Banner_2_Reisemobil-fahren.de
P1020432

Griechenland Kykladen und Peloponnes August/September/Oktober 2016    

Inselhüpfen in Griechenland, einst mit Rucksack und schlafen am Strand, davon haben wir immer wieder mal gehört. Jetzt war es soweit, wir wollen auf einige Kykladeninseln mit dem Reisemobil “hüpfen”.

Der Kykladen Reiseführer des Michael Müller Verlag, in der 10. Auflage 2015, hat uns den Mund wässrig gemacht. Mit dabei aus dem Verlag Martin Velbinger ein älterer Reiseführer Peloponnes, sowie aus dem WOMO-Verlag „Mit dem Wohnmobil auf die Peloponnes“, auch schon älter. Und mit dabei „Mit dem Wohnmobil nach Griechenland“ in der 6. Auflage 2015. 

Was liest man nicht alles über die Kykladen! Weit draußen in der Ägäis, wo das Meer strahlend blau schimmert, mediterrane Landschaften, verwinkelte Orte mit blendend weiß getünchten Häusern. 30 Inseln, davon 24 bewohnt. Besucht haben wir Andros, Tinos, Naxus, Paros und Santorin. Und einige Zeit auf die Peloponnes

Es geht los...

Das passt ja gut, eine große Geburtstagsfeier am 27. August zum Sechzigsten einer lieben Freundin, also fahren wir mit dem gepackten Reisemobil, erleben eine eine tolle Fete, die erst gegen 4 Uhr endete. Macht nichts, wir haben es nicht eilig, so fahren wir am nächsten Tag erst gegen Mittag weiter. Erste Zwischenübernachtung in Bad Camberg, die zweite Nacht in Müllheim unweit Basel.

San Bernardino

Diesmal nehmen wir eine andere Route durch die Schweiz, die San Bernardino Route. Llandschaftlich sehr attraktiv, keine Staus, aber auch ein gutes Stück weiter als die Gotthard Strecke. Lange hat Frau Garmin gemeckert, wir sollten doch gefälligst die kürzere Strecke nehmen. Nein, wir haben uns durchgesetzt. Basel - Zürich - Chur - San Bernardino. Nicht durchgehend Autobahn, nach dem 6,6 Kilometer langen Tunnel des San Bernardino 18 Kilometer Abfahrt, teilweise ordentliche Serpentinen. Mehrere Warnschilder mit brennenden Reifen warnten die Lkw vor der Abfahrt. Insofern war es gar nicht schlecht, dass ein Lkw die Schlange anführte, so konnte weitgehend mit der Motorbremse die Abfahrt bewältigt werden. 

Soragna

Um Mailand herrschte dichter Verkehr, aber wir kamen gut durch. Auf der italienischen Autobahn wurde bis zu 1,449 Euro für den Liter Diesel verlangt. Angenehm, die Ver- und Entsorgungsstationen, nur eine war nicht im Betrieb, dafür die nächste perfekt. Runter von der Autobahn, zunächst getankt, mit 1,310 Euro doch ein Stück günstiger. Den Stellplatz unweit der Autobahn in Soragna angefahren, eine norditalienische Gemeinde mit knapp Einwohnern in der Provinz Parma in der Emilia-Romagna. Der Stellplatz liegt quasi mitten im Ort, unweit der Autobahn. Den Platz kennen wir von vorherigen Reisen, noch immer kostenfrei, einschließlich Ver- und Entsorgung, kein Strom. Eine kleine Straßenpizzeria im Zentrum lockte uns, überraschend gut, bei Chianti und Pizza beobachten wir entspannt das Geschehen in dieser italienischen Kleinstadt, erste Urlaubsstimmung kommt auf. So konnten wir den hundersten Tag der Nutzung unseres neuen Bimobils seit Mitte Januar 2016 begehen.

Fano 

Am nächsten Tag, auch diesen kostenlosen Stellplatz kennen wir von vorherigen Reisen, gut besucht, sogar von einigen Langzeitcampern. Egal, ein Stadtbummel und ein Stück Pizza auf die Hand gegessen, ein ¼ Rotwein, ganz entspannt beobachteten wir die Menschen, die hier flanierten. Eine ruhige Nacht schloss sich an, bis am Morgen die Müllabfuhr über den Platz rasselte... 

Ancona

Unsere Fähre Ancona mit der Minoan Lines nach Patras wurde bereits Ende Dezember 2015 bei Ocean24.com mit Frühbucherrabatt gebucht, so war die Vorfreude über Monate präsent. Leider kein Camping an Bord, aber mit Innenkabine hin und zurück für 395,90 Euro als „Camping all inclusive“ plus 13 Euro Reiserücktrittsversicherung. Abfahrt in Ancona war am 1. September um 14 Uhr.

Rechtzeitig standen wir nach dem Einchecken am Kai 13, das Schiff der Minoan Lines kam von Triest und hatte etwa zwei Stunden Verspätung. Unsere Kabine 8025 war gepflegt und offensichtlich in den letzten Jahren renoviert worden, helle Möbel, alles sauber. Auch gab es keinen “versifften” Teppichboden mehr, sehr angenehm. Dank „Camping all inclusive“ konnten wir das Essen mit 30% Rabatt genießen, reichlich und gar nicht so schlecht.

P1010963

P1010961

Mit den zwei Stunden Verspätung erreichten wir den Hafen von Patras, durchquerten Patras und haben für 1,045 Euro getankt. Leichte Regenschauer begrüßten uns in Griechenland.  

P1010974

Ancient Korinthos

Endlich in Patras! Ab auf die Straße Richtung Alt Korinth, später die noch nicht fertiggestellte Autobahn. Kilometerlange Baustellen, begrenzt auf 50 oder 60 km/h, die Griechen hinter uns drängelten, aber überholen war nur an wenigen Stellen möglich.

In „Ancient Korinthos“ gibt es einen „Camper Stopp“, kurz angesehen und gewendet, der Platz liegt direkt an der neuen Autobahn, etwas abseits vom Geschehen des Ortes. Also zurück durch den Ort, da! Die Taverne kennen wir, rechts runter ein großer asphaltierter Parkplatz, wo wir zuletzt vor 8 Jahren übernachtet haben. Wieder eine Empfehlung wert, Taverne Restaurant „Marinos“, eine Stahltreppe führt vom Parkplatz hinauf. Obwohl schon touristisch, dennoch solide Preise, die leckeren Gerichte auch für das Auge nett angerichtet. Etwa zwei Stunden genießen wir die Atmosphäre... angekommen. Die Nacht war ruhig, bis am frühen Morgen die Hunde kommunizierten.

Rafina

Heute gönnen wir uns die mautpflichtige (12,60 Euro, Aufpreis Zwillingsreifen), rund 100 Kilometer gut ausgebaute Autobahn, die elegant an Athen vorbei nach Rafina führt. Schon unterwegs schüttelten heftige Winde das Mobil. In Rafina zuerst den Hafen angefahren und uns nach Fähren erkundigt, Inselhüpfen klappt, ist aber nicht umsonst... Eigentlich wollten wir zwei oder drei Tage auf dem Campingplatz in Rafina bleiben und eventuell Athen mit dem Autobus besuchen. Aber auf dem trostlosen leeren Campingplatz war kein Personal, für unser Mobil zu niedrige Bäume. Dennoch vorsichtig rein rangiert, schlecht gestanden, unsere Gesichter wurden immer länger. Mit viel Mühe wieder raus rangiert, leicht streifte ein Baum das Mobil. Nix passiert, nix wie weg...

Andros

Zurück nach Rafina, am Strand fegte der Wind über die Ägäis, zur Freude der Surfer. Nur Mut, wir buchen die Fähre „Theologos“ der „Fast Ferries“ (128 Euro) nach Andros. Vorher noch Mineralwasser und einige Vorräte gebunkert. Um 17:40 Uhr legte die gepflegte Fähre mit nur 10minütiger Verspätung ab.

P1010988

P1010989

P1010998

Etwa zwei Stunden später, mit nur leichtem schaukeln, erreichten wir den kleinen Hafen Gavrion auf Andros.

Andros ist die zweitgrößte Insel der Kykladen, fruchtbar und wasserreich. Auch Insel der Seefahrer genannt und bereits im 6. Jahrhundert vor Christi besiedelt. Kreuzfahrer besetzten ab 1202 die Insel, die Türken vereinnahmten die Insel um 1570, erst 1828 wurde die Insel im großen langjährigen Freiheitskampf befreit und 1832 dem griechischen Staat angegliedert.

P1020009

Wohin? Am kleinen Campingplatz unter Olivenbäumen vorbeigefahren, die erste Badebucht angefahren, abseits von der Straße ein Strandparkplatz, geht doch. An der Straße eine ausgerechnet Pizzeria, (leider keine Taverne) gewaltige Pizzen wurden serviert, nicht zu schaffen. Der WLAN Hotspot war inklusive, der Wein lecker... Auch in der Nacht fegte der Wind über das Mobil, sanftes schaukeln inklusive. Am nächten Morgen, einfach wunderbar! 

P1020010 

Batsi

Der einzige etwas touristische Ort auf Andros, Batsi, ein ehemaliges Fischerdorf, liegt in einer Doppelbucht. Am nördlichen schönen Sandstrand entdecken wir einen großen Parkplatz, na, das passt doch. Schon bummeln wir durch den netten Ort, am kleinen Hafen einige Tavernen und Cafés, entspannen ist angesagt.

P1020019

P1020023

P1020026

Andros-Stadt

Eine Fahrt mit dem Mobil nach war erfolglos, denn wir gerieten in Andros Stadt in ein kleines Verkehrschaos, fanden keinen Parkplatz, also runter zum Hafen. Die Gassen wurden immer enger, so gerade eben gewendet und zurück, rund 300 m Einbahnstraße mussten wir riskieren. Die Griechen nahmen es gelassen, denn die ausgewiesene andere Gasse war für unser Mobil nicht passierbar. Nix wie weg, zurück durch die herrliche Landschaft nach Batsi und ins Meer gehüpft. 

Am Abend suchen wir die Taverne „Ta Delfinia“ auf, die liegt hoch über der Straße im Häuserrondell mit weitem Blick über die Bucht, sogar unser Mobil ist zu sehen. Das Inhaberpaar ist sehr freundlich, die Ehefrau ist eine Deutsche, seit 1987 wird diese Taverne betrieben. Was uns nach Andros verschlägt? Deutsche sind hier nur selten, sagt Gesa, weit überwiegend kommen Griechen her. Schon kommen wir ins Gespräch, gut gegessen haben wir auch. Kaffee und Ouzo gingen aufs Haus, sehr nett, auch ein WLAN Hotspot konnte genutzt werden.

P1020033

Direkt neben unserem Stellplatz „Dinos Rent a Bike“, ein kleines Quad für den nächsten Tag wurde besprochen, 30 Euro einschließlich Vollkaskoversicherung. Am nächsten Morgen auf des heiße 50 ccm Gerät geschwungen, die weitere Serpentinenstrecke nach Andros-Stadt genommen, bis auf 900 m hoch quälte sich das Gerät hoch, manchmal mit nur 12 bis 15 Km/h, aber runter rannte der Kleine bis 50 km/h, wenn man wollte.

P1020037

Über Kato Katakilos und Arni durch gewaltige Tal- und Berglandschaften gefahren, aber auch viel grün. Den im Reiseführer beschriebenen 6 m hohen Wasserfall haben wir leider verpasst. Andros gehört zu den wasserreichen Inseln, kann sogar Wasser an trockenere Nachbarinseln abgeben.

P1020052

Irgendwann erreichten wir Andros-Stadt (Chora). Eine ungewöhnliche Lage, die Altstadt liegt auf einem Felssporn, der sich wie ein Schiffsbug hinab ins Meer drängt. Die gepflegten Häuser sind eng auf dem Kamm gebaut, sehr schön zum bummeln.

P1020048

Bekannt ist die Stadt für ihre Reederfamilien, die sicherlich nicht Armut in die Stadt gebracht haben. Viele Villen zeugen von dem Wohlstand.

P1020051

P1020058

P1020062

P1020063

Wir schlendern runter bis zum Denkmal des unbekannten Seefahrers von Andros.

P1020060

Dort auch Reste eines ehemaligen venezianischen Kastells, durch einen gewagten gemauerten Rundbogen mit dem Festland verbunden.

P1020067

In einem Straßencafé genießen wir die Atmosphäre. Bald saßen wir wieder auf den von der Sonne heißen Sitzen des kleinen Quad. Weiter über Bergstraßen, tolle landschaften, durch verschlafene Orte u.a. Korthiou, alles wie von einer anderen (beschaulichen) Welt. Rund 100 Kilometer sind wir auf dem Quad „geritten“, der Po machte sich bemerkbar, das Meer erfrischte nach der Ankunft. Am Abend Entspannung pur im „Ta Delfinia“.     

Der nächste Tag brachte Wolken, die Sonne kam nur sporadisch durch, aber sehr warm und eine leichte Brise machte den Aufenthalt angenehm. Später haben wir gehört, zu dieser Zeit tobte auf dem Festland ein Unwetter. Glück gehabt! 

Nach oben

Weiter

 

Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt