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Korinth bis Leonidi (Peloponnes)

Wir haben noch einen Tag zum relaxen eingeschoben und die Tickets für die Fähre nach Piräus gebucht, es wurden 191 Euro fällig, pro Person 34,50 Euro, das Mobil kostete 122 Euro.

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Der Blick auf Patras. Das Ausschiffen in Piräus verzögerte sich ein wenig, da erst die Pkw der oberen Decks raus fuhren, erst als diese Rampe angehoben wurde, konnten wir das Schiff zusammen mit einem Reisemobil aus München verlassen, das mal unser Nachbar auf Naxos war.

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Wir bummelten die Küstenstraße von Piräus bis zum Kanal von Korinth, schauten von der alten Brücke in die Tiefe, immer wieder faszinierend. Dem Besuch der Taverne „Marinos“ in Alt Korinth schloss sich eine ruhige Übernachtung dort an, bis die Kirchenglocken am Morgen hektisch bimmelten. Auf die Historie dieses Ortes verzichteten wir auch diesmal, die „Trümmer“ haben wir schon vor vielen Jahren besichtigt.

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Aber das auch bereits im Laufe vieler Jahre mehrfach besuchte Theater von Epidauros ließen wir uns nicht entgegen. Es ist immer wieder beeindruckend, rund 14.000 Menschen in 55 Sitzreihen fasste das antike Theater, mit einer faszinierenden Akustik, gerne von den Touristen „getestet“. Das größte und zugleich das besterhaltene Theater Griechenlands, Baubeginn war Anfang des 3. Jahrhundert vor Christus.

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Das kleine Museum und die Ausgrabungsstätte Epidauros mit vielen Grundmauern haben wir auch besucht, hier wird noch viel rekonstruiert. Leider hatte sich das Einstellrad der Kamerea verschoben, die Bilder wurden auf “alt” getrimmt, wie die zwei folgenden Bilderin Nafplion. 

Unsere nächste Station war Nafplion, am heutigen Sonntag brummte der Ort, viele Touristen und auch Griechen füllten die zahlreichen Großtavernen am Hafen. Über alles thront hoch oben auf einem Felsklotz die gewaltige Festung Palamidi. Aber in den Nebenstraßen ging es deutlich ruhiger zu.

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Uns trieb es weiter, weg von dem Trubel. Die Straße nah an der Küste, mit oft schöner Aussicht, führte uns über Astros nach Agios Andreas, dort ein wunderschöner Parkplatz direkt am Strand. Leider hatte die Taverne dort bereits geschlossen, also zurück durch die trockene Furt mit dem Türkenbrückchen, was Frau Garmin gar nicht gefiel, dass wir durch das „Wasser“ fahren wollten. Der freundliche Schäfer machte uns schnell Platz.

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Aber am anderen Strandparkplatz, mit kleinem Fischerhafen, war die Taverne auch schon geschlossen. In Gesellschaft mit zwei anderen Reisemobilen aus den Niederlanden und Frankreich übernachteten wir dort.

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Jetzt beginnt der schönste Abschnitt der kurvigen Küstenstraße, immer wieder tolle Aussichten auf die Küste, eine Traumstraße. Nur ein Bild...

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In Leonidi einmal nicht aufgepasst, schon waren wir in den engen Gassen gefangen, mit vorspringenden Häuserecken und Gegenverkehr. Wo kamen die vielen Autos auf einmal her? Die Bummelfahrt an der Küste war fast ohne entgegenkommende Fahrzeuge. Wir quetschten uns an eine Häuserwand, ein Mopedfahrer winkte, geht noch, geht noch... dann war es geschafft. Weiter nach Plaka, leider war der dortige offizielle Reisemobilstellplatz bereits geschlossen. Einmal ins Meer gesprungen und überlegt, an der ruhigen Straße übernachten? Dann hatten wir eine Visitenkarte des nahen Campingplatzes am Scheibenwischer, nein Danke. Die Bergstrecke nach Finikounda kannten wir, also zurück die herrliche Küstenstraße gebummelt. Entgegengesetzt gefahren mit ganz anderen Ausblicken, einfach nur wunderschön. Gibt es den irgendwo einen Stellplatz mit Taverne? In Kiveri wurden wir fündig, bereits vom der ersten hohen Kurve mit Blick auf den Ort waren Reisemobile zu sehen, also runter zum kleinen Hafen, wo bereits 6 Mobile auf einem größeren Strandparkplatz standen. Natürlich waren einige Tavernen in der Nähe, alles bestens! 

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Finikounda

Die Strecke Richtung Sparta führte durch ein sehenswerte Berglandschaft, die Straße war teilweise neu ausgebaut und ließ sich bestens fahren, später nahmen wir die Autobahn Richtung Kalamata und trafen am Nachmittag in Finikounda ein. Der uns bekannte Campingplatz „Anemomilos“ bot dem Bimobil ein schönes Plätzchen. Die beliebte Betonplatte war eng von fünf Reisemobilen und einem Wohnwagen aus Österreich und Deutschland besiedelt. Dort standen wir schon mit zwei oder drei Mobilen... Egal, unser Platz war auch nur rund 50 Meter vom schönen Strand entfernt.

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Im netten Ort beköstigte uns die Familientavernen „To Kyma“ und in der zweiten Reihe „To Steki“ bestens, kennen wir auch seit vielen Jahren... Man kann ja über Finikounda sagen was man will, der Ort ist zur Hauptsaison auch fest in touristischer Hand. Aber uns gefällt es hier, die Flaniermeile, die vielen Lokale, keine großen Hotelanlagen, in der Nachsaison recht beschaulich. Nett war auch ein Treffen an einem wunderschönen Strand mit einem Forumskollegen, der hier mit seiner Frau regelmäßig in einer gemieteten Wohnung überwintert.

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Neo Hori

Dennoch, uns zog es nach einigen Tagen weiter, um mal wieder die „kleine Freiheit“ auszukosten. Zunächst besuchten wir „Nestors Palast“, an dem wir schon so oft vorbei gefahren sind. Für Archäologen einer der wichtigsten Ausgrabungsstätten der mykenischen Epoche, für die Augen der Touristen sind nur Hausgrundmauern zu sehen. Mit viel Fantasie und den Bildtafeln lässt sich erahnen, welch eine Pracht hier mal herrschte. In den letzten Jahren wurde die Überdachung aufwendig neu erstellt, über Laufstege kann man nach einem Obolus das Gelände von oben einsehen. Ein Reisebus, voll mit italienischen Touristen, bevölkerte die Ausgrabungsstätte, der Reiseführer erläuterte den gelangweilten Zuhörern die Ruinen.

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Weiter ging es, in einem Ort war die ausgeschilderte Straße von Marktständen verstellt, jetzt war Frau Garmin gefragt, die sich aber fürchterlich verfranzte. Die Straße wurde immer enger, die Häuser rückten immer näher. Da eine enge Wendemöglichkeit, zwei ältere Damen assistierten das Manöver. Puh, aber dann fanden wir doch eine Straße, die wieder zur E55 führte.   

Unser Ziel war der langgezogene Sandstrand von Neo Hori, den wir von mehreren Besuchen kannten. Das Toilettenhäuschen ist weiter verwahrlost und völlig unbrauchbar, das Wasser der Standduschen war abgestellt. Aber herrlicher Meeresblick, schon standen wir direkt am Strand. Sogar eine Taverne im Ort war noch geöffnet, hier wurden wir gut verpflegt. Und erst der Sonnenuntergang!

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Frühstück mit Meeresblick.

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Kilini

Auf dem Weg nach Kilini haben wir uns weitere Stellplätze angeschaut. Irgendwie gefiel uns die Atmosphäre nicht, die Bürgersteige waren hochgeklappt, die Tavernen waren schon geschlossen. Also haben wir noch eine Woche in Kilini verbracht, die dortige Kantina war bis einen Tag vor der Abreise geöffnet. Schöner Strand, aber auch 1 ½ Tage schlechtes Wetter, einmal ein Gewitter mit sintflutartigen Regengüssen, das Mobil wurde prima gesäubert. Bis zu zehn Mobile standen dort. Nette Leute, mit denen am Abend über Reisen und Reisemobile gefachsimpelt wurde. Auch hier ging die Sonne unter...

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Rückfahrt

Die rund 80 Kilometer nach Patras waren schnell gefahren, das Einschiffen in Patras war problemlos. Nebenan lag im Verhältnis das kleine Schiff der Superfast mit Camping an Bord, teilweise standen die Reisemobil auf dem offenen Deck.

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Die Rückfahrt erfolgt in stressfreien vier Tagen, mit Übernachtungen in Soragna, Emmendingen und Bad Camberg.

Kleines Fazit

In knapp 8 Wochen sind wir 4.420 Kilometer gefahren, auf den Inseln rund 500 Kilometer. 7 Tage auf ausgewiesenen kostenlosen Stellplätzen übernachtet, 18 Tage auf Campingplätzen, 25 Tage frei gestanden, 2 Tage im Hotel, 2 Tage auf den Fähren. Weder das mitgenommene Fahrrad, noch der kleine Holzkohlengrill kam zum Einsatz. Es ist einfach schön am Abend in den Tavernen zu sitzen, auf das Meer zu schauen und die leckere griechische Küche genießen. Wenn man schon nichts für den Stellplatz bezahlt, dann lassen wir gerne unser Geld in den nahe gelegenen Tavernen. Wir sind bis auf einmal immer auf Zustimmung gestoßen, wenn wir sagten, das wir in der Nähe übernachten. Das eine mal war das Privatgelände einer Taverne in einer Bucht hier auf Paros, man befürchtete eine Strafe. Obwohl der Campingplatz eine Bucht weiter bereits geschlossen hatte. Auch die Keile blieben im Staufach. Andros und Tinos sind deutlich ruhiger, hier fehlt aber auch weitgehend die typische Kykladenarchitektur, die Massentourismus anlockt. Auf Naxos und Paros (Flughäfen) ist schon mehr los, aber in dieser Zeit sehr angenehm.

 Insgesamt wurde unsere alte Liebe zu Griechenland wieder geweckt, es war wunderschön.

Copyright Bernd Loewe 

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