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Auf nach Griechenland, Badeurlaub mit Enkel auf die Peloponnes

Griechenland war viele Jahre unser häufigstes angefahrenes Reiseziel. Dieses Jahr wollten wir es mal wieder wagen, trotz Schuldenkrise und Hochsaison.

Die Fähre von Venedig nach Patras der Anek-Lines wurde über den ADAC gebucht, stolze 964,90 Euro wurden für uns drei trotz Rabatt für “Camping an Bord” fällig.

Schon bei der Vorbereitung war einiges anders, es sollte ja ein Kinderurlaub werden. Was nimmt man so alles mit? Schaufel, Eimer, Mini-Surfbrett, Luftmatratze usw. Dann noch die Unkerei, mögen uns die Griechen noch? Na ja, die Informationen aus den Tourismusregionen waren eigentlich ermutigend.

I love Greece

“Die Angst der Deutschen aufgrund der Berichterstattung über Griechenland in den Medien ist zu groß. Dabei ist es in den Urlaubsregionen auf dem Peloponnes so wie die Jahre zuvor. Nur an vielen Orten trotz der gestiegenen Lebenshaltungskosten sind die Preise für Unterkünfte und Gastronomiepreise im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken oder zumindest nicht gestiegen. Die Menschen hier in Griechenland sind gegenüber den Touristen so freundlich und aufgeschlossen wie bisher.”

Quelle Peloponnes-Urlaub.de

Der arabische Spruch “Friede sei mit Euch“ auf dem Alkoven musste daran glauben, dafür bekam die Frontscheibe den Hinweis „Wir sind alle Griechen“, auf griechisch, natürlich vorab von heimischen Griechen geprüft Ob die Einheimischen diesen „Spaß“ verstehen? Hier schon der Hinweis, es scherte sie wenig, so wurde noch in Griechenland der Schriftzug entfernt.

Dann der Tag der Abfahrt, gegen Mittag Tim saß auf dem Beifahrersitz und konnte eine gewisse Aufregung nicht verbergen. Unterwegs begleiteten uns ordentliche Regengüsse, am Nachmittag erreichten wir Lorsch, aber der uns bekannte angenehme Stellplatz an der Klostermauer wurde in eine Parkanlage verwandelt. Der Ausweichplatz war ein Hohn, eine schmale Sackgasse im Grünen am Stadtrand wies einige Parkplätze auf der Straße aus, ohne jegliche Kennzeichnung. Nix wie weg.

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Heppenheim (Vettelheim) war das nächste Ziel, der eindeutig mit einem riesigen Schild ausgewiesene Stellplatz an der Landstraße, gegenüber von Mc-Doof und einer Tankstelle war Treffpunkt etlicher Vettel Fans, die ordentlich Gummi auf dem Parkplatz ließen. Nach der Einkehr in einem netten Ristorante wurde der Lärm aufdringlicher, Gruppen rotteten sich zusammen, die Flaschen kreisten. Nix wie weg.

So landeten wir schließlich schon im Dunkeln in Schwetzingen, der dortige kostenlose Stellplatz liegt ebenfalls nah an der Landstraße, die Nachts aber nicht sehr befahren war. Dort standen viele Reisemobile, so fanden wir nach einer gewissen Irrfahrt ein halbwegs akzeptables Plätzchen für die Nacht. 

Am nächsten Morgen starteten wir Richtung Schweiz, aber der heutige Freitag war auch Reisetag, dichter Verkehr, immer wieder Regen und einige Staus. Der längste Stau wurde vor dem Gotthard-Tunnel angezeigt. Kurz vor dem Tunnel wollte sich ein Mercedes Viano von der Standspur in die Fahrspur quetschen, plötzlich stand ein Abschleppwagen auf der Standspur, der Vinao Fahrer reagierte falsch. Ratsch, der Spiegel des Viano schrammte hinten rechts an unser Mobil. Auf der Standspur angehalten, der deutsch sprechende Schweizer war ein wenig kleinlaut. Eine gegenseitige Unfallmeldung wurde ausgefüllt und die Versicherungsdaten wurden ausgetauscht. Immerhin haben wir uns per Handschlag verabschiedet und der Fahrer hat sich entschuldigt. Freitag, der 13. Juli...

Da wir noch immer im Stau vor dem Tunnel standen und nach dem Prozedere der Schadensaufnahme die Lust weiter zu fahren gesunken war, war die Entscheidung schnell gefasst, runter von der Autobahn.

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Die nächste Ausfahrt war nur 200 m entfernt, sie führte uns auf den gut zu befahrenden Gotthardpass. Oben auf dem Pass fuhren wir auf 2106 m Höhe an einen kleinen See, mit sieben anderen Reisemobilen, die später kamen, übernachteten wir hier. Immer wieder zogen Wolken durch, kräftige Regenschauer prasselten auf das Mobil.

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Am nächsten sehr kühlen Morgen zog eine große Herde Kühe mit riesigen Glocken um den Hals an uns vorbei, leider hielten die Viecher keinen Takt. Unser Enkel beschwerte sich über den „Lärm“.

Auf nach Venedig, an der Schweizer Grenze kilometerlanger Stau, bestimmt eine Stunde nur im Schritttempo. So ist das in der Sommer- und Hauptreisezeit, das hatten wir schon lange nicht mehr erlebt. Lange vor der Grenze nutzten wir die Lkw-Spur, vorbei an etlichen Pkws, schließlich leisteten wir eine Lkw-Schwerlastabgabe. Das Navigationsgerät zeigte für Italien schon wieder lange Staus an, bis zu 4 Stunden. Aber zum Glück bewahrheitete sich das nicht. Einer der ersten Raststätten in Italien bot eine V+E Stadtion, auf der Ausfahrt der Stadion picknickten Holländer, da der Rastplatz brechend voll war. Nun, Toilette und Abwasser waren schnell entsorgt. Aber auch wir blieben für einen kleinen Snack auf der V+E Station stehen, die Holländer verschwanden bald, so konnten wir gut ausfahren.

An Autobahngebühren verlangten die italienischen „Raubritter“ bis Venedig in der Klasse 6 immerhin 21,90 Euro. Dafür kostete der Diesel nur 1,694 Euro... aber man konnte auch mehr loswerden.

Am frühen Nachmittag erreichten wir bei Temperaturen um die 30 Grad den uns schon bekannten Stellplatz „San Giulianoi“ Venezia Mestre, der sogar inzwischen eine über V+E Station und ein Sanitärgebäude für die rund 45 Reisemobile verfügte. Ab hier fuhren auch Wassertaxis in die Lagunenstadt. Für günstige 10 Euro konnten wir somit unweit des Fährhafens übernachten, die Duschen waren im Preis enthalten.

Super, wenn nicht am Samstagabend die nahe Discothek für deutlich hörbare Unterhaltung sorgte. Wann beginnt eine Disco? Richtig, spät! Wann endet eine Disco? Richtig, früh. Aber dennoch sind wir halbwegs in den Schlaf gekommen. 

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Gegen 9 Uhr starteten wir zum Fährhafen, das Einchecken brachte eine Überraschung, das Schiff fuhr vom Industriehafen ab. In Kolonnen wurden die Fahrzeuge in den rund 9 Kilometer entfernten Industriehafen geführt. Ist hier die Liegegebühr günstiger? Wir erwischten auf der Fähre einen fast perfekten Platz an der Seite, direkt an den großen Seitenöffnungen des Camperdecks. Mit rund 1 ½ stündiger Verspätung und starken Gewitterschauern legte die Kriti II ab, eins der älteren Schiffe der Anekflotte. Schade, schade, die Route führte nicht wie gewohnt direkt an der schönen Kulisse Venedigs vorbei, in großer Entfernung sah man die historische Silhouette der Lagunenstadt.

Nur moderne Kameratechnik lässt was erkennen:

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Auf dem Schiff ging es gelassen zu, allerdings war das Personal war nur selten freundlich. Im Self-Service-Restaurant waren nicht alle auf der Karte beschriebenen Gerichte im Angebot, der Teller Spagetti ohne jegliche Zugabe für Tim kostete unfreundliche 6,90 Euro. Das Meer war ein wenig unruhig, hin und wieder schwankte der Kahn, aber überwiegend glitt das Schiff ruhig dahin. Na ja, die Nacht haben wir herum bekommen, aber das Klatschen der Wellen gegen die Bordwand war recht präsent.

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Am Vormittag wurde das Schiff bei besten Wetter „erobert“, was gibt es da nicht alles zu entdecken! Später fanden wir ein schattiges Plätzchen zum relaxen. Tim vergnügte sich in einer Pfütze des gestrigen Gewitterregen und unterhielt andere Passagiere. Der Swimmingpool wurde leider nicht mit Wasser gefüllt, ein Nachfrage an der Rezeption ergab, es wären Probleme mit dem Filter vorhanden. Das war für Tim eine Enttäuschung und kein Ersatz für die dicken Regenpfützen des Vortages. Am Abend gab es Giros Pita mit ein wenig Salat, Joghurt und Pommes frites, dass ließ sich halbwegs essen.

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Kalogria

Nach dem Aufenthalt in Igoumenitsa errechneten wir eine verspätete Ankunft in Patras gegen 24 Uhr. Geirrt, erst gegen 1 Uhr waren wir letztendlich vom Schiff. Jetzt noch den Stellplatz in Kalogria suchen! Irgendwann schlichen wir durch einen hohen Pinienwald, die Asphaltstraße wellig von den Wurzeln. Die Bäume sahen im Scheinwerferlicht fast bedrohlich aus. Beide im WoMo-Führer Peloponnes beschriebenen Plätze konnten wir trotz GPS-Koordinaten im stockdüsteren nicht finden. Aber ein Schild wies zu einem Camper-Stop, ein Wohnwagen und ein Reisemobil standen dort. So kamen wir erst gegen 2:30 Uhr ins Bett. Am nächsten Morgen wurden wir freundlich auf die Modalitäten hingewiesen, 10 Euro mit Dusche und Toilette. Danke, wir wollen weiter, da wir keine Einrichtung genutzt hatten, wurden nur 5 Euro verlangt. Richtiggehend fair die Leute.

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