hatte jedoch nie eine passende Gelegenheit. In diesem Ort fand ich nicht mal ein Blumengesch├Ąft. Nat├╝rlich lie├č Gela dann alle Fl├╝gel h├Ąngen und war bockig. Ich versprach ihr einen sch├Ânen Restaurantbesuch in einem Lokal, links der Bucht.

Um 18 Uhr sind wir dann geschniegelt und geb├╝gelt, die Dusche war bei mir warm und leider bei Gela kalt, in das Restaurant gegangen. Allerdings waren wir eine Stunde zu fr├╝h dran. So spazierten wir noch eine Stunde in der Bucht umher und waren dann p├╝nktlich, wie die Deutschen eben sind, zur ├ľffnungszeit an der T├╝r.

Das Geburtstagsessen:

  •   eine Flasche Vin blanch. War nat├╝rlich verkehrt, weil
  •   wir anschlie├čend rotes Fleisch bestellten.
  •   Vorspeise Soupe de Poisson. Gela a├č sie nat├╝rlich nicht.
  •   ├ęntrecoat Es war das einzige, das ich wu├čte was es ist.
  •   Dessert Crepes a la Konfit├╝re

Die Fischsuppe schmeckte mir sehr gut. Vor allem deswegen, weil man die Zutaten so verkleinert hatte, da├č ich nicht mehr erkennen konnte, was ich da a├č. Es roch aber stark nach Fisch. Vermutlich h├Ąngte man vor dem Servieren einen alten Hering rein. Das ├ęntrecoat hei├čt eigentlich Zwischenst├╝ck von der Rippe oder so ├Ąhnlich. Auf jeden Fall war es eine Art von Schnitzel. Dazu gab es Fritten bei denen man auch nichts verkehrt machen kann. Das Hauptgericht schmeckte m├Ą├čig. Die Schnitzel machen wir auf jeden Fall besser. Die Crepes (d├╝nne Pfannkuchen) schmeckten abscheulich. Sie troffen nur so von Bratfett. Am besten schmeckte noch der Wein.

Das sch├Ânste war jedoch der Wirt oder Oberkellner, der mit seinen tiefschwarzen Fingern├Ągeln  unser Essen servierte. Er hatte eine solche reservierte Haltung an sich, die ich  eigentlich unfreundlich nennen w├╝rde. Ich war froh, dass das Trinkgeld in der Rechnung enthalten war, denn ihm h├Ątte ich ├Ąu├čerst ungern einen Cent gegeben.

Das war der miserabelste Geburtstag, den Gela je erlebt hat. Sie trug mir das auch noch lange nach.  

Der alte Franzmann und die Granit ros├ę

Samstag (Samedi) 29.6.02, Abfahrt 9 Uhr nach Tregastel.

Am Abend hatte uns unser linker WM-Nachbar angeboten, da├č er uns am n├Ąchsten Morgen Baguettes mitbringt. Es war ein sehr sportlicher Typ, dem Bergradeln und Klettern Spa├č macht. Um 8 Uhr konnten wir die Baguett in Empfang nehmen und fr├╝hst├╝cken. Die Fahrt nach Tregastel brachte keine Probleme, daf├╝r wieder die Suche nach dem Stellplatz. Wir gingen dann sofort in einen Supermarkt um das N├Âtigste einzukaufen. Als wir die Lebensmittel alle auf das Band gelegt hatten und die Verk├Ąuferin einen gro├čen Teil bereits in die Kasse getippt hatte, stellte sich pl├Âtzlich ein alter Franzose zu uns und legte beil├Ąufig seine Sachen zwischen unsere. Die Verk├Ąuferin tippte seine Sachen auch mit ein, bis es Gela auffiel und die ganze Sache stoppte. Was f├╝r ein Aufruhr. Bis das endlich klar war, wem was geh├Ârt. Franzmann stellte sich einfach dumm. Jetzt mussten unsere Sachen zur├╝ckgetippt werden, dann dem alten Mann seine Sachen wieder ein und dann endlich waren wir dran.

Gleich darauf machten wir vom Stellplatz aus einen Spaziergang entlang des Ufers nach rechts. Hier war auf einer Insel das Schlo├č von Dieter Hallervorderen in einer Traumkulisse. So sagte man uns. Ob es stimmt wei├č ich nicht. Solche sch├Âne Ansichten habe ich mein ganzes Leben noch nicht gesehen. Es kam einem vor wie in einem Zauberreich. Nat├╝rlich haben wir auch hier hinter jedem Stein Obelix gesucht. Wenn er irgendwo lebt, dann kann es nur hier sein. Am Sp├Ątnachmittag sind wir mit dem Fahrrad links um die Bucht herum gefahren. Oftmals mu├čten wir die Velos ├╝ber Treppen und Felsen tragen. Dieser Weg war genau so imposant wie der vorherige. Auf Fotos bekommt man nur einen kleinen Eindruck von der Kulisse. Wenn es eine Nummer 1 in der Bretagne gibt, dann ist es die Granit ros├ę.

Im WM f├Ąllt Gela ein, da├č sie keine Zigaretten mehr hat. Ich also los, 1 km bis in das Zentrum, Laden geschlossen, ich erfragte den n├Ąchsten, auch geschlossen. Aber in einem Ort in der N├Ąhe gebe es noch einen. Ca 4 km bergan und ein kleines St├╝ck bergab fand ich dann das Gew├╝nschte. Ich habe gleich noch ein Bier bestellt und den halben Liter in einem Zug hinunter gest├╝rzt. Endlich Feierabend. Ein kleines Schw├Ątzchen mit einem Franzosen und wir konnten Karten spielen. Um 20 Uhr erhielten wir zu unserer Erbauung  vom Nachbargrundst├╝ck, ich hatte mich extra an den Rand in eine ruhige Ecke gestellt, Disko-Musik. Da ich ja etwas schlecht h├Âre haben sie die Musik auch ordentlich aufgedreht. Man kann so richtig sch├Ân einduseln, wenn man gleichzeitig Musik h├Âren darf.

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Das Dorf von Obelix 

Sonntag (Dimanche) 30.6.02,  Abfahrt 10 Uhr Richtung Trebeuden.

Es w├Ąre eigentlich besser gewesen, in Tregastel  l├Ąnger zu verweilen. Aber wir hatten noch soviel vor.

Deshalb los in Richtung Trebeuden und auf halben Weg links hoch, den Hinweisschildern Planetarium,folgend. Hier, etwas abseits von der Touristikroute befindet sich ein Observatorium, ein Museum f├╝r Telekommunikation und  ein g├Ąllische Dorf. Da alles zu diesem fr├╝hen Zeitpunkt geschlossen war, machten wir erst mal richtig Mittag und schauten uns anschlie├čend das Fu├čballendspiel an.

Das nachgebaute g├Ąllische Dorf liegt in einem kleinem Tal versteckt. Dort h├Ątte ich wohl leben m├Âgen. Nach der Besichtigung des Dorfes, das Museum und das Observatorium schauten wir nicht an, fuhren wir weiter nach Trebeuden. Der Stellplatz war uns zu einsam.Nun setzte auch noch leichter Regen ein, nachdem es die Tage zuvor immer sonnig war. Den Stellplatz fanden wir dieses Mal sofort, denn er liegt unmittelbar an der Stra├če und ca. 100 m vom Strand entfernt. Direkt hinter dem Platz ist ein kleines Dorf. Die H├Ąuser sind alle aus Granitsteinen gebaut und mit extra dicken Schieferplatten bedeckt. Ich konnte mich kaum satt sehen. Ein Spaziergang ├╝ber den Strand am Sp├Ątabend  und unser Kartenspiel  schlossen den Tag ab.

Da das Wetter jetzt ausgesprochen schlecht war, beschlossen wir f├╝r den n├Ąchsten Tag die K├╝ste zu verlassen und eine sehenswerte Kirche an zu schauen. Bei Regen ist jede K├╝ste trostlos und dr├╝ckt noch mehr auf die

Stimmung. Sorgen machte mir eigentlich nur unser Scheibenwischer und der bereits schon wieder nervende Keilriemen.

Eine sch├Âne Kirche

Montag (Lundi) 1.7.02, Abfahrt 8 Uhr Richtung Guimiliau, schlechtes Wetter mit starkem Regen.

Das Wetter war also schlecht. Ich mochte nicht mal Baguett holen. Also sofort los, kurzer Halt in Trebeuden um Baguett ein zu kaufen, und weiter bis wir in der Stadt St. Michel an der K├╝ste einen Parkplatz zum Fr├╝hst├╝cken fanden. Dazwischen immer wieder Halt, raus, den Scheibenwischer hoch biegen und weiter. Die Baguett waren bis jetzt die schlechtesten. Kein Geschmack, pappig und stellenweise war innen Dreck drin. Es sah aus wie Rotze. In der Normandie waren die Baguett bis jetzt am besten. Auch das Verhalten der WM-Fahrer untereinander war freundlicher. Dort gr├╝├čen sich alle WM-Fahrer mit kurzem Handfl├Ąchen zeigen.Hier sind die deutschen WM-Fahrer die gleichen  wie in Deutschland. Selten gr├╝├čt mal einer zur├╝ck. Vielleicht liegt es ja auch am Wetter.

Au├čerhalb der Kirche sind rings um eine S├Ąule 200 Steinfiguren aufgestellt, die die biblische Geschichte erz├Ąhlen. Auch innerhalb ist die Kirche sehenswert. Hier hielten wir uns nicht lange auf, denn au├čer der Kirche gab es nichts zu sehen. Einfach Zeit absitzen auf irgendeinem trostlosen Stellplatz wollten wir auch nicht.

Der n├Ąchste Ort war schon ausgeguckt. Es sollte Mobard sein. Der Ort liegt in einer Traumbucht und mit unserem Erscheinen kam auch die Sonne raus. Es h├Ątte uns hier bestimmt gut gefallen, wenn der Stellplatz nicht gesperrt worden w├Ąre. So fuhren wir zur├╝ck nach Crozon um zu unserer Alternative, Camaret s├╝r Mer ab zu biegen. In diesem Ort gibt es gleich 2 Stellpl├Ątze. Wir entschieden uns f├╝r den Stellplatz, nahe dem Hafen, am hinteren Ende des Hafens. Der Platz ist stark absch├╝ssig und bietet sonst nichts. Zuerst spazierten wir  auf der Hafenpromenade, schauten einem Maler und einer Malerin bei der Arbeit zu um anschlie├čend den Turm Vauban  und die Kirche zu besichtigen. Am Sp├Ątnachmittag erneuter Stadtbummel. Eine Einladung zum Mules essen lehnte Gela ab. So gab es halt nur Bratw├╝rstchen.

Ein ruhiger Tag 

Dienstag (Mardi) 2.7.02, keine Fahrt, sonniges Wetter.

Heute ist faulenzen angesagt. Deshalb ausgiebiges Fr├╝hst├╝ck mit sehr gutem Baguette. Um 11 Uhr brachen wir zu einer Wanderung auf. Wir marschierten links des Hafens  hinter unserem Stellplatz den Hang hoch. Direkt an den Klippen, mit Sicht auf den Hafen und das Meer stand mein Traumhaus. Etwas neidisch auf den Besitzer gingen wir den Wanderweg weiter, der uns an Bunkern vorbei und ├╝ber Heidefl├Ąchen zu den Steilklippen bringen sollte. Oben auf den Klippen wieder viele, noch gut erhaltene Feuerstellungen. Irgendwann werde ich diese Bunker alle mal z├Ąhlen. Einen gesprengten Bunker untersuchten wir n├Ąher indem wir rein kletterten. Gela fand einen verrosteten Bombensplitter den sie als Andenken mit nach Hause nahm. An einer Stelle mit atemberaubendem Ausblick bzw. Blick nach unten auf die Klippen mit der anrollenden Brandung machten wir eine Vesperpause.

Wir marschierten anschlie├čend um das ganze Cap und fanden auf einem Zugang zu einer Halbinsel, einen weiteren abgelegenen Stellplatz. Weit von der Stadt entfernt, ruhig, aber nur 100 m von einer Badebucht entfernt.

Nach der R├╝ckkehr gem├╝tliches Kaffee Trinken und lesen au├čerhalb des WM im Liegestuhl. Die Sonne verw├Âhnte uns zus├Ątzlich in der windgesch├╝tzten Ecke, Zum Abendessen kaufte ich Fisch und Austern, bereitete den Fisch zu und wir hatten ein Essen, das wir im Restaurant auch nicht besser gehabt h├Ątten. Mit den Austern mu├čte ich etwas falsch gemacht haben  denn ich bekam an der Lippe Herpes. Vielleicht muss man sie vorher waschen. Bevor man sie an die Lippen setzt und ausschl├╝rft.

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Stinkst du nach Fisch, Helmut?

 Mittwoch (Mercredi) 3.7.02, Abfahrt 9:30 Uhr Richtung St. Gu├ęrole ├╝ber Pointe du Raz, Sonnenschein und kalter Wind.

Nach Entsorgung auf dem 2. Stellplatz in Camaret s├╝r Mer fuhren wir ohne Umwege zum Pointe du Raz. Auf einem sch├Ânen Fu├čweg kommt man zu den 70 m hohen Klippen Pointe du Raz. Man k├Ânnte stundenlang umherstreifen und sich am Ausblick einen Sch├Ânheitsrausch holen. Wir konzentrierten uns au├čerdem auf die Suche nach Obelix und seinem compain Asterix. Als wir in den Verkaufsst├Ąnden am Parkplatz keine Spur von den Beiden fanden, setzten wir unsere Suche weiter s├╝dlich in Penmarch fort. Dazu mussten wir aber erst mal hinkommen. Der Stellplatz war ausgerechnet f├╝r diesen und den folgenden Tag gesperrt, so da├č wir auf den alternativen Platz in St Gu├ęrole ausweichen mussten. Der Stellplatz bietet nichts au├čer einer M├╝lltonne. Daf├╝r liegt er unmittelbar an einem Strand. Der Strand ist ├╝bers├Ąt mit riesigen Felsbrocken in den unterschiedlichsten Formen.

Bei unserem Nachmittagsspaziergang hatten wir das Gl├╝ck, da├č gerade Hochwasser war und die Wellen mit ungeheurer Wucht anrollten, sich an den Felsen brachen und in meterhoher Gischt  verdampften. Das Wetter war gut mit Sonnenschein und lud uns gerade zu ein, einen abendlichen Bummel  ├╝ber den Strand bis zum Hafen zu machen. Es roch hier im Hafen sehr stark nach Fisch. Der Fischgestank kam von der Fischfabrik die unmittelbar an den Hafen angrenzte. Au├čer der besagten Fischfabrik und einigen Fischtrawlern gab es hier nichts zu sehen. So beendeten wir den Tag mit unserem ├╝blichen Kartenspiel.

Gela k├Ânnte alles kaufen 

Donnerstag (Jeudi) 4.7.02, Abfahrt 9 Uhr nach Concernaux, Ankunft 11 Uhr.

Dieses Mal haben wir den Stellplatz auf Anhieb gefunden. Es ist ein geschotterter Parkplatz, direkt neben dem alten Bahnhof. Sofort nach Ankunft gingen wir los um die Stadt zu erkunden. Timmy mu├čte dieses mal im WM bleiben. Nach 10 min Fu├čweg  kamen wir zum Hafen. In der Mitte des Hafens ist eine k├╝nstliche Insel auf der sich die uralte Festung befindet. Die Insel ist umgeben von einer gro├čen noch sehr gut erhaltenen Festungsmauer. Die Ausdehnung der Festungsinsel betr├Ągt 300 m auf 100 m und innerhalb der Mauern sind alte H├Ąuser mit allen m├Âglichen Gesch├Ąften. Auf einem Wehrgang kann man rund um die Festung spazieren. Zu gerne m├Âchte ich, da├č mir ein alter Stein erz├Ąhlt, was seit dem 17. Jahrhundert hier alles passiert ist. Nat├╝rlich in Deutsch, denn ich habe festgestellt, da├č ich noch sehr viel lernen mu├č. Trotz meiner 1500 W├Ârter in Franz├Âsisch, die ich kann. Ein Gesch├Ąft, eine Patisserie (vermutlich Zuckerb├Ącker oder Konditor) hatte es uns besonders angetan. S├╝├čigkeiten gab es hier, wie ich sie noch nie in dieser F├╝lle, Verschiedenartigkeit und Kunstfertigkeit gesehen habe. Leider alles verdammt teuer. So kauften wir nur eine Kleinigkeit. Ich hatte so wie so M├╝he, Gela mit List und T├╝cke aus den Gassen heraus zu lotsen, denn sie wollte alles kaufen, wenn es nur einen franz├Âsischen Namen hatte. Am sp├Ąten Nachmittag machten wir nochmals einen Stadtbummel. Diesmal nahmen wir aber Timmy mit, denn seit unserer R├╝ckkehr war er mit uns beleidigt und w├╝rdigte uns mit keinem Blick. Auch dieser Stadtbummel hatte seinen Reiz, denn er f├╝hrte uns auf die andere Seite des Hafens und durch die Stadt. Bei unserer R├╝ckkehr sa├čen die meisten franz├Âsischen WM-Fahrer zusammen und feierten. Feierten sie wegen uns? Konnten sie denn wissen, da├č wir am n├Ąchsten Tag weiterfahren wollten. Oder war es einfach eine spontane Feier?

Die Fabrik mu├č dem Obelix geh├Âren

Freitag (Vendredi) 5.7.02, Abfahrt 10 Uhr nach Carnak bzw. Halbinsel Quiberon, Regen.

Wir sind schnurstracks auf die Autobahn gefahren und wollten den Stellplatz in Carnac aufsuchen. Im Ort Carnac angekommen, sahen wir zwar den Stellplatz, aber f├╝r uns war es nicht m├Âglich dort zu parken. Zu kleine Stellpl├Ątze. Das Hinweisschild am Ortseingang im Kreisverkehr, das uns zu den Menhiren gef├╝hrt h├Ątte, haben wir wegen dem starken Regen und des verflixten Scheibenwischers nicht gesehen. Ich bin dann einfach nach Gef├╝hl rechts abgebogen und nochmals rechts. Dann wieder rechts und jetzt kamen wir am Strand bei einer Austernzucht auf sehr kleine enge Stra├čen. Verflixt noch mal, wenn wir jetzt den Strand links lassen und uns rechts halten, m├╝ssten wir doch eigentlich wieder auf die urspr├╝ngliche Stra├če zur├╝ckkommen. Denkste, unsere Fahrt endete erstmal  an einer Kirche und es ging nirgends weiter. M├╝hsam gewendet, auf gut Gl├╝ck durch eine enge Gasse mit ein paar cm Luft links und rechts, dann ├╝ber eine Stufe und ├╝ber einen Platz mit Blumenk├╝beln  und schon hatten wir die Hauptstra├če wieder erreicht.

Jetzt hatte ich die Schnauze wieder mal voll und wir sind dann auf den n├Ąchsten Campingplatz bei St. Pierre-Quiberon rauf und stellten uns direkt ans Meer. Jetzt h├Ârte auch der Regen auf und wir schnappten uns die Fahrr├Ąder und fuhren nach Carnac. Die Besichtigung der dortigen Menhire war fest eingeplant. Angekommen sahen wir dann auf der linken Seite ein Haus, wahrscheinlich produziert Obelix dort seine Hinkelsteine. Oh Pardon, es sind ja Menhire. Anschlie├čend werden sie auf zwei gro├čen Wiesen ausgestellt. Es scheint sich um eine Verkaufsausstellung zu handeln. Es sollen ja 4000 St├╝ck sein. Wir haben jedoch keine gekauft  bzw. mitgenommen, weil sie erstens zu schwer waren und wir au├čerdem mit dem Fahrrad da waren. Auf dem R├╝ckweg kauften wir bei Lidl ein und am Weg noch ein kg Kirschen f├╝r 4,80 ÔéČ. Kurz darauf machte Gela vor Ersch├Âpfung schlapp und zitterte wie ein altes Heringsfass. Die einfache Strecke betrug ca. 25 km nach Auskunft der Rezeption am Platz. Dies hatte ich ihr nat├╝rlich verschwiegen. Nach dem Kaffee trinken wurde sie aber wieder munter und ich ├╝berredete sie zu einem Spaziergang an der Cote Sauvage (wilde K├╝ste). Sie ist nur 200 m entfernt auf der anderen Seite der Insel. Baden unm├Âglich wegen der starken Str├Âmung. Daf├╝r Strandsegler und Kit Surfer.

Der erste Cidre

Sonntag (Dimanche) 6.7.02, Ruhetag, W├Ąsche waschen und faulenzen.

Nach den wichtigsten Arbeiten, die leider Gela verrichten mu├čte, spazierten wir zu einem Verkaufsstand f├╝r Wein. Wir hatten ihn am Vortage gesehen und wollten nun einen Exkurs in franz├Âsischen Weinen machen. Leider war der Stand geschlossen. Ob der Verk├Ąufer noch vom Vortag besoffen im Bett lag oder ob er beim Fischen war, ist uns leider verborgen geblieben. Nun sind wir halt zu einem Gesch├Ąft f├╝r Landesprodukte gegangen. Ein sehr charmanter Verk├Ąufer lie├č mich von allem probieren das sein Laden zu bieten hatte. Er bat auch Gela mit unserem Hund herein. Eine bestimmte Salami und Algenpastete schmeckte uns am besten. Hier haben wir auch Cidre gekauft. 4 ÔéČ die Flasche. Zur├╝ck im WM starteten wir gleich ein gro├čes ÔÇ×Fressen“ mit Salami, Camembert rustikal, Pastete, Baguette und die Flasche Cidre haben wir auch gleich leer gemacht. Es war der am besten schmeckende Cidre auf der ganzen Reise. Inzwischen war die W├Ąsche trocken, denn die Sonne kam endlich wieder zum Vorschein.

Ein kleiner Spaziergang an der Cote Menhire (unsere Seite am Meer) und ein kleiner Plausch mit franz. Campern war vor unserer Abreise auch noch drin.

 Die 20 m von uns entfernt stehenden alemannischen WM-Fahrer, sie brachten nicht mal den Mund auf um auf Moin bzw. Bonjour zu antworten. So schlecht spreche ich doch wirklich nicht, da├č man mich nicht versteht. Oder doch? Was soll’s. Ich will hier ja doch nur Franzosen kennen lernen um ein bi├čchen in der Sprache ├╝ben zu k├Ânnen. Wir verlie├čen den Campingplatz und suchten den Stellplatz am Ortsende auf. Die 2 N├Ąchte auf dem Camping-Platz kosteten 28 ÔéČ. Der Stellplatz kostet nichts, hat aber auch nichts und ist wegen der Stra├če sehr laut. Bei einem abendlichen Bummel entlang des Strandes und auf Motivsuche entdeckte ich franz├Âsische Kampfschwimmer oder Taucher bei der Ausbildung. Ich machte mehrere Fotos mu├čte sie aber anschlie├čend wieder l├Âschen, nachdem ein Offizier mir das sehr nahe legte. Wir hatten alles gesehen und das hei├čt f├╝r uns, da├č es morgen weiter geht.

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Die Begr├╝├čung an der Loire

Lundi 8.7.02, Abfahrt 9 Uhr nach Palmboef  ├╝ber Loc mariaquet und Chateaux Josso.

Nach Abfahrt kurzer Zwischenstopp um im Supermarkt einzukaufen. Trotz Regen weiter um endlich mal gro├če Menhire zu sehen. Dazu mu├čten wir nach Loc mariaquet fahren. Unserem 5 Tonner war es zu verdanken, da├č wir nicht in die auf der Strecke liegenden St├Ądte einfahren mu├čten, denn wir durften immer Umleitungen ├╝ber alle m├Âglichen Stra├čen fahren. Gefunden haben wir den Ort aber trotzdem. Die Sehensw├╝rdigkeit besteht aus einem H├╝gelgrab, einem zerbrochenen 15 m und ca. 280 Tonnen schweren Menhir. Eintritt 6 ÔéČ. Das h├Ątte ich mir eigentlich ersparen k├Ânnen, denn so interessant war es dann auch nicht. Also weiter, denn Gela will nun endlich ein Schlo├č besichtigen. Das Schloss Josso liegt ja auch direkt an der zu befahrenden Strecke. Um 11:00 waren wir da, aber die ├ľffnungszeit ist erst um 15:00. Lohnt sich nicht zu warten und weiter geht’s. Beim Fahren auf der Autobahn war ich mir sicher, die Route im Kopf zu haben und wunderte mich immer ├╝ber Gela, die sagte: du mu├čt rechts ab. Ich fuhr weiter denn ich war mir sicher. ÔÇ×Da h├Ąsch jetzt abbiege m├╝sse ÔÇ× sagte Gela 10 km sp├Ąter. Verdammt das gibt es doch nicht. Also Halt und ich studierte die Karte. Jetzt fiel mir erst auf, da├č wir auf der falschen Autobahn fuhren und so nach Nantes gekommen w├Ąren. N├Ąchste Ausfahrt kehrt und zur├╝ck. Jetzt hatte Gela m├Ąchtig Oberwasser und es machte ihr sichtlich Spa├č mir ihre Fahranweisungen zu geben.

In St. Nazaire fuhr ich dann aber entgegen ihrem Willen auf eine andere Stra├če ein. Ich hatte n├Ąmlich die Br├╝cke Pont de Nazaire links hinten gesehen und wusste, dass wir unbedingt ├╝ber dieselbige fahren m├╝ssen. Danach war es nur noch ein kleines St├╝ck Weges um in Palmboef auf dem Stellplatz direkt an der Loire Anker zu schmei├čen. Gela hat dann sofort mit einem Reusenfischer Freundschaft geschlossen. Sie half ihm beim Ausklauben der kleinen Krabben. Die hei├čen hier corsch├Ąt. Zumindest so ├Ąhnlich. Nach einem Stadtbummel, dieser dient in der Regel dazu, den n├Ąchsten B├Ącker (Bulangerie) zu suchen um das Fr├╝hst├╝ck mit Baguette zu sichern. Als die Sonne um 15Uhr schien, war es richtig gem├╝tlich. Die gr├Â├čte ├ťberraschung kam f├╝r uns jedoch um 21 Uhr. Wir sa├čen im WM als es drau├čen pl├Âtzlich laut wurde. Eine Blaskapelle, eine Tanzgruppe, mehrere Festwagen und noch einer Kapelle marschierten an unserem WM vorbei. Nie h├Ątte ich mir je tr├Ąumen lassen, da├č die Franzosen zu unseren Ehren, so etwas auf die Beine stellen. Ich konnte mich nicht einmal daf├╝r bedanken, denn ich wu├čte nicht bei wenn. Vielleicht h├Ątten wir uns auch in Festgarderobe vor das Wohnmobil stellen sollen. Man wei├č ja nie so recht, wie man sich bei solchen Ehrungen  verhalten soll.

Wir verlassen den Kontinent

Mardi 9.7.02, Abfahrt 9 Uhr nach Ile de Noirmoutier, Ankunft 12 Uhr, Regen unterwegs.

Hier in Palmboef verspeisten wir die besten Baguette w├Ąhrend der gesamten Reise. Inzwischen k├Ânnen wir das als Baguette-Fachleute beurteilen. Die Fahrt zur Insel verlief bis auf einen Unfall, an dem wir vorbei kamen, reibungslos. Der Polizist am Unfallort schaute verdutzt auf unsere Windschutzscheibe. Inzwischen hatte ich einen neuen Dreh raus, denn ich klappte den rechten Scheibenwischer einfach auf. Als wir nun im Regen an dem Polizisten vorbei fuhren, winkte der Scheibenwischer, als ob er den Polizisten gr├╝├čen wollte. Er hat aber nicht zur├╝ck gegr├╝├čt. Macht nichts. War halt auch ein Stoffel. Wir stellen unser Auto auf dem Gro├čparkplatz in einer Nebenbucht ab. Jetzt kommt auch die Sonne zum Vorschein.

Zuerst ein Stadtbummel. Gela mu├č unbedingt R├Âcke anprobieren. Ich kenne das schon und schaue heimlich in meine Geldb├Ârse, um eventuell einen Einspruch einlegen zu k├Ânnen. Nat├╝rlich kaufte sie den Rock und ich hatte anschlie├čend noch 10 ÔéČ in der Tasche. Die haben wir dann gleich mit S├╝├čigkeiten unter die Leute gebracht. Jetzt konnten wir ja beruhigt zur├╝ckkehren.

Daf├╝r tauchte nach der Toilettenbenutzung ein anderes Problem auf. Der Zerhacker arbeitete nicht mehr. Jetzt waren meine technischen F├Ąhigkeiten gefordert. Die Toilette mu├č ich erst mal ausbauen und dann sehen wir weiter. Schrauben los, Verbindung zum Tank gel├Âst und jetzt den Wasserschlauch abziehen. Ja stehe ich denn nun unter der Dusche oder was ist das denn verflixt noch mal. Das Wasser l├Ą├čt sich nicht stoppen indem ich den Schlauch abdr├╝cke. Als die Wasserpumpe ansprang machte es in meinem Kopf ebenfalls Klick, Gela, rief ich, schnell die Wasserpumpe aus. Das hat dann geholfen aber na├č war ich trotzdem. Aber wo ist der Fehler? Eine Kabel h├Ąngt lose, aber das tut sie ja schon 5 Jahre. Also was gibt es noch. Schau doch mal die Sicherungen nach rief mein zweiter Ingenieur. Timmy hatte sich bereits mit eingezogenem Schwanz in die hinterste Ecke verkrochen, denn er mag es absolut nicht, wenn die Stimmen etwas lauter werden. Da ist doch tats├Ąchlich eine Sicherung zwischen zwei Kabeln. Aber ist die auch kaputt. Die Suche nach einer Ersatzsicherung geht los. Ich wu├čte, da├č ich noch irgendwo in einer Tasche eine haben mu├čte. Als ich vor 6 Jahren noch ein Schiff hatte, habe ich mal zwei gekauft und ich schmei├če eigentlich nichts weg. Die Sicherung wurde gefunden und eingebaut. Keine Reaktion. Mensch wir haben doch einen Sicherungskasten im WM. Tats├Ąchlich, eine kleine Dr├╝cksicherung war raus gesprungen. Rein mit ihr und es war geschafft.

Nun wollte ich einen Parkschein l├Âsen, denn der Platz kostet 4,50 ÔéČ pro Tag. Der Apparat  nahm auf jedenfalls nichts an. Er war kaputt. Nun hing ich einen Zettel  an die Windschutzscheibe auf dem ich in franz. Sprache meine Ankunft und das Problem mitteilte. Die Franzosen haben sich bestimmt halb tot gelacht, wenn sie dieses Schreiben lasen.Neben uns stehen Holl├Ąnder mit einer Autopanne. Antriebswelle linke Hinterachse gebrochen. Kurzer Anruf des Holl├Ąnders bei seinem ADAC, das Auto wird abgeholt und sie stehen innerhalb 4 Stunden wieder auf dem Platz. Sie zahlten f├╝r 5 Arbeitsstunden (2 Mechaniker)  und dem Schwei├čen 70 ÔéČ. Ich wurde ganz bla├č vor Neid, denn ich dachte an den Bosch-Dienst (Scheibenwischer) und Iveco  (Keilriemen). Um 20 Uhr kommen die Beiden zu uns ins Wohnmobil und es wurde ein sehr angenehmer  und lustiger Abend. Zu dem kaputten Apparat meinten sie: So kommt Jan Splinter gut durch den Winter. Das hei├čt, wenn man nichts zahlen mu├č, ist es umso leichter mit dem Geld aus zu kommen. Sie sprachen wie fast die meisten Holl├Ąnder gut deutsch. Au├čerdem ist Ihnen englisch ebenso gel├Ąufig. Die Beiden fuhren am n├Ąchsten Tag weiter in die Provence. Das Wetter war ihnen hier zu schlecht, denn es regnete bereits schon wieder.

Gouffres

Mercredi 10.7.02, Ruhetag, morgens Regen und ab 9 Uhr Sonnenschein.

Als die Sonne sich blicken lie├č, sind wir zu einer Fahrradtour durch die Salzg├Ąrten nach L’Epineaufgebrochen. Die Salzg├Ąrten werden nicht mehr alle gepflegt. Es sind Teiche, die nach Wasserverdunstung eine dicke Salzsohle hinter lassen. Dies gibt dann ein grobk├Ârniges Salz. Man kocht zum Beispiel die Langostinos mit diesem Salz. Fr├╝her mag die Salzgewinnung von Bedeutung gewesen sein, denn man hat die auf See gefangenen Fische mit Salz haltbar gemacht. Dabei mu├čte die Salzmenge genau stimmen. Bei zuviel Salz verbrannte der Fisch und bei zu wenig, verfaulte er. Tief im Land waren Leute am arbeiten aber wir fanden keinen Weg dorthin.

Ich h├Ątte zu gerne die Sache n├Ąher betrachtet. Das Dorf L’EPINE ist ein fast reiner Ferienort. Fast alle H├Ąuser sind wei├č und haben blaue Fensterl├Ąden. Leider riecht es hier etwas streng. Es kam wahrscheinlich von der Ebbe die den  kilometerlangen Strand mit seinen Algen bewachsenen Felsen freilegte. Leider war hier am Strand Hundeverbot. Bei der R├╝cktour wollte ich auf Graswegen durch die Salzg├Ąrten fahren. Tief im Land h├Ątten wir jedoch einen kleinen Graben ├╝berqueren m├╝ssen um auf eine Stra├če zu kommen. Da Gela sich weigerte, mu├čten wir die ganze Strecke wieder zur├╝ck. Trotzdem war es mal sch├Ân, in der Sonne Rad zu fahren und nur eine Ebene vor sich zu haben. Sonst mussten wir das Rad oft schieben, weil die Buckel einfach zu anstrengend waren.

Nachmittags war eine Schlo├čbesichtigung und Stadtbummel angesagt. Das Gem├Ąuer  war interessant. Leider konnte ich nicht alle Beschreibungen der ausgestellten Objekte ├╝bersetzen, da mir einfach zu viele Worte fehlen. Das Beste war jedoch anschlie├čend das Waffel Essen. Beim Stadtbummel rochen wir schon den verf├╝hrerischen Duft und fanden den Verkaufsstand nach einiger Suche. Die Waffeln hei├čen hier Gouffres und man kann sie mit allen m├Âglichen Zutaten bekommen. Gela nahm Gouffre chantiny (Sahne) und ich mit Schokolade. Es war ein Genu├č. Weiter war an diesem Tag nichts, es sei denn man erw├Ąhnt die s├╝├čen St├╝cke zum Kaffee oder das Sonnen im Liegestuhl. 

Gela spricht franz├Âsisch

Jeudi 11.7.02, Ruhetag weil der Platz ja nichts kostet.

Den Vormittag verbrachten wir mit diversen Arbeiten, Entsorgen und Wasser auff├╝llen. Au├čerdem einige Schw├Ątzchen mit deutschen WM-Fahrern. Es gibt also doch auch ein paar nette Leute unter uns WM-Fahrern.Jetzt wollten wir die Insel erkunden. Am besten geht das mit dem Velo. Zuerst sind wir 6 km nach L’Herbraudi├ęregefahren. Hier ist ebenfalls ein Stellplatz f├╝r 10 WM. Sehr sch├Ân denn er ist unmittelbar am Strand mit toller Aussicht auf das Meer. Wir bleiben trotzdem auf unserem, denn unser Platz kostet nichts im Moment und wir haben die Stadtn├Ąhe (3 min) Als n├Ąchstes  fuhren wir runter zum Hafen. Dann ging es wieder zur├╝ck nach unserer Stadt. Diesmal nahmen wir die n├Ârdliche Route durch Felder, kleine D├Ârfchen und dem ausgedehnten Wald, der oft bis an den Strand heran reicht. Unterwegs sahen wir viele Ferienh├Ąuschen im s├╝dl├Ąndischen Flair erbaut. Im Wald, der zum Teil Wohngebiet waren gab es Traumvillen, manche zu verkaufen und alle sehr schnuckelig.

Auf der R├╝cktour wollte Gela dieses Mal ihre Zigaretten selbst kaufen. Inzwischen kannte sie ja die Redewendung und wollte halt auch mal franz├Âsisch sprechen. Den Volkshochschulkurs hat sie ja nach 4 Abenden abgebrochen und Bonjour klappte inzwischen hervorragend. Sie geht also in ein Buro du Tabac und sagt:“ D├ bage de zigarett sil vu pl├Ą“ Der Verk├Ąufer, ein Franzose mit einer riesigen eingedr├╝ckten Boxernase antwortet: ÔÇ×Und welche Marke bitte“. Gela war platt, hat aber dann ihre Marke bekommen. Am n├Ąchsten Tag wollte ich es genau wissen und habe ebenfalls Tabak gekauft. Es stellte sich heraus, dass der Verk├Ąufer auch nur die g├Ąngigen Redewendungen beherrscht wie ich auch.

Das Wetter war den ganzen Tag sch├Ân sonnig. Wir machten bereits Pl├Ąne, da├č wir weiter nach S├╝den an die gro├čen Sandstr├Ąnde fahren. Wir wollten auch einmal im Meer schwimmen und uns am Strand eine Urlaubsbr├Ąune holen. Es kam jedoch ganz anders.

Die neuen Schlo├čherren

Vendredi 12.7.02, Abfahrt 10:30 Uhr nach Chenonceau ├╝ber Tours entlang der Loire.

In der Nacht wurden wir vom Regengeprassel wach. Der Regen h├Ârte auch am Morgen nicht auf. Was tun? Nach S├╝den zu fahren ist wahrscheinlich genau so zwecklos, wie hier den ganzen Tag im Wohnmobil zu verbringen. Wir entschlie├čen uns, dass Gela heute ihre Schlossbesichtigung bekommt. Das Schloss hatten wir aus dem Baedeker ausgesucht. Es war ca. 350 km von uns entfernt. Was tut man nicht alles um des Weibes Willen zufrieden zu stellen. Ich habe kurz die Wegepunkte aufgeschrieben, mit Gela durchgesprochen und dann ging’s auch schon los. Es lie├č sich gut an, wenn nur dieser Regen nicht gewesen w├Ąre. Den Scheibenwischer hatte ich wider aufgestellt. Jedesmal wenn es kritisch wurde oder wenn ein Schlagloch kam, verhakte sich das Gest├Ąnge und wir mussten sofort anhalten, weil wir blind nicht fahren konnten. Der Regen war zu stark. Meine Wut wurde immer gr├Â├čer und als wir uns in Saumur verfuhren, im Kreisverkehr fiel der Wischer aus, w├Ąre ich am liebsten sofort nach Hause gefahren. Der Scheibenwischer fiel nun alle 5 min aus und wir waren wieder mal verkehrt gefahren. Wir fanden einfach nicht die richtige Stra├če. Zuf├Ąllig sah ich das Hinweisschild Autobahn Tours. Ich wu├čte Tours liegt an der Strecke, jedoch wollten wir Tours s├╝dlich umfahren. Also rauf auf die Autobahn, kurzer Halt um den SW wieder zu reparieren und endlich konnten wir mal eine gr├Â├čere Strecke zur├╝cklegen. Ausfahrt Autobahn, Rechtskurve und nichts ging mehr. SW streikte. Jetzt reicht aber. Jacke an, Hut auf, Werkzeug raus und ich schraubte den rechten SW einfach ab. Der linke SW arbeitet nun einwandfrei. Trotz  der nun halben Sicht aus  der Scheibe fanden wir die n├Ąchste Autobahnauffahrt nicht. Wir fuhren deshalb einfach links der Loire entlang, denn sie musste uns zwangsl├Ąufig  nach Tours bringen. So kamen wir v├Âllig unvorbereitet von Norden  nach Tours rein. Keine vern├╝nftige Karte, keine Vorbereitung, Gela ÔÇ×schrei mich nicht so an“. Was war das sch├Ân lustig. Ich bin dann einfach nach Gef├╝hl gefahren, kam auch s├╝dlich von Tours raus und auch wieder rein. Leider. Ich wu├čte, da├č wir irgendwo nach Osten abbiegen mu├čten. An einer Ampel (diese gibt es in Frankreich auch noch) bin ich zu meinem Vordermann gespurtet und fragte ihn nach dem Weg. Ich habe ihn zwar nicht verstanden, jedoch soviel, dass er auch nach Briel wollte und uns f├╝hren will. Er fuhr dann so, da├č ich immer nachkam, wenn es n├Âtig war, wartete er jenseits der Ampel. Endlich ein Hinweis auf Briel, ich bedankte mich mit vielen Mercis und nach 7 Stunden Fahrt erreichten wir unser Schloss.

Inzwischen war es 16:30 und wir spurteten sofort los, um das Schlo├č zu besichtigen. Heinrich II schenkte das Schlo├č seiner M├Ątresse, die allerdings nach seinem Tod von seiner Frau Katharina von Medici, von dort verbannt wurde. Der Eintritt von 15 ÔéČ hat sich gelohnt. Wir f├╝hlten uns wie K├Ânig und K├Ânigin. Die anderen Touristen sahen wir als unsere Bediensteten. Sie folgten unseren Anweisungen jedoch nicht. Es lag nat├╝rlich wieder an  unserem schlechtem franz├Âsisch. Zum Schlu├č besichtigten wir noch ein Wachsfigurenkabinett. Hier nahm man uns nochmals ein paar Euro ab. Mit der k├Âniglichen Hoheit war es im WM vorbei, denn wir dinierten Spagetti alio olio (mit Knoblauch, ├ľl und Zwiebeln). 

Wo ist blo├č der Stellplatz?

Samedi 13.7.02, Abfahrt 9:15 Uhr nach Lisieux oder doch nach Deaville oder Honfleur, nein nach Fecamp.

Wir hatten vor bis nach Lisieux zu fahren und auf dem dortigen Stellplatz zu ├╝bernachten. Mittagspause machten wir in einem kleinen D├Ârfchen unmittelbar an einem Fluss. Im Stellplatzf├╝hrer ist er als h├╝bscher Platz beschrieben. Die Anreisestrecke und wie man den Platz findet, stammt von einer Frau. Ich kenne meine und h├Ątte vorgewarnt sein m├╝ssen. Frauen sehen nur was sie sehen wollen, aber vern├╝nftige Fahrhinweise? Ich suche die Schuld nat├╝rlich nur bei den Anderen. Eine Stunde suchten wir die Stadt kreuz und quer ab und gaben entnervt auf. In Deaville soll es ja auch sch├Ân sein. Das gleiche Spiel, hin und her, dann wieder nur f├╝r Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und jetzt fuhren wir in das ber├╝hmte Honfleur. Blo├č in die Stadt reingefahren bin ich nicht, denn nur bis 3,5 Tonnen. Was machen wir jetzt. Ich will mal wieder TV gucken, meint Gela. Also suchten wir einen Campingplatz aus und der n├Ąchste war halt in Fecamp. Dazu m├╝ssen wir wieder ├╝ber die Pont de la Normandie. Die ist wie bereits gesagt kostenpflichtig. Deshalb an der Zufahrt eine Schranke. 80 Cent kostet die Fahrt, blo├č wie zahle ich? Einen Schlitz f├╝r eine Karte gab es ja, aber was sollte ich reinstecken. Zuerst dr├╝ckte ich alle vom Autofenster aus erreichbaren Kn├Âpfe. Nichts tut sich, also ausgestiegen und n├Ąher ran. Jetzt erst sah ich unten am Fu├č der S├Ąule einen Korb mit sich drehenden Geldm├╝nzen. Aha, so geht das, schnell einen Euro rein geworfen, die Schranke ging auf und los ging es. Inzwischen war nach anf├Ąnglich d├╝sterem Wetter, ab H├Âhe Paris wider Sonnenschein. Auf der Autobahn h├Ârte ich auf meine Frau und als Belohnung sind wir eine Abfahrt zu fr├╝h raus. In Richtung Etretat nur schmale Str├Ą├čchen, Stress bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug und erm├╝det nach 450 km Autofahrt auf den Nationalrouten. Sie sind allerdings leicht zu fahren.

Letztendlich kamen wir in Fecamp an und folgten den Hinweisschildern zum Campingplatz. An der linken Hafenseite sahen wir den Platz gestaffelt im Hang liegen. O Weia, ab das man gut geht. Steil bergauf fahrend, an parkenden Autos mit geschlossenen Augen vorbei, wenn’s nicht laut wurde Augen wieder auf und endlich standen wir nach einigen Spitzkehren vorm Eingang. Der Platz wurde zu geteilt und wir fuhren an unsere Position ganz oben und unter B├Ąumen. Nichts war es mit TV-Gucken, daf├╝r eine sch├Âne Aussicht nach unten zum Strand. Wir kamen uns vor wie ein paar Bergziegen. Mir graute jetzt schon wieder vor der Abfahrt. Nun konnten wir auch mal grillen, denn auf Stellpl├Ątzen ist es ja eigentlich verboten. Vielleicht hier ja auch. Aber schaun mer mal.

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Jean Claude Pasqueri (ÔÇ×Baskje“)

Dimanche 14.7.02,  Ruhetag, sonnig und warm, kein Wind.

Morgens um 8:30 kommt der B├Ącker auf den Platz. Seine Baguette sind allerdings weniger gut. Trotzdem lieber diese Baguette als den Berg runter und wieder rauf um bessere zu holen. Um 11 Uhr machen wir einen Stadtbummel. Erst entlang der Au├čenmole mit seinem Strand und dann im Innenhafen. Die Flut str├Âmte in den Hafen.Im Wasser konnte man ganze Rudel von ca. 50 cm langen Fischen beobachten. Zwei Angler sitzen am Hafen und starren wie wir gebannt auf die Opfer. Die Fische waren allerdings schlauer, jedesmal wenn sie dem K├Âder auf ca. 10 cm nahe kamen, machten sie einen Schlenker drum herum. Einer hatte wohl schlechtere Augen, denn er kam mit seiner Schnauze bis unmittelbar an den K├Âder. Er erschrak f├Ârmlich, legte den R├╝ckw├Ąrtsgang ein und weg war er. Wir machten es uns leichter, kauften 2 Doraden und 2 Makrelen sowie vern├╝nftige Baguette. Zur├╝ck auf dem Berg kurze Siesta.

Danach spazierten wir oben auf dem H├╝gel in Richtung Etretat. Nach 2 km ging es pl├Âtzlich auf dem Radweg steil berg ab und wir kamen in ein kleines Tal mit einem kleinen Zugang zum Meer. Links und rechts kleine Ferienh├Ąuser an den H├Ąngen. Kinder spielten mit Baby-M├Âwen. Der Zugang zum Meer f├╝hrte ├╝ber eine Treppe in dem sich verengendem Tal zum Meer hinunter. Ein traumhaftes Panorama. Links Studenten beim Picknick, rechts eine Fam. mit Kindern und der Blick nach Fecamp. Bei der R├╝ckwanderung bergauf kam ich mit einem Franzosen ins Gespr├Ąch. Er begleitete uns, zusammen mit seinem Hund Rubl├Ą zu unserem WM. Wir luden ihn zum Kaffe und Kuchen ein und unterhielten uns. Auch das W├Ârterbuch war mit dabei. Er lud uns f├╝r ein paar Tage zu sich nach Hause ein. Er m├╝sse allerdings erst noch seine Frau fragen. Er kommt am Montag um 11 Uhr und holt uns ab. Diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen. Land und Leute, mein Traumziel, jetzt ganz nahe. Nachdem Jean Claude uns verlassen hatte, grillten wir unsere Fische und a├čen ger├Âstete Baguette mit Oliven├Âl betr├Ąufelt und mit Salz und Pfeffer gew├╝rzt. Abends hatten wir eine l├Ąngere Unterhaltung mit WM-Leuten aus Essen. Mit denen schauten wir uns auch das pr├Ąchtige Feuerwerk an, welches um 23 Uhr begann. Dieses mal war es aber nicht wegen uns, sondern der Nationalfeiertag am 14. Juli. Erst├╝rmung der Bastille und Beginn der Revolution. Wir freuten uns aber trotzdem riesig ├╝ber das Schauspiel.

Der Besuch bei Jean Claude

Lundi 15.7.02, Verlegung ├╝ber Hafen Fecamp nach ..(bleibt unbenannt), Wetter sonnig, kaum Wind.

Es wurde 11 Uhr, aber Jean Claude war nicht da. Der Platz mu├č allerdings bis 12 Uhr verlassen werden,onst ist eine neue ├ťbernachtung f├Ąllig. Also runter vom Platz, bezahlt, entsorgt und runter nach Fecamp. Wir stellten uns auf einen erst von uns am Vortag entdeckten Stellplatz am Hafen. Kaum standen wir, da war auch schon Jean Claude da und wir fuhren hinter ihm her zu seinem Haus in ..........

Seiner Frau gab ich die Hand und wollte das auch bei seiner sechsj├Ąhrigen Enkelin tun. Sie nahm sie jedoch nicht und stellte sich auf die Zehenspitzen und reckte mir ihren Mund entgegen. Jean kl├Ąrte mich auf, da├č ich ein Bise (K├╝├čchen) auf die Wange geben mu├č. Er gab mir Strom, seine Frau bot uns an unsere W├Ąsche zu waschen, sollten alles wie das unsrige betrachten. Nachmittags fuhr er uns zum Hafen. Hier war gerade ein Schiff eingelaufen das von der Hochseefischerei zur├╝ckkam. Die Seeleute flickten im Hafen die Netze f├╝r den n├Ąchsten Einsatz. Leider hatte ich meine Kamera vergessen. In den Netzen waren noch einige kleine Fische und Krebse. Die Familienangeh├Ârige nahmen ihre M├Ąnner in Empfang die Monate auf See waren. Alle schleppten gro├če Taschen mit Eis und Fischfilets mit nach Hause. Darauf hin sind wir zur Seefahrtskapelle auf der n├Ârdlichen Seite des Hafens hochgefahren. Innen viele Trauertafeln ├╝ber ertrunkene und vermisste Seeleute. Einige Schiffsmodelle konnten wir auch angucken. Er erz├Ąhlte uns, da├č sie fr├╝her vor der Fahrt barfu├č zur Kapelle hochgegangen sind, um f├╝r eine gl├╝ckliche Wiederkehr zu beten. Jean Clode ist selbst Seemann gewesen und sein ganzes Leben auf Fischdampfern zur See gefahren. Am Rand der Klippen begutachteten wir einige nicht gesprengte Bunker. Anschlie├čend fuhr er uns kreuz und quer durch das Hinterland. Da w├Ąre ich mit dem Auto bestimmt nicht hingekommen. Nachdem gingen wir in einem Supermarkt von Carrefour einkaufen. Eine K├Ąsetheke brachte uns mit ca. 25 m zum Staunen. Wir kauften f├╝r die n├Ąchsten Tage ein. Seine Enkelin taute jetzt so langsam auf. Sie hei├čt Montaine. (so ├Ąhnlich) Dem kleinen M├Ądchen reizte le grand nez rouge (meine gro├če rote Nase). Sie trieb es dann immer toller. Gela wird nun auch schon auf kleine M├Ądchen eifers├╝chtig. Abends ist er mit seiner Frau und mir nochmals an den Strand gefahren um ein bisschen spazieren zu gehen. Gela wollte ihren Fu├č schonen, der wieder dicker wurde.

La Muette (die M├Âwe) 

Mardi 16.7.02, Ruhetag bei Jean Claude 

Jetzt kommen wir so langsam zur Ruhe. Wir sind die ganze Strecke eigentlich viel zu schnell abgefahren.Das alte Lied, wie fr├╝her auf dem Campingplatz. Fahren viele ab, meint man, da├č man was verpa├čt oder anders gesagt, man bef├╝rchtet, da├č die anderen einem nichts mehr ├╝brig lassen. Uns viel au├čerdem auf, da├č viele Franzosen einen Hund besitzen und ihn auch frei laufen lassen. Bis jetzt sind wir noch keinem b├Âsartigen Hund begegnet. Selbst bei Sch├Ąferhunden  geht die Beschn├╝ffelei friedlich ab. Das w├╝rde ich mir bei deutschen Hunden nicht erlauben, meinen Hund frei zu einem anderen hin laufen lassen. Wenn ich mit Jean Claude unterwegs bin, h├Ąlt er immer wieder an, um ein kleines Schw├Ątzchen mit einem seiner vielen Bekannten zu machen. Selbst mit dem Brieftr├Ąger le Fakteur wird erstmal 10 min geplauscht. Man hat einfach Zeit. Nach unserem Mittagsschl├Ąfchen brachte uns Jean Claude zur Stadt und setzte uns vor dem Schifffahrtsmuseum ab. Er wollte uns um 18 Uhr an gleicher Stelle abholen, denn er mu├čte mit seinem Auto in die Werkstatt. In dem Museum besichtigten wir die Geschichte der franz├Âsischen Hochsee- und K├╝stenfischerei. Da nur Originalteile ausgestellt waren fanden wir es sehr interessant. Anschlie├čend marschierten wir zu einer Schnapsbrennerei. Es war das Palai Benedikt. Wieder eine Besichtigung. Diese hatte jedoch einen besonderen Wert. Wir sahen alte M├Âbel, ein Bischofszimmer, alte Figuren und die Herstellung des angeblich ber├╝hmten Lik├Ârs Benediktin. Er wird aus 27 einheimischen Kr├Ąutern nach geheimem Rezept dort produziert. Im Eintrittsgeld war eine Kostprobe enthalten. Der Lik├Âr mit Eis getrunken machte sofort ein warmes Gef├╝hl im Bauch. Ich h├Ątte noch ein paar vertragen, aber der Preis. Trotzdem haben wir einen Jahresvorrat gekauft. Jetzt sollte ein kleiner Stadtbummel mit anschlie├čendem Kaffe Trinken in einem Caffee erfolgen. Der Bummel wurde nach nicht ganz 10 min unterbrochen, weil ich pl├Âtzlich von oben mit Br├╝he und festen Stoffen geduscht wurde. Eine M├Âwe hoch oben auf einem Dach hatte mich angeschissen. Voll auf den Kopf, mein T-Shirt und meine Hose. Alles lachte. Ich nahm es gelassen hin. Gela kaufte eine Flasche Wasser und dann ging die W├Ąscherei an der Promenade los.

Um 6 Uhr  holte uns Jean p├╝nktlich ab und nach einer Kaffeerunde wurden wir zum Essen eingeladen. Da wir die Gepflogenheiten nicht kannten, langten wir beim Entree bereits kr├Ąftig zu. Wir wu├čten ja nicht, da├č da noch mehr kommen sollte. Das Entree bestand aus Tomaten. Fisch S├╝crime und So├če (Knoblauch, Oliven├Âl, Zwiebel und Senf). Das Hauptmen├╝ war Fisch, Petersilienkartoffeln, Brokolibrei und Creme Fraisch. Anschlie├čend Fromage und als Dessert Schokoladepudding. Dazu Cidre und Wein. Beim anschlie├čenden Kaffee Trinken schauten wir einen selbst gedrehten Film ├╝ber die Arbeit von Jean Claude an. Er war des ├Âfteren mitten unter Kabeljau und einmal neben einen gefangenen Wal zu sehen. Der Wal wurde ├╝brigens wieder ins Wasser zur├╝ck gebracht. Sehr interessant. Er erz├Ąhlte uns, da├č die Reise 5 Monate dauerte, die Arbeit 12 Std. mit anschlie├čendem Schlaf von 4 Std. Dann ging es wieder von neuem los. Das ganze 5 Monate. Oftmals bei klirrendem Frost, starkem Sturm und Schneefall. Pro min wurden 10 Fische von mehreren Seeleuten auf verschiedenen Stationen verarbeitet. Es ging etwa so: Der erste hing den Fisch auf und schlitzte den Bauch auf. Entnahm die Eingeweide und warf ihn weiter. Der n├Ąchste brach das Genick und warf weiter. Zum Schluss war nur noch Filet ├╝brig, da├č mit Eis (fr├╝her Salz) haltbar gemacht wurde. Die Verarbeitung hing nat├╝rlich auch vom gefangenen Fisch ab.

Le monsieur marche dans la merde

(Der Herr tritt in die Sch.....) 

Mercredi 17.7.02, Ruhetag mit Besichtigungen von Etretat 

Heute morgen wollten wir das Fischereischiff besichtigen. Leider war das ganze Schiff voll mit Arbeitern.Es wurde gestrichen, geh├Ąmmert einfach ein turbulentes Durcheinander. Wir durften es nicht betreten.Daf├╝r gingen Jean und ich in eine Bar und tranken Espresso und er spielte den grand Charmeur mit den Serviererinnen. ├ťberall kennt er Leute und ich jetzt fast alle Gassen der Stadt. Nachmittags fahren wir 7 (Jean, Montaine, Ehefrau, Rubl├Ą, Gela, Timmy und ich) mit seinem Wagen nach Etretat ├╝ber Y-Port. Y-Port ist ein kleiner vertr├Ąumter Hafen. Nach der Besichtigung der faszinierenden Klippen von Etretat trinken wir Kaffee in einer Bar. Gela bestellte sich Kaffee au lait und wir Espresso. Der Kaffee au lait schmeckt nach gar nichts. Zuviel Milch drin. Nun folgt ein kleiner Bummel durch die Stadt. Montaine geht hinter mir und ruft pl├Âtzlich“ Le Monsieur marche dans la merde“. Bis ich das ├╝bersetzt hatte war ich allerdings schon in den Hundekot getreten. Macht nichts. Es soll ja Gl├╝ck bringen. Aber das haben sie bei der M├Âwenkacke auch schon gesagt. Nach R├╝ckkehr, Fahrt in den Hafen um das Schiff an zu schauen. Der W├Ąchter l├Ą├čt uns auf das Schiff, denn Jean Claude kennt ihn ja auch gut. Der Geruch war am Anfang umwerfend aber man gew├Âhnt sich daran. Wir besahen uns das Logis der Mannschaft, die K├╝che, die Mensa, den Maschinenraum und die Br├╝cke. Auch die F├Ârderanlage der Fischverarbeitung wurde besichtigt. Ich selbst m├Âchte allerdings nicht hier arbeiten. Wenn, dann schon auf der Br├╝cke oder im Funkraum.

Heute Abend soll es Muscheln geben, die ich unter Anleitung mit zubereiten soll. Vorher raucht Monsieur nix, so nennt mich die Kleine eine Pfeife. Mein eigener mitgebrachter Tabak ist schon lange auf und ich versorge mich mit einheimischem Tabak. Ein f├╝rchterliches Kraut. Gegen Abend putzte ich und Genevi├ęve die Muscheln. Dann wurden sie mehrmals gewaschen und kamen in einen gro├čen Topf mit einigen Zutaten. Gela hatte den ersten Versuch. Das Bild sagt alles. F├╝r mich war es ein Erlebnis und ich verdr├╝ckte zwei gro├če Teller. Selbst die Br├╝he, in der sie gekocht wurden schmeckte lecker. Anschlie├čend wie ├╝blich die weiteren G├Ąnge. Beim Zusammensitzen kam das Gespr├Ąch auf ihre Probleme mit ihren ausl├Ąndischen Schmarotzern. Jean wurde richtig w├╝tend wenn er davon sprach. Mir geht es allerdings auch nicht besser. Die Araber (l├ arab) und die Schwarzen (l├ nuar) kann er auf den Tod nicht leiden. Die Franzosen m├╝ssen bereits ihre Schulen, ├Âffentliche Geb├Ąude vor dem Gesindel sch├╝tzen. Wie ich es verstanden habe, ist das in den gr├Â├čeren St├Ądten so.

Anmerkung: Dies soll keine Diskriminierung von Ausl├Ąndern sein. Aber der Zorn richtet sich nun mal gegen die Verursacher weil man gegen den eigentlich Schuldigen, n├Ąmlich den Staat, nichts ausrichten kann. Au├čerdem sind es Einzelne und man verallgemeinert halt immer. Ich bin keine Ausnahme.

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Der Abschied von Jean Clode 

Jeudi 18.7.02, Abschied und Fahrt nach St. Vallery, Abfahrt 10:30 Uhr. 

Nach dem Fr├╝hst├╝ck bekamen wir noch einige Rezepte f├╝r Mules und Langostinos.

F├╝r Mules Nr. 1

  • Muscheln putzen - Muscheln waschen - gro├čer Topf - Zwiebel schneiden - Pfeffer
  • Petersilie - alles in einen Topf geben und erhitzen bis die Muscheln aufgehen -
  • dazu Fritten - Creme Fraisch und Essig

F├╝r Mules Nr. 2

  • 1,5 kg Muscheln f├╝r 4 Personen - waschen - 25 cl Wei├čwein - 10 cl creme fraisch -
  • 2 Knoblauchzehen gehackt - 4 Chalotten gehackt - 2 Lorbeerbl├Ątter und eine Prise
  • Tymian. Das ganze vermischen und mit dem Wasser bei starker Hitze ( a feu vif)
  • 15 min kochen. A feu doux = schwache Hitze. Anschlie├čend mit Petersilie bestreuen
  • und mit einer Zitronenscheibe servieren.

F├╝r Langostinos Topf - Wasser - grobes Salz - Thymian - Lorbeer und Zwiebel - 15 min kochen - abk├╝hlen und mit Majon├Ąse servieren. Wir haben es ausprobiert. Schmeckt gut.

Nachdem wir noch Wasser aufgef├╝llt hatten fuhren wir los. Jean fuhr vorneweg und brachte uns auf die richtige Stra├če. Zuvor hatten wir uns nat├╝rlich von seiner Frau und Montaine sowie Rubl├Ą verabschiedet und sie zu einem Gegenbesuch eingeladen. Die Fahrt nach St. Vallery ging par la Cote (immer an der K├╝ste entlang). Bereits um 11:30 ergatterten wir einen freien Stellplatz und sonnten uns dann zum ersten mal am Strand. Es war einfach sch├Ân. Ein lauer Wind, das Rauschen der Wellen und das M├Âwengekreische hoch ├╝ber uns an den Steilw├Ąnden. Die Klippen geben das Wellenrauschen als Echo in leicht ver├Ąnderter Form wieder. Die M├Âwen verschonten mich nun auch. Nun wo ich den Satz ÔÇ× La Muette schies en ma tete“ drauf habe, brauche ich ihn nicht mehr. Zum Kaffee Trinken verw├Âhnten wir uns mit leckerem Geb├Ąck. Als Abendessen gab es heute leider kein mehr g├Ąngiges Men├╝, sondern nur Kotelett, Pilze und Gurkensalat. Abends frischte der Wind stark auf und wurde kalt so da├č wir uns ins WM zur├╝ckziehen mussten. Beim Kaffe Trinken belauschte ich ein Gespr├Ąch zwischen einem Holl├Ąnder und einem Belgier in Platt ├╝ber die Deutschen. Ja die Deutschen m├╝ssen alles gr├Â├čer, besser und st├Ąrker haben. Er spielte damit auf unser WM an, das nun mal fast doppelt so lang war als die ihrigen. Den Holl├Ąnder, einem Lehrer aus Groningen konnte ich dann etwas beruhigen. Ich zeigte ihm einfach die Rostverzierungen und kl├Ąrte ihn ├╝ber unser betagtes WM auf. 

Napoleons Rache 

Vendredi und Samedi 19. und 20.7.02, Ruhetage mit gutem Wetter und Sonnenschein. 

Am Samstagmorgen machten wir einen Marktbummel. An einem Verkaufsstand konnte Gela nicht widerstehen und mu├čte ein Armband kaufen. Ich wei├č gar nicht, was sie mit dem Ding will. Kleine Schw├Ątzchen mit unserem Holl├Ąnder links und dem Belgier rechts f├╝llten den Tag aus. Den Nachmittag verbrachte ich alleine am Strand. Gela war bockig. Am Sonntag machten wir eine Fahrradtour in das St├Ądtchen. Erst ging es an einem Circus vorbei und dann zu einer alten Kirche. Auf der R├╝ckseite kann man farbige Bleiglasfenster bewundern. Bei der R├╝ckkehr hielten wir bei einem Kebab-Stand an. Holen wir uns zwei Portionen, dann brauchen wir nicht zu kochen. Den Grillstand h├Ątten sie in Deutschland nach 2 Stunden bereits geschlossen wegen der Sauberkeit. Die Portionen waren aber schon bestellt. Nachdem noch ein gro├čer Hund durch die K├╝che spaziert war, verzichteten wir auf die So├če und lie├čen einpacken zum Mitnehmen. Mir schmeckte meine Portion. Gela gab eine H├Ąlfte an Timmy ab. Sie ist halt keine Tierfreundin. Nun tauchte auch noch ein Bauer auf, der Cidre verkaufen wollte. Er ging allerdings nur zu Autos mit franz├Âsischen Nummernschildern. Aus Neugierde der Mitleid kaufte ich eine Flasche ab. Es war eine alte Weinflasche, das Etikett war noch am Flaschenhals und ein neues schlampig gemachtes Computeretikett prangte vorne. Ihn soll es am Abend zu unseren Langostinos geben. Auf den Geschmack bin ich sehr gespannt.

Inzwischen bew├Âlkte es sich und die ersten Tropfen fielen. Also, wenn die Sonne scheint, dann raus, denn in 2 Std. kann es schon wieder anders sein. Ca 100 m weiter, im f├╝r WM gesperrten Bereich, kampierten seit 3 Tagen ein Paar mit kleinem Kind in einem VW-Bus. Sie kamen aus K.......... Offensichtlich hatten sie keine Toilette dabei, denn ich sah sie, wie sie sich auszog, am Wegrand hinsetzte, ihr Gesch├Ąft verrichtete und sich wieder anzog. Es st├Ârte sie kein bi├čchen, da├č ich in der N├Ąhe stand und krampfhaft versuchte, es nicht zu sehen. Als sie endlich abgehauen sind, roch es s├╝├člich in der ganzen Gegend, in der sie gestanden sind. Diese Leute sind schuld, wenn es in den n├Ąchsten Jahren zu immer mehr Einschr├Ąnkungen kommen wird. Abends kochte ich dann die Langostinis. Ein Festessen. Den Cidre haben wir aber gleich ausgespuckt, denn er ├╝bertraf an Scheu├člichkeit, alles, was ich bis jetzt getrunken habe, Nachts ereilte uns dann Napoleons Rache. Es konnte nur vom Kepab kommen, weil es Timmy ebenfalls schlecht ging. Allerdings kotzte er nur in der Gegend rum.

Ein Anglerparadies? 

Dimanche 21.7.02, Abfahrt 09 Uhr nach Dieppe, Ankunft 09:45 Uhr. 

Es weht ein kalter Wind und es ist bew├Âlkt als wir von Dieppe abfuhren Nach einer kurzen Fahrtzeit und ohne uns verfahren zu haben, kommen wir in Dieppe auf dem Stellplatz an. Der richtige Stellplatz w├Ąre eigentlich jenseits der Stra├če auf einer Wiese und vor einer Steilwand. Doch der Reiz, unmittelbar an der Kaimauer zu stehen , l├Ą├čt uns den  Platz an der Mauer nehmen. Im F├╝hrerhaus sitzend, k├Ânnen dem Treiben auf dem Wasser und den Anglern links und rechts, zuschauen. Da gerade ablaufend Wasser ist, fahren eine Unmenge an Sportbooten ins Meer hinaus. Gela ist bereits drau├čen und putzt die Autofenster, damit wir besser sehen k├Ânnen. H├Ątte ich doch nur eine Angel dabei. Mittags machen wir wie ├╝blich einen Stadtbummel. Wo ist der B├Ącker und wo gibt es was umsonst. Im Sporthafen eine Mega -Yacht. Eine Gruppe von 4 Leuten sitzt vorne und diniert. Ich frage mich, wenn ich soviel Geld f├╝r ein Schiff habe, warum muss ich dann noch selbst kochen wenn zudem rings um den Hafen Dutzende von Restaurants sind. Aber im Lokal ist man halt nur einer von vielen, w├Ąhrend man auf einem 3 Millionen ÔéČ Schiff der Kr├Âsus ist. Es ist kein Neid von mir, sondern nur eine ├ťberlegung. Es gibt ja auch viele WM-Fahrer die erst abends auf den Platz gehen und um 7 Uhr schon wieder verschwinden um ein paar Euro zu sparen. Vielleicht m├╝ssen die das ja auch wenn man ein Auto mit 100.000 ÔéČ abbezahlen mu├č.

Am Hafen pl├Âtzlich ein Gescheppere. Emp├Ârte Rufe von Leuten, die auf ihren Booten sitzen. Ein Alki, ├╝brigens den ersten den ich in France sah, hatte eine Weinflasche auf die Boote geworfen. Eine zweite versteckte er schnell in einem Papierkorb. Er wurde sofort von einem Ehepaar angemacht und zur Ordnung gemahnt. Das gibt es bei uns nicht mehr, denn der Richter w├╝rde wahrscheinlich den Ermahner bestrafen wenn derjenige den Vorfall ├╝berhaupt ├╝berleben w├╝rde. Am westlichen Strand fand gerade ein Pferdeturnier statt.

Heute war ein ganz besonderer Tag. Wir hatten den Eindruck, dass die Franzosen entweder im Restaurant sitzen, oder neben ihren Autos picknickten. In einzelnen Restaurants waren Musikgruppen zur Unterhaltung der G├Ąste angestellt. Als wir um 14:00 zum WM zur├╝ckkamen, hatten es sich die Angler richtig gem├╝tlich gemacht. Campingtische, St├╝hle und alle waren dabei, ihre Baguettes zu vertilgen. Nach unserem Kaffee Trinken erkundeten wir den ├Âstlichen Strand. Hier kann man tags├╝ber auch mit dem WM stehen. Am Ufer liegen noch Adis alte Panzersperren. Gott sei Dank werden sie nicht mehr gebraucht. Mir ist es sowie so unbegreiflich, wie man ein so gro├čes Land besetzten konnte und auch noch verteidigen wollte. Das bringt mich zum n├Ąchsten Thema. Eine Stollenbesichtigung. Hier sind nat├╝rlich auch sehr viele Bunker und Stollen. Die meisten jedenfalls zugemauert. Einen aufgebrochenen habe ich ein St├╝ck weit untersucht. Wenn ich eine Taschenlampe gehabt h├Ątte, w├Ąre ich trotz des Unrates auf dem Boden ganz weit eingedrungen. Anschlie├čend versuchte ich ein Gespr├Ąch mit einem Alemannen anzufangen.Trotz seines Zopfes kam bei mir keine rechte Freude auf, denn ich merkte recht schnell seine politische Farbe, Dies war f├╝r mich wie eine Kriegserkl├Ąrung. Ich hatte es in letzter Zeit nach M├Âglichkeit vermieden, neben einem Landsmann zu stehen.

Ich  vermisse einfach Freundlichkeit ohne Hintergedanken Der Belgier von St. Valery kam sofort zu uns, als er uns entdeckte. Er stand auf dem anderen Platz. Also d├╝rfte es nicht an uns liegen, da├č so gar kein Spa├č aufkommt. Das einzige mal, da wir mit Anderen einen zischen wollten, habe ich versagt, weil ich Knatsch mit Gela bekam und somit keine Lust zur Heiterkeit bzw. einem Rausch hatte. Davon sp├Ąter.

Zwei Fl├╝chtlinge 

Lundi 22.7.02 

Inzwischen haben wir unsere Baguett-Kenntnisse etwas verfeinert. Zur Zeit bringe ich immer noch ein Baguett anciem mit. Dieses Brot schmeckt wie frisches Bauernschwarzbrot. Es ist aber wei├č und hat einen leicht s├Ąuerlichen Geschmack. Heute ist es uns zum ersten mal passiert, da├č die Besatzung von sich aus auf uns zu kam um ein Gespr├Ąch zu beginnen. Da sie, wie auch Gela aus der DDR gefl├╝chtet war, hatten die Beiden genug Gespr├Ąchsstoff. Nachmittags lud ich ein franz├Âzisches ├Ąlteres Ehepaar zum Kaffee und Kuchen ein.Sie waren mit ihrem Enkel beim Angeln. Ich hatte zuvor schon einige S├Ątze mit Ihnen gewechselt. Er hatte auch ein paar W├Ârter in Deutsch drauf. Z.B. Arbeit. Dem Jungen gab ich eine Cola. Die zwei Alten hatten richtig Spa├č und bedankten sich ├╝berschwenglich, als sie sp├Ąter  abfuhren. Ansonsten sitzen wir auf unseren Liegest├╝hlen an der Kaimauer und lassen die Seele baumeln. Um 16 Uhr kamen noch zwei Angler. Dies waren recht harte Kerle. Sie angelten die ganze Nacht durch. Am Morgen hatten sie 3 kleine Fische gefangen.

Mardi 23.7.02, Abfahrt 9:30 Uhr nach Le Tr├ęport. 

Das Wetter wurde kalt und der Himmel war bedeckt. Deshalb zog es uns nach La Tr├ęport.Denn dort gibt es Strom. Gela  mu├č mal wieder TV gucken. Mit den gegen├╝ber stehenden  WM-Fahrern aus Paderborn laberten wir ├╝ber 2 Stunden. Abends wollten wir einen zusammen trinken. Wie bereits erw├Ąhnt, wurde daraus nichts. Wir hatten Karten gespielt und weil Gela ├╝berhaupt keinen Stich machen  konnte, wurde sie b├Âse. Der Tag war dann gelaufen. Nun war mir klar, da├č es jetzt reicht. Morgen fahren wir weiter nach Norden um in einem Rutsch nach Hause fahren zu k├Ânnen.

Bunker z├Ąhlen 

Mecredi  24.7.02, Abfahrt 09:30 Uhr Richtung Bologne s├╝r mer. 

Wir sind bei Regen abgefahren und um 12:00 bei Sonnenschein angekommen. Der Platz liegt in einem Vorort von Bologne und hei├čt Les Portas. Man steht an einer Mauer am Sportplatz und hat 3 min Fu├čweg zum Supermarkt und 5 min Fu├čweg  runter zum Strand. Erst mal zum Einkaufen. Kaum waren wir drin, gingen auch schon die Lichter aus, denn um die Mittagszeit schlie├čen die Superm├Ąrkte auch. Nun ging es runter zum Strand. Reiner Sandstrand. An den H├Ąngen jede Menge Bunker. Als ich einen Bunker inspizierte, meinte ich einen Franzosen sagen h├Âren: Guck dir doch mal die Deutschen an. Das erste was die Deutschen am Strand machen, ist, da├č sie die Bunker suchen und nachz├Ąhlen ob sie noch alle da sind. Vielleicht habe ich mir das ja auch nur eingebildet. Inzwischen passiert es mir manchmal, da├č mich Franzosen nach dem richtigen Weg fragen. Aber so gut bin ich dann doch nicht, da├č ich ihnen helfen k├Ânnte. Bin selber froh, wenn wir wieder nach Hause finden. Wenn es nach Timmy geht, w├╝rden wir allerdings hier bleiben. Er legt sich in jede Pisse rein und schn├╝ffelt wie wenn es um sein Leben ginge. Zur├╝ck ergab sich ein Gespr├Ąch mit einem Belgier. Er sprach ganz gut deutsch. Es dauerte nicht lange, dann sprach er von ihrem Problem mit den Ausl├Ąndern Es ist also ├╝berall das gleiche Problem. Das Volk will was ganz anderes, aber die Politiker  machen was sie wollen. Nachmittags bot mir eine ├Ąltere Franz├Âsin an, uns an ihr Stromkabel an zu schlie├čen. Es gab nur 3 Steckdosen. Gerne nahm ich an. Sie hatten den S├╝den Deutschlands schon bereist erz├Ąhlte sie mir. Wenn man auch nur ein bi├čchen franz├Âsisch spricht, tauen die Franzosen sofort auf und man staunt ├╝ber ihren Charme.

Ein netter Franzose 

Jeudi 25.7.02 letzter Ruhetag. 

Die Sonne scheint heute bereits am Morgen. Es ist einfach sch├Ân.Vormittags machen wir mit dem Fahrrad eine Rundfahrt durch das St├Ądtchen. Nach R├╝ckkehr kommt ein schon von weitem winkender Franzose und  strahlt ├╝ber das ganze Gesicht. Ich denke, was ist das denn, habe ich im Lotto gewonnen? Er sagt wir Franzosen haben die Deutschen gerne. Nous adoro les allemandes. Er spricht franz├Âsich, aber immer wenn ich es nicht gleich verstehe, wiederholt er den Satz in Deutsch. Jetzt bin ich auch mal platt. Er ist Rentner und war von der Firma aus, ├Âfters in Deutschland. Anschlie├čend ein Mittagsschl├Ąfchen, dann Kaffe und ab zum Strand. Ein letztes Sonnenbad am Atlantik.

Das verdammte Groningen 

Vendrendi 26.7.02,  R├╝ckkehr Abfahrt 8:45 Uhr. 

Morgens ein schnelles Fr├╝hst├╝ck, Entsorgung, alles Wasser raus und ab geht die Post. Wir sind extra fr├╝h losgefahren weil wir in Holland, auf der Autobahn beim Fahren gem├╝tlich Kaffee Trinken und Kuchen essen wollten. Das hat ja dann auch wunderbar geklappt, denn stundenlang ging es nur im Schritt Tempo voran. Groningen brachte dann jedoch den H├Âhepunkt der Reise. Letztes Jahr habe ich Groningen schon verw├╝nscht und ich h├Ątte nicht geklaubt, da├č die Leute in einem Jahr nicht f├Ąhig sind, vern├╝nftige Schilder auf zu stellen.

Ich sah das Hinweisschild nach Deutschland. Man hatte jedoch mit Warnbaken abgesperrt. Wie letztes Jahr auch. Ich konnte es nicht wagen, diese gesperrte Abfahrt einfach zu benutzen. Au├čerdem h├Ątte ich bestimmt eine Warnbake umgefahren. Also weiter. Dann Umleitungsschild nach Delfzill. Klasse von da k├Ânnen wir uns wieder zur├╝ck man├Âvrieren. Delfzill links ab sagt Gela. Also Blinker raus, links eingeordnet und o Schreck, diese Auffahrt ist auch gesperrt. Dann fahren wir eben nach Gef├╝hl und entsprechend der Sonne. Erst mal nach S├╝den und dann irgendwie links ab und zur├╝ck nach Norden. Aber es kommt keine Stra├če nach links. Gela schreit: Mensch du f├Ąhrst ja wieder nach Assen. Man, wir  sind doch nicht auf der Autobahn, beruhige dich, verdammt noch mal. Ein Autofahrer aus Leer stand rechts und studierte eine Hinweistafel. F├╝r mich keine M├Âglichkeit zum Halten. Ich muss doch richtig sein. Gela, wir fahren ├╝ber ein Bahngleis, wo ist das? Find i net. Gela Abzweigung zum Waterhuus. Find ich doch net. Ein Mercedes aus Leer biegt ein St├╝ck vor uns rechts ab, mein Gef├╝hl sagt mir, links zum Waterhuus. Wir fahren ihm also nach und nach kurzer Strecke kommt er schon zur├╝ck und gibt Zeichen zum Wenden. Im n├Ąchsten Kreisverkehr gewendet und nach einigen Unsicherheiten endlich die Autobahn gefunden. Inzwischen schmerzte mich mein rechtes Knie derma├čen (vom vielen Bremsen), dass wir, kaum  das wir die Grenze passiert hatten, anhielten und ich eine halbe Stunde auf und ab ging. Als der Schmerz vorbei war setzten wir unsere Heimreise fort, die wir dann um 19:00 und nach exakt 4.000 km beendeten. 

Anmerkung:

  • Ich habe dies so geschrieben, wie ich es wahrgenommen habe.
  • Ich will bestimmt nicht ├╝ber Andere urteilen, denn ich habe genug mit meinen Fehlern zu tun.
  • Kritik an der Rechtschreibung und Grammatik ist zwecklos, denn ich lerne es bestimmt nicht mehr.
  • Ich habe versucht, mit diesem Reisebericht einen anderen Weg als ├╝blich zu gehen.
  • Entweder bin ich nur an Information interessiert, dann brauche ich eine tabellarische Aufstellung ├╝ber; Anfahrt; Versorgung; Kosten; Sehensw├╝rdigkeiten, oder ich will mitreisen.
  • Das Letztere war mein Anliegen. 

Meine Empfehlung an die zuk├╝nftigen Frankreichfahrer. Karte in Frankreich kaufen (Michelin) und etwas franz├Âsich lernen.

Helmut Lang - Aurich Homepage

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