Banner_2_Reisemobil-fahren.de

Tions - Naxus 

Es ging weiter, um 11:45 Uhr nahmen wir die Fähre für 101 Euro nach Naxus.

100aufEWS

Zwischenstation war Mykonos, etwas verrufen als “Partyinsel”. Ein Kreuzfahrerschiff ankerte vor der Stadt. Vom Schiff aus sah die Insel nicht reizvoller aus, als die anderen Inseln, die wir bisher gesehen hatten.

P1020195

Bald erreichten wir Naxos, die größte Insel der Kykladen. Naxos spielte in der minoisch-griechischen Mythologie eine bedeutsame Rolle. Denn hier soll Göttervater Zeus seine Kindheit verbracht haben. Die ältesten Funde auf Naxus lassen sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. In der langen Geschichte erfolgten viele Machtwechsel, 1830 wurde die Insel dem griechischen Staat angeschlossen. 

Naxos Stadt bietet mit dem Felsentor und der venezianischen Burg schon bei der Einfahrt einen faszinierenden Anblick, weiße Schachtelhäuser bilden einen Kontrast zu den braunen Bergmassiven im Hintergrund. Schnell waren wir nach dem Ausschiffen an den endlos langen Sandstränden südlich der Stadt. Der Campingplatz Plaka war für unserer hohes Mobil nicht geeigent, der Campingplatz Maragas direkt an der Strandstraße liegt ein wenig schöner und bietet für Reisemobile besser Platz. Was auch sieben weitere Reisemobilbesatzungen so empfanden, vom VW Campingbus bis zum großen Alkovenmobil von PhoeniX. Die Gebühr beträgt 18 Euro ohne Strom, 10% Rabatt in der benachbarten großen Großtaverne „Manolis“ am Strand inklusive. Das Essen der Taverne war soweit in Ordnung, etwas lieblose Bedienung, durchorganisiert mit Bestellung per Smartphone. Aber in der ersten Reihe direkt am Strand sitzend den Sonnenuntergang zu bewundern, da rückte alles andere in den Hintergrund.

IMG-20160912-WA0003

Naxos Stadt

Direkt vor dem Campingplatz fuhr halbstündlich ein Bus bis in den späten Abend nach Naxus Stadt, eine Fahrt kostete 2 Euro pro Person. Zunächst Geschichte pur, das gewaltige Marmortor bildete mal den Eingang zu einem Tempel und steht auf einer Halbinsel seit gut 2.500 Jahren.

P1020208

Zu erreichen über eine Mole, wo sich die Wellen wegen dem starken Wind brachen. Da hieß es aufgepasst und die richtige Lücke abwarten.

P1020202

Bald schlenderte wir durch ein Gewirr von Treppengässchen, überwölbten Passagen mit etlichen Lädchen. Im Bereich des Kastro hat sich sogar eine katholische Kirche aus venezianischer Zeit erhalten.

P1020213

P1020216

P1020221

P1020218

Wo führte nur diese Treppe ehemals hin?

P1020225

P1020229

P1020232

Hier einen Blick in ein schönes Restaurant:

P1020245

P1020226

Die Familientaverne „Boularmatsis“ liegt in der ersten Etage mit weitem Blick über den Hafen, der Eingang ist “hintenherrum” über eine Quergasse zu erreichen. Gutes Essen, nette Bedienung und preislich angemessen bei guten Portionen, ein prima Tipp aus dem Reiseführer. Wir schlenderten nach dem Essen noch an den vielen großen Tavernen an der Hafenpromenade vorbei, etliche einladende Ansprachen (wir hassen es...) konnten uns nicht mehr erreichen. Der Abend, oder war es am frühem Morgen, endete vor dem Mobil mit unseren netten Nachbarn. 

Rundfahrt Naxos

Eine Rundfahrt über einen Teil der Insel stand auf dem Plan. Der Campingplatz wurde bezahlt, falls wir eine freie Übernachtungsmöglichkeit Bucht fanden. Das lief nicht optimal ab, wir haben die falschen Straßen erwischt, zweimal mussten wir mit viel gekurbel wenden, weil unser Gefährt nicht weiter kam. An einer engen Landstraße rasselte uns ein Lkw mit Container entgegen, auf Zentimeter mussten beide Fahrzeuge rangieren. Eigentlich wollten wir über einen Umweg die unvollendeten Kouroi (nackte Jünglinge) bewundern, die in den Steinbrüchen liegen geblieben sind. Aber die Lust sich weiter durch die Straßen zu quälen sank, so standen wir leicht frustriert am späten Nachmittag wieder auf dem Campingplatz, unsere netten Nachbarn begrüßten uns freundig.

P1020250

Nach einem Faulenzertag ein weiterer Anlauf, diesmal sind wir mit einem neuwertigen Fiat Panda (24 Stunden 35 Euro) rund 150 Kilometer über die herrliche Insel gekurvt, im wahrsten Sinne des Wortes.

P1020345

Jetzt haben wir sie gesehen, die drei gut erhaltenen Jünglingsstaturen, die in den alten Marmorbrüchen seit Jahrtausenden unvollendet ruhen. Wilde Küsten im Inselnorden, viele Berge und kleine schön anzusehende Orte, manche mit dem Reisemobil unerreichbar.

P1020259

P1020261

P1020265

Ehemaliger Marmorabbau

P1020264

P1020270

P1020290

P1020296

Diese “Speisenkarten” kann jeder lesen. Beeindruckend der elf Meter lange antike Monumentalkoloss bei Apollonas.

P1020288

P1020304

P1020308

P1020312

Karge Pilgerzellen

P1020310

Schwein und Huhn vertrugen sich gut

P1020315

P1020319

P1020324

P1020329

P1020339

Ein erlebnisreicher Tag, viele wunderbare Eindrücke, die hier nicht detaliert beschrieben werden. Der kleine Fiat wurde am nächsten Tag problemlos vom Campingplatz abgeholt.

Die weiteren Tage vergingen in entspannter Ruhe, viel lesen, im Meer schwimmen und am Abend eine der vielen Tavernen besuchen, natürlich auch wieder „Boularmatsis“ in Naxus Stadt. Unsere spielfreudigen Nachbarn brachten uns ein neues Würfelspiel bei, einige gemütliche Abende konnten wir so gemeinsam verbringen. Das Wetter war sonnig, die Temperaturen mit 25 bis 28 Grad angenehm. Ein Morgen mal einige Wolken, einmal nachts ein entferntes Gewitter mit einem kurzem heftigen Regenguss. Klasse , das Mobil, insbesondere das Dach, sah wie nach einer Saharadurchquerung aus. Da musste der Pilot dem Mobil aufs Dach steigen...   

Sollen wir oder nicht, eine „One Day Cruise” von 9:00 bis 19:00 Uhr nach Mykonos und Delos buchen? Nicht die 50 Euro pro Person haben uns abgehalten, auch die Wetterprognose an dem geplanten Tag, viel Wind war vorausgesagt. Also doch nicht drei Stunden auf einem unbewohnten Felseneiland, mit einer rund 3.000 Jahre alten Geschichte, in einem Trümmerfeld herumlaufen. Aber jetzt haben wir die berühmte Löwenterrasse verpasst... 3 ¼ Stunden Aufenthalt in Mykonos und durch die sicherlich interessanten Gassen laufen, war dann auch entfallen.

Der letzte Tag auf dem Campingplatz, war auch der letzte Tag für unsere netten Nachbarn aus Heidelberg, die weiter auf die Peloponnes fuhren. Uns bescherte dieser Tag Ameisenstraßen im Mobil, die kleinen Viecher tauchten an verschiedenen Stellen auf. Ein Insektenspray musste mehrmals eingesetzt werden, noch einige Tage später tauchte das eine oder andere Exemplar auf. Siehste Bernd, sagte mein Nachbar, deswegen habe ich Backpulver um die Reifen gestreut. Ja schon, aber in den letzten über 20 Jahren ist uns das nicht passiert...

Die gesamte strandnahe Anlage des Campingplatzes Maragas mit Apartments und Studios verursachte immer wieder gewissen Verkehr, von Mopeds und Autos, oft schon am frühen Morgen. Auch der nahe gelegene Parkplatz des kleinen Supermarktes oder der Verkehr auf der Strandstraße war zu hören. Dennoch sind wir insgesamt 10 Nächte geblieben.

Das bezahlen auf dem Campingplatz erwies sich als kompliziert, zunächst wies die Rechnung Strom aus (Big Camper 3,50 Euro pro Tag), dann war ein Tag zu viel berechnet . Das führte dazu, das von der Kreditkarte zu viel abgebucht wurde, ein Tag Gebühr in Höhe von 18 Euro wurde in bar ausgezahlt. Die Holländerin an der Rezeption, die auch gut deutsch sprach, meinte, ich soll das nächste mal nicht so früh zur Abrechnung kommen, es war kurz nach 8 Uhr...

Nach oben

Zurück

Weiter   

 

Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt