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Golf von Sagone

Ein angenehme Nacht folgte, morgens kam sogar der Bäckerwagen, wenig später patrouillierten wieder die Ordnungshüter an uns vorbei.

Wir hatten uns entschieden, der weite Golf von Sagone soll wegen seiner Sandstrände interessant sein. Also zunächst nicht nach Corte, sondern die Engstellen vor Porto und im Bereich der Calanche auf der D 81 bewältigen. Schon der Gedanke daran löste leichte Unruhe beim Piloten aus, schließlich haben wir mit dem Motorroller gesehen, was sich in den Engpässen so abspielen kann. Kurz vor Porto sind etwa 1.000 Meter engste Kurven um die Felsen gebaut. Vor den Schikanen der Straße scherte ein Reisebus von einem Parkplatz vor uns aus, denn der Mobilpilot herzlich begrüßte. Denn der Bus schaufelte uns hupend die Straße frei, gelassen konnten wir hinterher fahren. Na, das war doch bestens! Selbst Motorroller hatten keine Gelegenheit sich vorbei zu manövrieren.

Enge Straßen

Etliche Pkws mussten weit zurücksetzen, um in geeigneten Ausweichstellen zu warten. Jetzt noch die Engstellen durch die Calanche. Entgegen kamen uns gleich fünf Reisebusse und ein dicker Lkw, allesamt an den noch breiten Stellen. Soweit, so gut. Aber wie durch Zauberei hatten wir ohne nennenswerten Gegenverkehr keinerlei Probleme die engen Abschnitte zu passieren. Ein Rotelbus (!) und ein Reisebus hatten gerade ihren Gästen kurz in die Freiheit entlassen. Die Damen und Herren, allesamt des gesetzteren Alters, flanierten fotografierend auf der ohnehin schon engen Straße, aber kein Problem. Damit verließen wir die „wilde“ Landschaft, die Straße wurde breiter und ließ sich bestens fahren, schließlich erreichten wir eine Ebene, in der sich sogar Ackerland zeigte.

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In Cargese konnten wir in dem Sparmarkt einkaufen, dessen Inhaber sogar deutsch sprach. Seine Ex-Frau war eine Deutsche gewesen. Nach Übernachtungsmöglichkeiten gefragt, verwies er lapidar auf die Campingplätze, sonst wäre es überall verboten. Die Antwort war ganz auf der korsischen Linie. Etwa 2 Kilometer vor Sagone haben wir den Plage de Pero erkundet, überall eindeutige WoMo-Verbotsschilder und keine Reisemobile zu sehen. Gut, verschwinden wir wieder.

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Auf dem Rückweg zur D 81 kam uns auf der einspurigen Straße ein großer Lkw entgegen, jetzt war es an uns, weit rückwärts zu fahren und in einer Einfahrt den Brummi vorbei zu lassen.

Bald bummelten wir weiter, bis wir den Touristenort Sagone mit seinem weiten Golf und zugebauten Sandstrand erreichten. Am Örtchen Esigna konnten wir den Nachmittag am schönen Sandstrand verbringen, nachdem wir uns den ganz netten Campingplatz „A Marina“ angesehen hatten, der 25 Euro verlangte. Dieser Platz ist in dieser Gegend der einzige, der quasi direkt am Meer liegt. Aber für parken und einmal schlafen ...

Ajaccio

Weiter der D 81 folgend hofften wir auf eine Übernachtungsmöglichkeit. Da ein Schild zu einem Campingplatz wies, den wir nach ca. 5 Kilometern auf einer schmalen Straße erreichten. Schon die Zufahrt mit niedrigen Bäumen war für uns nicht geeignet. Also zurück zur D 81. Es meldete sich seit geraumer Zeit die Reserveleuchte des Dieseltanks, aber das war bald erledigt. Eine Tankstelle rückte den Stoff für 1,38 Euro pro Liter raus. Aber wo übernachten? Schon waren wir in Ajaccio, versuchen wir es doch mal im Hafen. Erst erfolglos, fanden wir wenig später einen größeren Parkplatz am Ende des Jacht- und Fischerhafens mit schöner Aussicht auf die Bucht. (41°55'59.3, E 8°44'40.1) Dort stand an der Mole bereits ein belgisches Reisemobil mit „erigierter“ Antenne. In der Einfahrt stand ein Schild mit verschiedenen Hinweisen, darunter auch ein durchgestrichenes Reisemobil. Wir standen gerade, da gesellte sich ein französisches Reisemobil zu uns auf die Mole. Das Paar sprach mit den Fischern, sie sprach ein wenig englisch und erzählte uns, kein Problem, hier könne man übernachten. Nachteil, die vorbeiführende Nationalstraße war unüberhörbar. Eine Nacht für die Ohrstöpsel.

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Dennoch ganz gut geschlafen, am Morgen auf zur Besichtigung in die rund 2 Kilometer entfernte Altstadt. Hier waren wir nicht alleine, denn drei Kreuzfahrtschiffe hatten ihre Reisenden in die Stadt geschickt. Nett dekoriert mit einem Button und Gruppennummer, oder einem Bändchen um den Hals trabten die Herrschaften hinter den Führer/Innen mit ihren hoch gehaltenen Täfelchen hinterher. Das ist Reisen auf der ganz sicheren Seite ...

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Ein großer Markt wurde heute abgehalten, ein vielfältiges Angebot von korsischen Produkten wurde angeboten. Ein Blick in die kleine Fischhalle zeigte die Einheimischen beim mit Bedacht durchgeführten Fischkauf, der mit einem Plausch verbunden wurde.

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Sehr schön auch die vielen Stände mit Souvenirs auf dem Place Marechal Foch.

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Am Ende des Platzes thront Napoleon im Cäsarenumhang mit Toga und Lorbeerkranz, umgeben von von Palmen und vier Löwen aus Granit. Sein Geburtshaus haben wir inmitten der Altstadt auch gesehen, das Haus besaß die Familie Bonaparte seit 1743. Die sehenswerte Kathedrale „Notre-Dame-de-I'Assomption“ aus dem 16. Jahrhundert war gut besucht, hier wurde Napoleon 1771 im Alter von knapp zwei Jahren getauft. Um seine Person wird in Ajaccio viel Aufhebens gemacht, obwohl er sich später für Korsika weniger interessierte. Aber heute versucht man aus seinem Namen möglichst viel Fremdenverkehrskapital zu schlagen. Plätze und Straßen tragen seinen Namen, Souvenirläden vermarkten Napoleon mit vielfältigen Ramsch. Die beiden Museen haben wir uns nicht angetan. Da sich einige Fotos der Speicherkarte entzogen haben, hier zwei Fotos aus Wikipedia.

Ajaccio Strand

Bliebe noch die Zitadelle, aber die ist seit fast 500 Jahren in militärischer Hand, eine Besichtigung ist nicht möglich. Unterhalb der Zitadelle beginnt ein ansehnlicher Sandstrand, der sich einige hundert Meter hinzieht. So schlenderten wir durch die touristischen, aber nett anzusehenden Gassen, deren Wohnhäuser allerdings teilweise dringend einer Renovierung bedurften.

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Geburtshaus Napoleon

Fazit, einen Besuch der Altstadt Ajaccios sollte man sich gönnen. Auf dem Rückweg noch ein paar Kleinigkeiten auf den Markt gekauft, dann kehrten wir zu unserem Übernachtungsplatz zurück. Dort kam gerade ein deutsches Paar mit einem Pickup-Mobil an. Sie hatten am Vortag ein unschönes Erlebnis, während eines Restaurantbesuches am Mittag wurde das Seitenfenster eingeschlagen und etliches gestohlen. Jetzt war das Seitenfenster mit einer Folie aus dem Baumarkt versehen und es gab nur noch ein Ziel, eine Fähre buchen und runter von der Insel. 

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Aus der Stadt waren wir schnell heraus, wir umfuhren Porticco, ein moderner Bade- und Freizeitort. Am heutigen Samstag sicherlich gut von Ajaccioenern besucht. Zunächst schauten wir uns den Campingplatz „“La Valle“ in Coti Chiavari an. Ein bescheidener ausgestatteter 2-Sterne Platz, der auch wegen der zur Zeit schwachen Sonne mit den wenigen Gästen keinen sonderlich einladenden Eindruck machte. Ein Übernachtung kostete 17,20 Euro ohne Strom. Aber der Parkplatz gegenüber der Straße vor dem Strand eignete sich bestens für eine Mittagspause. Für einen Badeaufenthalt an dem teilweise von Algen bedeckten netten kleinen Sandstrand waren die Wolken zu dicht. 

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