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Kreta - Mythologie und Gegenwart, ein Reisebericht von Bernd Loewe

Kreta liegt zwischen Europa und Afrika, dem Libyschen und dem Ägäischen Meer. Einst entstand hier die erste europäische Zivilisation, die minoische Kultur. Wiege der europäischen Kultur, heute noch zu bewundern sind die Reste der Paläste minoischen Zivilisation. Göttervater Zeus soll hier in Höhlen geboren und aufgewachsen sein. Außerdem wurde Kreta dank seiner strategischen Lage im Mittelmeer über Jahrtausende ständig Ziel von Eroberern.

Kreta, benannt nach der Nymphe Kreta oder nach Kres, dem Sohn des Zeus und der Europa. Erstmalig bewohnt scheint Kreta seit dem 6. Jahrtausend vor Christi zu sein. Nun soll hier nicht die lange Geschichte Kretas aufrollt werden, wer mag kann diese bei Wikipedia nachlesen.

Mit rund 8.300 Quadratkilometer ist Kreta die größte griechische Insel. Von Osten nach Westen erstreckt sich die Insel über knapp 260 Kilometer, die Breite liegt zwischen 12 und. 61 Kilometer. Ideal für die gemächliche Eroberung mit dem Reisemobil. Karte: Wikipedia 

Kreta Wikipedia

Auf nach Kreta - September / Oktober 2008

Unsere zweite längere Reise in diesem Jahr! Lange Zeit wurden verschiedene Ziele überlegt, sogar eine geführte Tour war im Gespräch. Aber hin und her, wir entschieden uns für unserer liebstes Reiseland, Griechenland. Die bessere Hälfte wollte es noch mal warm haben. Warum nicht nach Kreta? Dort waren wir zuletzt vor 23 Jahren, damals noch mit einem VW-Bus mit Klappschlafdach. Wir erinnern uns gerne daran.

Freundlicherweise bot ein Ebayer einen Baedeker Reiseführer von Kreta an, der sogar recht preiswert ersteigert wurde. Nicht die allerneuste Auflage, aber mit „großer Inselkarte“ und gut erhalten. Sicherlich noch bestens geeignet zum Nachlesen der Sehenswürdigkeiten. Wie der Zufall es so wollte, auch ein Führer für Reisemobilfahrer mit GPS-Koordinaten war für kleines Geld im Angebot. Damit fühlten wir uns gut gerüstet.

Kreta, ein mythische Insel? (Info Wikipedia)

Jetzt wird der Baedeker zitiert: „Der Zauber der mythischen Insel Kreta erschließt sich einem erst, wenn man sich die Zeit nimmt, um die Insel abseits der sehr frequentierten und stark vom Tourismus geprägten Küstenorte vor allem im Norden zu entdecken. ... Das Spektrum dieser Landschaften reicht von steinernen Einöden bis zu waldreichen Höhen mit Kastanien-, Eichen- und Zypressenwäldern.“ Na, das spricht uns doch an. Wir sind mal wieder gespannt. 

Fähre „Camping an Bord“

Die Fähre bei Minoan Lines haben wir diesmal über www.greekferries.gr gebucht, die Korrespondenz per E-Mail klappte gut in deutscher Sprache. Camping an Bord gab es nur für die Route Venedig - Patras, für die ca. 9 Stunden Piräus - Heraklion haben wir uns nur eine Deckpassage „gegönnt“. Da diese Verbindung nur Nachts verkehrt, haben wir uns gedacht, unsere neuen Schlafsäcke zu testen, die für die geplante Tour im Frühjahr 2009 nach Libyen (benötigt für einen mehrtägigen Ausflug in das Akakus-Gebirge) bereit liegen. Die gesamten Fährverbindungen hin und zurück kosteten immerhin 1020,21 Euro.  

Was noch?

Unser neues Navigationsgerät, ein Garmin Nüvi 770 sollte sich auf dieser Fahrt bewähren. Dieses Gerät wurde in erster Linie deswegen gekauft, weil hier GPS-Koordinaten in allen drei bekannten Formaten als Suchkriterium eingegeben werden können. Außerdem war eine elektronische Karte von Griechenland dabei, allerdings liegt die Abdeckung nur bei ca. 50%. Daher sind wir gespannt, ob die uns die „Navigation per Luftlinie“ weiter hilft, wenn die GPS-Koordinaten des WOMO-Führers auf Kreta eingegeben werden und das Kartenmaterial die Orte nicht kennt.

Hattingen - Emmendingen

Nachdem wir unsere Abreise aus privaten Gründen um eine Woche verschieben mussten, starteten wir am 24. September gegen Mittag. Unser erstes Übernachtungziel in Emmendingen erreichten wir nach 483 Kilometern und 6 Stunden stau- und regenfreier Fahrt. Eine gute Zeit um noch das nahe liegende nette empfehlenswerte Restaurant an den Sportanlagen mal wieder zu besuchen. Dem Autor fielen später ungewohnt früh die Augen zu, kurz vor 23 Uhr war das Licht im Alkoven aus. Den kostenlosen Stellplatz in Emmendingen nutzen wir öfters als Etappenplatz, diese Nacht aber hat uns zum ersten Mal die in der Nähe vorbeiführende Eisenbahnlinie gestört. Daher in der Nacht mal wach geworden, dafür verschliefen wir uns ordentlich, erst gegen 9:30 Uhr krochen wir aus den Betten. Es wäre doch besser gewesen, wenn der Wecker gestellt worden wäre! Schnell gefrühstückt, die Toilette entleert, getankt und ab auf die Autobahn.

Wer zu spät aufsteht, den bestraft das Leben“ ... oder ein Stau

Emmendingen - Venedig

Bereits um 13:30 Uhr erreichten wir nach staufreier und trockener Fahrt den 17 Kilometer langen Gotthard-Tunnel, den wir ebenfalls zügig ohne Stau befahren konnten. Die Stecke vor dem Tunnel war bewölkt, nur 11 Grad zeigte das Außenthermometer an. Dafür war es im Tunnel fast so heiß wie in der Hölle, 33 Grad. Nach die problemlosen Durchfahrt, über die der Autor immer wieder froh ist, besserte sich das Wetter, die Sonne kam durch und bis Belinzona steigerte sich die Temperatur auf freundliche 21 Grad. Auf dieser Strecke verlor unser Garmin Nüvi zuerst die Satelliten, dann die Sprache, fand die Satelliten nach einem Neustart wieder, blieb aber sprachlos. Erst nach einem Reset arbeitete das Gerät wieder einwandfrei.

An der Grenze Schweiz Italien konnten wir wie immer den diesmal enormen Pkw-Rückstau umfahren, die rechte Spur für Camper (diese Auslegung der Beschilderung ist legal) war frei. Zügig erreichten wir Mailand, ein erster Stau auf dem Stadtring erwartete uns, der hielt sich aber noch in Grenzen. Nur wenig später der Warnhinweis per Leuchttafel;10 Kilometer Stau wegen eines Unfalls! Im Schritttempo ging es voran, jetzt aber das Nüvi fragen und eine Umleitung eingeben. Gedacht, getan und bereits die nächste Ausfahrt fuhren wir raus. Aber auch diese Strecke am späten Nachmittag war nicht staufrei, die Mailänder drängelten sich Stadt auswärts. Später reihten wir uns wieder auf die A4 ein, gesehen haben wir noch ein Gruppe britischer Motorradfahrer, die auf einer Parkbucht rastete, diese haben uns im Stau zügig überholt. Hatten wir doch die bessere Strecke gewählt?

Wo verbringen wir die nächste Nacht?

Ursprünglich wollten wir vor Venedig übernachten, wer hatte uns noch gesagt, eine Übernachtung im Fährhafen wäre kein Problem? Also durchfahren. Kurz vor Venedig ging ein Unwetter mit starkem Regen und Gewitter nieder, gegen 20:15 Uhr erreichten wir die Ausfahrt, jetzt Richtung Porto. Leider konnte das Nüvi nicht mit der Adresse gefüttert werden, die uns für den Hafen mitgeteilt wurde. Plötzlich wieder auf Straßenschilder achten? Porto waren viele ausgeschildert, aber wo fuhren die Fähren ab? Also fahren wir mal hier raus, wenig später standen wir am Bahnhof, hm! Also zurück und wieder Schilder gesucht, danach noch mal gewendet, dann endlich hatten wir die richtigen Schilder, Porto Touristico. Irgendwie sind wir ganz schön abhängig von der Navigation geworden.

Als wir den Fährhafen erreichten, sagte uns eine junge freundliche Uniformierte an der Schranke, ein Übernachten im Hafen sei leider nicht gestattet. Dabei hat sie begeistert unseren kleinen Hund gestreichelt! Nur eine Minute bedeutete sie, dort könne man übernachten. Aber wir haben den Hinweis nicht verstanden. Schnell noch die Koordinaten gespeichert, damit wir am nächsten Morgen problemlos zum Hafen finden. (Anleger im Hafen Venedig von Minoan Lines N 45° 26'04.6 und E 12° 18'23.0)

Leicht frustriert drehten wir um. Wir hatten kurz vorher einen Übernachtungsparkplatz für Camper zu einem Preis von 10 Euro direkt an der stetig befahrenden SS 11 gesehen. Den haben wir auch schnell wieder gefunden, aber die Schranke war geschlossen, ein Parkwächter auf dem benachbarten bewachten Parkplatz für die Pkws der Venizianer deutete uns in eine andere Richtung. Also wieder los, wenige Zeit später erreichten wir den beleuchteten Parkplatz „Parco San Giulano“ oder „Park Porta Gialla“ (N 45° 28'05.3 und E 12° 16'46.2).

Dort standen acht Reisemobile, aber wo war die Einfahrt? Denn die Höhenbegrenzung auf 2,10 Meter behagte uns nicht mit unserem über alles 3,32 Meter hohen Reisemobil. Wir fuhren am Platz entlang, keine weitere Einfahrt zu sehen. Dann sahen wir mehrere ca. 80 Zentimeter hohe rot-weiße Kunststoffbarrieren am Behindertenparkplatz als Abgrenzung zum Gelände des Parkplatzes. Ob sich diese wegräumen lassen? In der Tat, kurze Zeit später gegen 21:30 Uhr standen wir bei den anderen Reisemobilen.

Allerdings war der geräumige Platz auch ein beliebter Treff für junge Leute mit ihren vielen Pkws, zum plaudern oder sonst was. Ein Pkw erwies als rollende Disco, bum, bum dröhnten die Bässe bis 0:30 Uhr, um kurz nach 1 Uhr waren alle verschwunden, gut das wir „Nachteulen“ sind. Die kurze Nacht selbst war ruhig, wenn nicht gegen 7 Uhr der Müllwagen gekommen wäre ... Bezahlt haben wir 5 Euro, das Ver- und Entsorgen sollte 3 Euro kosten. Eigentlich fallen 4 Euro an Gebühren an, aber da wir uns am Automaten nicht angemeldet hatten, kam bei der nachträglichen Eingabe und durch ein Mißverständnis des Personals ein Euro mehr raus. Kein Problem, für den Preis nahe am Fährhafen legal übernachten, bestens!

Porto Touristico Venedig

Rund 1.200 Kilometer von Hattingen haben wir mit kleinen Abweichungen von der normalen Route bis heute zurückgelegt. Übrigens, die italienischen Autobahngebühren bis Venedig betrugen insgesamt 19,40 Euro in der Klasse B. 

Den Hafen erreichten wir am nächsten Morgen nach knapp 7 Kilometern flott, das einchecken war problemlos. Wäre da nicht die Hymer S-Klasse 820 aus „CZ“ gewesen, der die Einfahrt zum Parkplatz ohne Grund verengte, dann wäre der Baum nicht so kräftig an unserem Mobil gestreift. Die Spuren ließen sich allerdings mit ein wenig Autopolitur fast vollständig entfernen. Erstens hat man so etwas an Bord, zweitens konnte man sich damit die zweistündige Wartezeit vertreiben. Einige erstaunte Blicke muß man allerdings ertragen können. Aber was kümmert es die deutsche Eiche ...

Per Zufall wurden wir als erstes Reisemobil auf des Schiff gewinkt, ich ahnte es schon, die Chance auf einen Fensterplatz sank gegen Null. So war es auch. Aber wir standen am Rand, angrenzend die Lkws, insofern war wenig Leben um uns herum, denn das Deck war erstaunlicher Weise zu dieser Reisezeit quasi ausgebucht. 

Venedig (Info Wikipedia) - Patras

Mit leichter Verspätung von 25 Minuten legte das Schiff um 14:25 Uhr ab. Von oben konnten wir mindestens achtzig Smart sehen, die auf die Verschiffung warteten. Das gesamte Treiben, bis so eine Fähre voll ist, war mal wieder interessant. Wie immer beeindruckte die herrliche Kulisse von Venedig, wenn auch das Wetter wegen der fehlenden Sonne nicht optimal war.

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Wir schauten in die Kanäle mit den vielen kleinen Brücken, staunten über die Menschenmassen auf dem Markusplatz, bewunderten die Jachten und ein Segelschiff mit drei Masten. 

Während wir gebannt auf die Kulisse Venedigs schauten, interessierte sich ein größerer Rüde für unseren altes Mädchen, so nach dem Motto: “Willst Du mit mir gehen?” machte er sie eindeutig an!

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Während später auf See diese Zeilen entstanden, war das sonore wummern der Motoren deutlich präsent, auch ein leichtes schaukeln des Schiffes machte sich bereits im Magen bemerkbar. Hoffentlich bleibt das nicht so! Doch, der Wind blies ganz ordentlich, der Regen und die Gischt peitschte gegen das Schiff, jetzt war der Fensterplatz doch nicht so erstrebenswert. Aber der Magen beruhigte sich. Am nächsten Morgen konnten wir beobachten, wie ein Reisemobilst sein am Fenster stehendes Reisemobil vom Salz befreite.

Um 20:30 Uhr griechischer Zeit (eine Stunde vor) kehrten wir in das Self-Service Restaurant ein, zwei Pastizio (Nudelauflauf), ein Greeksalat und endlich mal wieder Retsina, mit dem leicht geharzten Weißwein ließen den Abend ausklingen. Preise? Na ja, mit der Flasche Wein standen 29 Euro auf der Rechnung. Dafür saßen wir auch einige Zeit gemütlich bei Tisch, beobachteten die schon mal sehenswerten Esskulturen anderer und plauderten kurz mit den Österreichern vom Nachbartisch. Das Schiff fuhr wieder etwas ruhiger, die Nacht versprach halbwegs angenehm zu werden. So war es denn auch, nur wenige Male wurden wir wach. Einmal kam die Fähre heftig ins schaukeln, offensichtlich einige “Schlaglöcher”.

Igoumenitsa - Korfu - Patras

Den Hafen von Igoumenitsa erreichten wir bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Nach dem gemütlichen Frühstück beobachteten wir entspannt das Be- und Entladen. Der strahlend blaue Himmel wurde mit wenigen Wolken dekoriert, beste Fotomotive. Das Camperdeck war jetzt gut zur Hälfte leer, Kinder konnten sogar Fußball spielen, eben Camping an Bord. Wenig später erreichten wir Korfu. Keine 30 Minuten dauerte der Aufenthalt, schon legte das Schiff wieder ab. Jetzt war eine gute Zeit die Duschen des Schiffes zu nutzen. Ein Besuch des Self-Restaurant am Abend rundete den Aufenthalt auf der Fähre ab.

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Patras

Regulär soll die Fähre um 20 Uhr Patras erreichen, aber die Verspätung wurde nicht aufgeholt, gegen 20:30 legte das Schiff an. Als erster auf dem Schiff, logischerweise auch fast als letztes Reisemobil vom Schiff, dafür genug Platz zum rangieren und keine Hektik.

Beim rausfahren sahen wir auf der anderen Rampe einen Sattelschlepper beladen mit Pkws, der rückwärts raus musste und heftig aufgesetzt hatte. Hat deswegen das Ausschiffen länger gedauert?

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Korinth - 132 Kilometer

Aus diesmal fanden wir unsere „Stammtankstelle“ in Patras, für 1,166 Euro floss der Diesel in den fast leeren Tank. Während der Zahlung kam ein „Scherzkeks“ zum Fahrer, hier wäre kein Diesel, sondern Benzin behauptete er mit ernstem Gesicht. Ich klopfte ihm freundlich auf die Schulter und sagte Nä, Nä, Nä (ja, ja, ja). Der junge Mann verstand, grinste sich eins und schlenderte weiter.

An Maut für die Schnellstraße Richtung Athen wurden 7 Euro kassiert, zügig rollten wir bis zum antiken Korinthos. Diese Strecke wird als Autobahn ausgewiesen, aber nur ca. 1/3 ist vierspurig. Aber der breite Standstreifen wird traditionsgemäß von den Griechen als rechte Spur genutzt, wenn man sich daran nicht hält, dann wird heftig geblinkt. Ob ein Überholverbotsschild oder doppelter durchgezogener Mittelstreifen, egal es wird vorbei gebrettert. Denn langsamer fahrende Fahrzeug werden hier zum potentiellen Gegner.

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Natürlich alles Originale ...

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Ancient Corinth (Info Wikipedia)

Ob der uns seit vielen Jahren bekannte Parkplatz unter Bäumen direkt an der Ausgrabungsstätte noch ein Plätzchen zum Übernachten bot? Der Ort war verkehrstechnisch neu organisiert, eine Fußgängerzone war entstanden. Wir wurden zu einem wenig entfernten geschotterten großen Parkplatz geleitet, den wir gegen 23 Uhr erreichten. (N 37° 54'27.7 / E 22° 52'48.8) Zwei französische Reisemobile standen hier bereits, prima Übernachtungsmöglichkeit. Kurz die Lage gepeilt, den Hund gelüftet, dann wurde der Regen etwas stärker. Den hatten wir aber nicht bestellt, aber bei ca. 18 Grad hoffen wir auf Besserung.

Die Nacht war ruhig, am Morgen ließ der Regen nach, aber die Sonne wollte sich noch nicht zeigen. Noch im Halbschlaf lauschten wir den Gesängen des Priesters der Griechisch-orthodoxen Kirche, am heutigen Sonntag gab er es besonders viel Mühe, ausdauernd klang der melodische Gesang hinunter auf unseren Parkplatz. Wir empfanden das als eine angenehme Begrüßung, eben Griechenland.

Die Reisemobile vom Vorabend fuhren, es kamen neue zur Stippvisite. Ein deutscher Reisemobilst beklagte seine große Enttäuschung über Griechenland, unfreundliche Menschen, keine vernünftigen Stellplätze und viel Müll. Sicherlich kann man die problematischen Seiten Griechenlands nicht völlig ausblenden, aber wenn man nur die negativen Seiten sehen will, na dann einen schönen Urlaub. Dieser destruktive Mensch hat sich von einem Reisemobilfreund zum ersten Mal zur Mitfahrt überreden lassen, wir waren froh, so eine Reisebegleitung nicht zu haben!

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Wir schlenderten durch den touristischen Ort mit seinen vielen schönen Tavernen, Andenkenläden und kleinen Supermärkten. Da uns das Mineralwasser ausgegangen war, wurde Nachschub erforderlich. Ein 6er-Pack a 1,5 Liter für 1,80 Euro auf den Kassentisch gewuchtet, eine griechische Kundin vor uns ließ uns mit einer freundlichen Geste den Vortritt zum bezahlen. „Efcharisto“ (danke) und schon strahlten die Dame samt Kassiererin, „Parakalo“ (bitte) war die Antwort. Und das in dieser touristischen Hochburg. Wir dachten an den negativen Kommentar über die unfreundlichen Griechen des oben erwähnten Reisemobilsten. Aber wie ist das? So wie man den den Wald herein ruft, so schallt es heraus!  

Unser“ Wäldchen direkt an der Ausgrabungsstätte zum Übernachten gab es noch immer, so gepflegt wie noch nie. Nur die Zufahrt hatte sich geändert. Übrigens, der schon erwähnte Reisemobilst wollte hier nicht übernachten, denn dort stand ja ein Container! Was seinem Freund nicht hinderte dort zu bleiben, oder wollte er einfach nur Distanz? Was will der Kritiker eigentlich, keinen Müll, aber auch keine Behälter für den Müll? Man fragt sich wirklich welche Komplexe diesen Menschen mit der „ordentlichen Brille“ quälten. Er sollte Daheim bleiben!

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Direkt neben dem Parkplatz befand sich eine frei zugängliche kleinere Ausgrabungsstätte, es läßt sich nur ahnen welche Schätze tief im Erdreich hier noch ruhen. 

Das Wetter war bewölkt, aber immerhin um die 20 Grad. Unsere Fähre nach Kreta legt erst um 21 Uhr ab, hatten wir viel Zeit zu entspannen.

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Da heute Sonntag war, haben wir uns eine der vielen Tavernen zum Mittagessen ausgesucht. Mit etwas Misstrauen betraten wir die touristische Taverne “Marinos“, die mit ihrer mit Bildern der Gerichte versehenen umfangreichen Speisenkarte in drei Sprachen uns normalerweise eher abschrecken würde. Da aber überwiegend Griechen dort saßen, haben wir nicht lange gezögert.

Nach dem Essen waren wir überzeugt, große Auswahl, angemessene Preise, mit dem bestellten griechischen Kaffee wurde uns sogar ein Stück Kuchen mit Sahne spendiert. Der Greeksalat, als kleine Portion ausgewiesen, kostete 3,50 Euro, der war mindestens genauso groß wir der auf dem Schiff für 6,50 Euro. Der ½ Liter Weißwein des Hauses wurde mit 2,50 Euro berechnend, unter dem Strich kamen 23 Euro heraus. Sehr empfehlenswert und mit Blick von der Terrasse auf unser geparktes Reisemobil. Ein gelungener Start.

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