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Masuren Reise mit Heka-Mobilreisen, Mai/Juni 2007

Ein Reisebericht von Peter Schmidt und Mascha Schill

Eine Reise nach Masuren war schon seit Jahren mein Wunsch. Auch meine Frau hatte Lust dazu, scheute aber auf Grund der vielen Gerüchte und Erzählungen über die angeblich schwierige Sicherheitslage in Polen vor einer Individualreise zurück. Beide sind wir schon seit vielen Jahren begeisterte Individual-Reisemobilisten und haben von Italien und Spanien bis Nordnorwegen, von der Bretagne bis nach Kroatien viele Reisen – teils mit Freunden, meist aber auf eigene Faust gemacht. Um eine Polenreise zu realisieren blieb also nur die Variante einer geführten Reise. Dem gegenüber hatte wiederum ich einige Vorbehalte, ließ mich aber schließlich doch überreden.

Über das Internet machten wir uns schlau, denn es gibt ja durchaus zahlreiche Anbieter, die solche Reisen durchführen. Bei unserer Recherche blieben wir aber dann doch schnell bei Heka-Mobilreisen hängen. Irgendwie machten die Internetseiten dieses Anbieters einen freundlichen und kundigen Eindruck. Mich überzeugte sehr, dass die Veranstalter Polen sind und sich ganz offenbar gut im Reiseland auskennen. Auch dass sie die Reise nur mit maximal 8 Fahrzeugen durchführen, nahm mich für das Angebot ein.

Ein Telefonanruf bei Heka-Mobilreisen an einem Sonntagabend (!) im März brachte die Entscheidung: am Telefon war der Chef Matthias Hejne selbst und gab mir auf eine sehr sympathische Art und Weise Auskunft auf alle meine Fragen. Alle meine Zweifel waren beseitigt und wir meldeten uns gleich für die Reise an. Pünktlich und rechtzeitig kamen alle Reiseunterlagen per Post, ein paar Tage vor Abreise rief uns Heka-Mobilreisen nochmals an und erkundigte sich, ob von unserer Seite alles klar sei.

Zwischenzeitlich wussten wir auch, dass wir nur mit 4 Reisemobilen + dem des Reiseleiters unterwegs sein würden. Da war es besonders spannend, die Gruppe auf einem BAB-Parkplatz in der Nähe von Frankfurt/Oder persönlich kennenzulernen. Hoffentlich würden es nette Leute sein – schließlich lagen 15 gemeinsame Reisetage vor uns. .

Noch vor der vereinbarten Zeit waren alle da und ein strahlender, quirliger von Unternehmungslust strotzender Reiseleiter mit Lebensgefährtin machten einen Picknicktisch des Parkplatzes zum Zentrum unserer ersten Lagebesprechung. Und schon da merkte man: das war alles perfekt vorbereitet!

Jede Reisemobilcrew erhielt nicht nur eine Polenkarte (in die in der Folge vor Abfahrt an jedem Tag die Tagesstrecke eingetragen wurde), auch wurde jedes Mobil mit einem Heka-Schild in der Windschutzscheibe ausgestattet und schon war der erste Schritt getan, aus den bis dahin unbekannten ReiseteilnehmerInnen eine Gruppe zu schmieden.

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 Mathias (auch das allgemeine Du wurde unkompliziert vom Reiseleiter angeregt) bot an, nach Grenzübertritt für alle Geld zu tauschen, da er bessere Konditionen bekomme, was dann auch so war. Für den Geldumtausch hatte die Reiseleitung für jede Mobilcrew bereits einen Umschlag mit Namen vorbereitet in den jeder seinen zu tauschenden Geldbetrag steckte. Scherzhaft meinte der Reiseleiter, dass es sich dabei um den ersten Test der Vertrauenswürdigkeit von Polen handele. Das provozierte wahrscheinlich den ersten Lacher dieser Reise, dem im Verlauf der Reise noch mehrere tausend weitere folgen sollten.

Schon während wir auf Mathias warteten, stellte sich das Gefühl ein, dass es eigentlich ganz angenehm ist, wenn man sich fast um nichts kümmern muss. Nach gemeinsamem Tankstopp – fast alle waren in Erwartung niederer Dieselpreise (ca. € 1.-) mit fast leerem Tank über die Grenze gekommen – ging es weiter zum etwa 50 km hinter der Grenze liegenden Campingplatz. Erste Überraschung: es handelte sich um einen sehr gepflegten, ruhigen Platz an einem idyllischen See, mit bester Sanitärausstattung und einem kleinen Restaurant, wo Heka-Mobilreisen bereits ein Abendessen zum gegenseitigen Kennenlernen organisiert hatte. .

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Bereits die Tatsache, dass Mathias bei dieser Gelegenheit die Krawatte, mit der er uns am Treffpunkt begrüßt hatte, ablegte und fortan nie mehr angezogen hat, war als untrügliches Indiz zu deuten, dass uns lockere und lustige Tage erwarten würden. Wodka und Bier taten das übrige um das gegenseitige Kennenlernen zu beschleunigen und am Ende des Abends kannten wir schon ziemlich sicher die Namen der anderen Mitreisenden. Allzu lang wurde der Abend dann aber doch nicht, denn am nächsten Tag stand uns mit rund 380 km die längste Strecke nach Marienburg bevor. Hier zeigte sich zum ersten Mal – und das sollte die ganze Reise über so bleiben – mit welcher Umsicht und Fürsorge die Gruppe von Mathias und Anna betreut wurde.

Mathias an der Spitze des Konvois beobachtete stets genau die Straßenverhältnisse, die Blitzer oder Polizeikontrollen, die Schlaglöcher und die Geschwindigkeitsbeschränkungen. So lotste er die Gruppe sicher und „ohne besondere Vorkommnisse“ über die Strecke - auch wenn diese so beschaffen war, dass am Abend nicht mehr alle alle Tassen in den Schränken ihrer Mobile hatten. Als eingefleischte Individualreisende merkten wir schon an diesem Tag den Unterschied: durch die umsichtige Führung hatte plötzlich auch der Fahrer mehr Muße, sich die Landschaft zu betrachten und den davon ausgelösten Gedanken nachzuhängen, und auch die Beifahrerin war nicht gestresst durch Kartenlesen oder die Suche nach dem richtigen Abzweig zum Campingplatz. Auch das Abendessen mit kühlem Bier stand schon wieder auf dem hübsch gedecktem Tisch des Campingrestaurants – was für eine Freude nach einem anstrengenden Fahrtag!

Bisweilen gingen wir in anderen Städten auch alle gemeinsam zum Abendessen. Mathias und Anna wussten immer, wo es gute, typisch polnische Gerichte gab und berieten uns bei der Auswahl. Für die Teilnehmer war es ein gutes Gefühl, dass sich Mathias und Anna immer im Dienst der Gruppe fühlten und durch ihre frohe und grundpositive Einstellung zu allen Dingen des Lebens stets für eine gelöste und lustige Stimmung in der ganzen Gruppe sorgten. „War das nicht wieder ein wunderschöner Tag“ hörte man Mathias oftmals am Abend eines Reisetages sagen der jeden Morgen mit einem fröhlichen „Die Brötchen sind da!“ begonnen hatte. Egal wo wir waren und zu welcher Zeit wir aufbrachen – Mathias hatte schon Brötchen für alle besorgt – woher auch immer, denn er kannte sich überall bestens aus - und begrüßte alle mit einem fröhlichen „Guten Morgen!“.

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Spätestens am zweiten Tag der Reise musste man einfach das Gefühl haben, man sei mit guten Freunden unterwegs und nicht mit einer organisierten, bezahlten Tour. Und das Schöne ist: dieses Gefühl hat sich über die ganze Reise nicht verloren – ganz im Gegenteil! Das wirkliche Bedürfnis, den deutschen Gästen die eigene Heimat zeigen zu wollen, war aus sehr vielen Details immer wieder herauszulesen!

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Wie hatte ich mich z.B. schon vor Reiseantritt darauf gefreut, in Lötzen mitten in der alten Festungsanlage des Generals Boyen zu übernachten! Mathias machte mit seinen Beziehungen wirklich wahr, was für „normale“ Touristen schlicht unmöglich gewesen wäre.

Zwei herrliche Abende und Nächte inmitten des alten Gemäuers, die Fahrzeuge zu einer Wagenburg zusammengestellt, am Lagerfeuer mit leckeren Krakauer Würsten zu denen die Frauen noch schnell einen Salat improvisierten, Heka-Wodka und Bier, bei sternenklarem Himmel und in himmlischer Ruhe – das war ein Erlebnis, das ich nie wieder vergessen werde!

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Zu diesem Zeitpunkt der Reise waren wir schon längst zu einem „eingeschworenen Haufen“ zusammengewachsen. „Schuld“ daran war vielleicht auch einer der vorangegangenen Abende an dem uns Mathias und Anna in Allenstein ganz spontan und ohne dass es zuvor im Programm stand, zu einer Masurischen Hochzeit führten.

Obwohl recht eigentlich eine für Touristen inszenierte Veranstaltung, wurde es ein wunderbarer Abend, der damit begann, dass wir mit einer Kutsche, begleitet von zwei jungen Mädchen auf Pferden durch Wiesen und lichte Wälder zu einem Gehöft abseits der Stadt gefahren wurden.

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Natürlich waren auf dem Bauernwagen auch Musikanten vertreten, die uns mit ihrer Musik einstimmten auf das Bevorstehende. Angekommen in einem typischen masurischen Gehöft, war der Begrüßungswodka natürlich obligatorisch.

Überall liefen Gänse, Ziegen, Kühe, Schweine und Hühner frei herum und mischten sich selbst in der Tenne, in der die Zeremonie stattfand, unter die Gäste.

Eine Zigeunerkapelle brachte die Gesellschaft in Schwung, zu essen und zu trinken gab es mehr als genug, alles sehr rustikal und direkt vom Hof. Getanzt wurde ausgiebig und als Höhepunkt suchte sich ein Pferd diejenigen Gäste aus, die „verheiratet“ werden sollten. Ein riesiger Spaß und ein Abend, der einen alles um sich herum vergessen ließ.

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Währenddessen standen die Wohnmobile, wie eigentlich immer, in sicherer Beobachtung durch Landsleute, die Mathias eigens dafür organisiert hatte. Auch wenn wir mal im Supermarkt einkaufen waren oder während einer Besichtigung auf einem Parkplatz standen, war stets für die Bewachung der Fahrzeuge gesorgt. Als Individualtourist hätte man da sicherlich ein Problem gehabt. Wie etwa in Südfrankreich hätte das bedeutet, dass einer immer hätte beim Fahrzeug bleiben müssen, während der andere besichtigt oder einkauft. Diese Sorge waren wir während der ganzen Reise völlig los. Auch als wir mal einen Fahrradausflug zu den Dünen von Leba machten – als wir die Dünen zu Fuß erklommen - Anna blieb bei unseren Fahrrädern und passte auf!

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Noch gar nicht erzählt habe ich von den diversen Schiffsreisen, die alle (wie so vieles, z.B. die vielen Stadt und Schlossführungen, so manches Essen sowie die Campingplatzgebühren) bereits im Reisepreis enthalten waren.

Es begann mit einer 5 stündigen Schiffsreise auf dem Oberlandkanal und der Passage der 5 Stufen, über die das Schifflein auf einem Schlitten über Land, den Berg hinauf gezogen wird und im Verlauf der Reise solchermaßen fast 100 Höhenmeter überwindet! Eine große Fahrt auf dem Mauersee, dem größten der masurischen Seen, bildete die Halbzeit unserer Reise – Grund genug für den Reiseleiter, eine Runde kühles Bier auf Kosten von Heka-Mobilreisen auszugeben!

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Und natürlich die Schiffsfahrt in Danzig, durch den Hafen vorbei am Solidarnosc-Denkmal und hinaus zur Westerplatte! Von der Stadt ganz zu schweigen: ein Juwel! Und dann wieder so eine typische Geste des Reiseleiters! Da wir eine kleine und relativ selbständige Gruppe waren, war es nicht nötig einen Reisebus zu chartern, der uns in die Innenstadt von Danzig gebracht hätte!

Wir entschieden uns, das mit der Straßenbahn zu machen, was ein Erlebnis für sich war und wunderbar funktioniert hat! Das dadurch eingesparte Geld stellte Mathias sofort wieder der Gruppe zur Verfügung indem er uns in Danzig zum Essen einlud!

An einem der Danziger Tage, an dem die Teilnehmer auch auf eigene Faust loszogen, begrüßte uns Mathias abends auf dem Campingplatz mit hochgekrempelten Ärmeln und über eine Schüssel gebeugt, in die er 5 kg Kartoffeln gerieben hatte: es folgte einer der vielen lustigen Abende - diesmal bei Kartoffelpuffern à la Chef! Wenige Tage später ließ es sich Mathias nicht nehmen, morgens in den Hafen zu gehen, leckere, fangfrische Dorsche zu kaufen und abends für die ganze Gruppe zu braten! Kulinarisch sein absolutes Meisterstück!

Natürlich haben wir „zwischendrin“ viel Sehenswertes erlebt, das Kloster Heiligelinde, die Ruinen der „Wolfsschanze“, den Geburtsort Herders und das Museum in Morag, Die Deutschordensritterburgen Marienburg und Litzbark-Warminski, das Heimatmuseum in Kartusy und vieles andere mehr, was im Reisebericht der Vorjahresreise von Bernd Loewe bereits ausführlich beschrieben ist.

Alles kann man in einem solchen Bericht gar nicht schreiben – man muss es erlebt haben! Es waren unbeschwerte Tage mit viel Information und jeder Menge durchweg guter Eindrücke und Erlebnisse. Mathias und Anna haben es perfekt verstanden uns ihr Heimatland näher zu bringen und ein großes Gefühl der Sympathie und Zuneigung für dieses wunderschöne Land bei uns erzeugen können.

Meine Zweifel gegenüber einer geführten Reise sind restlos verflogen – zumindest, wenn Anna und Mathias diese Reise führen! Im Gegenteil – wir sind froh und glücklich, dass wir dabei waren und haben es sehr genossen. Wahrscheinlich aber sind wir für weitere geführte Reisen mit anderen Veranstaltern ein wenig „verdorben“, denn es ist uns nur schwer vorstellbar, dass sich diese Reise noch toppen lässt! Zum Glück haben alle Mitreisenden und ihre Fahrzeuge die Reise ohne wesentliche Pannen oder Ausfälle erlebt. Kleinere Reparaturen hatte unser Reiseleiter aber stets im Griff und selbst bei größeren Schwierigkeiten hätte er Rat gewusst und für Abhilfe gesorgt. Bei einem kleineren medizinischen Problem einer Mitreisenden besorgte Mathias binnen einer Stunde einen Termin bei einem Facharzt und das Problem war behoben – besser geht´s nicht!

Gewiss kann ich mir nach wie vor vorstellen, eine solche Reise auf eigene Faust zu machen. Machbar wäre das in jedem Fall. Was mich aber in diesem Fall von dieser Form des Reisen überzeugt hat, ist die Unbeschwertheit und die Konzentrationsmöglichkeit auf das Erleben des Urlaubs und das Erfahren des Reiselandes, Faktoren, zu denen aber auch die nette Gesellschaft in der Gruppe nicht unwesentlich beigetragen hat.

Wir danken ganz besonders unseren perfekten Reiseleitern Anna und Mathias aber auch den Mitreisenden Ingrid und Eckhardt, Anneliese und Gerhardt, Marianne und Günter für ihre Reisebegleitung und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen – vielleicht schon beim nächsten Kundentreffen von Heka-Mobilreisen – ja, so was machen die auch!

Peter Schmidt / Mascha Schill, Stuttgart

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