Banner_2_Reisemobil-fahren.de

Paros

Nach elf Tagen Aufenthalt auf Naxus nahmen wir die Fähre „Naxus“ der Blue Star Ferries für 65 Euro um 9:30 Uhr nach Paros. Auf der Fähre, die weiter nach Piräus fuhr, wurden wir rückwärts in einen langen Gang eingewiesen, dort standen wir eigentlich gut. Unverständlicherweise wurden wir wieder heraus gewunken, direkt neben den vielen Gepäckstücken des „Fußvolkes“ eingewiesen. Nach einer Stunde Fahrt im Hafen von Paros (Parikia) angekommen, drängelten sich die Leute zu ihrem Gepäck. Prompt hat ein irgendein Depp einen ca. 30 cm langen Schrammen (Rucksack?) in den Lack gekratzt, leider erst auf dem Campingplatz gesehen. Völlig auspolieren ließ sich das „Andenken“ nicht. Die erste Schramme am neuen Mobil tut ja bekanntermaßen am meisten weh, dann noch nicht einmal selbst gemacht!

Paros hat eine lange Geschichte, bereits seit dem 4. Jahrtausend vor Christi war die Insel besiedelt. Mehrfache Machtwechsel erlebten die Einwohner, bis die Insel 1830 in den griechischen Staat eingegliedert wurde.

P1020350

Der Campingplatz Koula, nur durch die Straße vom Meer getrennt, ist nur rund 700 Meter vom Hafen entfernt, ideal für weitere Schiffsausflüge. Das bis auf wenige Zelte leere Gelände wirkte ein wenig trostlos, nur ein (!) Platz war für unser Reisemobil wegen der Höhe geeignet. Schatten spendende Matten und niedrige Bäume ließen keine andere Möglichkeit zu. Die Gebühr betrug freundliche 15 Euro mit Strom und Internet, ohne Strom wollte man den Platz nicht anbieten. 

P1020359

In einem der vielen Ticketsbüros wollten wir ein Schiff für einen Ausflug nach Santorini buchen, Pustekuchen, die nächsten zwei Tage wurde gestreikt. Na denn, dann machen wir zunächst die eh geplante Rundfahrt über die Insel. Am Abend eroberten wir die attraktive Altstadt, viele Gassen und etliche Geschäft, vom Schmuck bis Leder.

P1020352

Immerhin, die Fahne der EU war gehießt.

P1020354

Das Fremdenverkehrsbüro war nett untergebracht.

P1020355

P1020356

Im „Apollon Garden“, in den Gemäuern einer alten Ölmühle wurden wir verpflegt, abseits von den zahllosen Tavernen an der Uferstraße. Die Sitzplätze sind in einem hübsch gestalteten Innenhof, nett dekoriert, die schon etwas ältere englisch sprechende Chefin war sehr aufmerksam, die Fischplatte war ausgezeichnet.

P1020361

Naoussa

Am Morgen Wasser aufgefüllt, die noch fast leere Toilette und eimerweise Abwasser entleert. Bald fuhren wir in das nur 8 Kilometer entfernte Naoussa. Einige Wolken zogen auf, wenige Tropfen Regen fielen. Der „Campingplatz Naoussa“ war verwaist, machte einen etwas ungepflegten Eindruck und liegt weit ab vom Ort. Auf einem großen asphaltierten Parkplatz am Rande der Stadt fanden wir Platz, den wir auch für die Nacht nutzen können. Zunächst den letzten Regenschauer des Tages abgewartet, dann los und die wunderschöne Stadt besichtigt. Der idyllische mit Marmor gepflasterte alte Fischerhafen gilt als einer der attraktivsten Anblicke der Kykladen. Viele Fischerboote und zahlreiche (etwas teurere) Tavernen sorgen für eine anheimelnde Atmosphäre.

P1020368

P1020365

P1020369

P1020371

Der ausgedehnte Bummel durch die engen, teilweise überwölbten Gassen der Altstadt, mit Tavernen und kleinen Geschäften war eine Augenweide.

P1020372

P1020382

Für den Autor fand ein Hut einen neuen Besitzer. Im Hafenbecken jammerte eine Katze jämmerlich, sie saß zwischen einem Boot in einer Lücke an der Kaimauer und kam nicht mehr hoch. Einige Touristen sorgten sich um das Tier, das nach einem missglückten Sprung ins Wasser plumpste. Ein Grieche nahm eine Gemüsekiste aus Plastik und rettete die Katze nach einigen versuchen. Ob das auch ohne die zuschauenden sorgenvollen Touristen passiert wäre? 

Für den Abend suchten wir eine Einkehrmöglichkeit abseits des Trubels. Auch diesmal half ein Tipp aus dem Reiseführer, östlich vom alten Hafenbecken, die „Ouzeri Mitsis“, direkt am kiesigen Strand sprach uns an. Wir schlürften entspannt einen Kaffee, Internet inklusive.

P1020375

Am Abend herrschte ein kräftiger Wind, die Terrasse war mit durchsichtigem Windschutz versehen. Das Essen war so weit in Ordnung, die Bedienung von der Saison spürbar abgeschlafft und nur mäßig freundlich. Eigentlich wollten wir 1 1/2 Liter offenen Wein mitnehmen, aber auch „außer Haus“ wollte man den Preis der Karte haben, 15 Euro, nein Danke. In einem Lädchen in den anheimelnden Gassen war der Wein erheblich günstiger. Die Nacht auf dem Parkplatz war ruhig, nach einem gemütlichen Frühstück wurde der Diesel angeworfen.  

Lefkes

Zunächst in einem Supermarkt am Ortsrand Vorräte gebunkert, dann durch die nett anzusehende Landschaft von Paros über Kostos nach Lefkes. Kostos ist ein hübsches kleines Örtchen, zwischen zwei Kirchen eine ansprechende Taverne. Der dortige Parkplatz war ein wenig schwierig, da bereits in der Einfahrt Autos standen, war der spritze steile Winkel auf Schotter zum raus fahren etwas haarig, aber mit Allradantrieb und vorsichtigen rangieren klappte es dann doch ganz gut. 

Die frühere Inselhauptstadt Lefkes erstreckt sich in schöner Hanglage mit blendend weißen Häusern, eine Augenweide. Der Reiseführer suggerierte einen ausgestorbenen Ort, mit nur noch alten Einwohnern.

P1020387

Aber durch die gepflegten Gassen mit den weiß bemalten Fugen der Steinplatten geschlendert, wurde klar, der Ort lebt noch, einige Shops und Tavernen sprachen Touristen an.

P1020392

P1020396

P1020399

P1020394

Die imposante Hauptkirche steht auf einem Hügel, innen eine Altarwand aus Marmor und wertvolle Gold- und Silberikonen sowie eine aufwendige Deckenbemalung. Oh Schreck, eine größere französische Reisegruppe tummelte sich in der Kirche, die ich natürlich nicht fotografiert habe. Der Reiseführer stellte sich auf eine Kanzel und begann ein Halleluja zu singen, es wurde völlig ruhig und war schön anzuhören.

P1020408

P1020403

P1020401   

In der Bäckerei das bekannte Brot aus Lefkes gekauft und einen Snack zum Mittag gab es auch, die leckeren Blätterteigvarianten mit Feta und anderen Käse gefüllt.

P1020411

Wunderschön die Umgebung.

Piso Livadi 

Den Ort kannten wir, vor über 25 Jahren waren wir bereits mit dem Reisemobil hier. Piso Livadi war ursprünglich ein kleines Fischerörtchen, hat sich zum touristischen Ort entwickelt, natürlich auch hier etliche Tavernen am Hafen. Der Campingplatz „Captian Kafkis“ an der Zufahrtsstraße war bereits geschlossen. Der Fischerei- und Yachthafen ist großzügig, auch etwas größere Schiffe finden hier Platz. Auf dem Parkplatz im Ort, am kleinen Sandstrand, fanden wir Platz für eine Nacht. Am Abend ließen wir den Tag in einer gemütlichen Taverne mit Blick auf den Hafen und nettem Service ausklingen. 

P1020415

P1020416

P1020417

P1020419

P1020422

P1020423

Aliki

Auf der Suche nach einem Strandplatz sind wir unerwarteterweise in eine schwierige Situation geraten, beim rückwärts raus fahren auf einer steilen Schotter/Sandpiste drehten die hinteren Räder sogar mit eingeschaltetem Allradantrieb durch. Erst mit dem zusätzlichen Übersetzungsgetriebe ließ sich die Situation meistern, puh...

In Aliki parkten wir zunächst auf einem staubigen Parkplatz im Ort, zu Fuß erkundeten wir die Uferstraße und entdecken am Ortsende einen schönen Strand, „Piso Aliki“ mit einem großen Parkplatz. Wir liefen die Zufahrtsstraße ab, es wurde immer enger, niedrige Bäume, nichts für unser Reisemobil. Fündig wurden wir auf der westlichen Seite des Ortes, in der Nähe des kleinen Flughafens, der nicht störte. Der kleine steinige Strand, das klare Wasser, das zum baden lange flach hinein führte, war aber ganz nett.

P1020426

Das kleine Zentrum des Städtchen war rund 500 Meter entfernt, auch hier wurden wir gut verpflegt.

P1020427  

P1020433

P1020438

Verflixte Kiste, am Sonntagmorgen zu unchristlichen Zeiten lieferte ein Tankfahrzeug für das kleine Hotel nebenan Heizöl, die Pumpe dröhnte ordentlich. Dann lasst uns doch den im Reiseführer nett beschriebenen Campingplatz „Agia Irini“ aufsuchen, den wir nach einigen herumirren, über eine hüglige Schotterpiste, vorbei an verwaisten kleineren Apartmentanlagen, auch gefunden haben. Na Klasse, seit gestern (24. September) geschlossen. Eine Bucht vorher fragten wir bei der Taverne „Livadaki“ nach, ob wir hier übernachten dürften. Die Frau verneinte das, sie hätte Bedenken und müsste möglicherweise Strafe an die Polizei zahlen. Was machen wir? Also zurück nach Aliki, Tavernen gibt es dort ja genug... 

Nach oben

Zurück

Weiter

 

Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt