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Griechenland - Peloponnes Mai Juni 2007, ein Reisebericht von Bernd Loewe

Manchmal kommt es Erstens anders, als man Zweitens denkt. Ende April trafen wir uns mit Wiener Reisemobilfreunden in Frankreich und fuhren die Route Napoleon bis Cannes. Unser Ziel war Portugal und Galicien. Dann zwang uns ein privates Problem nach 8 Tagen wieder nach Hause zu fahren. Am Donnerstag, den 18. Mai war es denn soweit, wir konnten erneut fahren. Nur unser ursprüngliches Ziel war uns für die verbleibende Zeit von rund 4 Wochen zu weit. Am Abend vor unserer erneuten Abreise fiel der Entschluss, wir fahren nach Griechenland. Das ist zwar geografisch gesehen auch weit, aber bis Ancona zur Fähre sind es nur rund 1.300 Kilometer.

Anreise

In Deutschland haben wir auf dem kostenlosen empfehlenswerten ruhigen Etappenplatz in Emmendingen übernachtet.

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Uneinsichtige Reisemobilisten können nicht akzeptieren, dass der kleine Behälter nicht für die Müllentsorgung vorgesehen ist. Auf solchen Plätzen nimmt man seinen Müll mit und entsorgt diesen bei passender Gelegenheit ordnungsgemäß. Oder?

Der nächste Tag brachte uns nach der Durchquerung der Schweiz ans „Mare Adriatico“. Der Stellplatz in Fano, etwa 50 tKilometer von Ancona entfernt, bot uns für 2 Nächte Platz um das Haupt in die Kissen zu legen, da wir erst für Sonntag, den 20. Mai 17 Uhr einen Platz auf der „Olympia Palace“ der Minoan Lines mit „Camping an Bord“ buchen konnten. Der Stellplatz liegt an der Straße und Meer, die Plätze sind sehr eng, Markisen und Tische sind offiziell verboten! Eine Entsorgung wird nicht geboten, nur Wasser und teilweise Strom war vorhanden. Dennoch war der Platz gut besucht. Einige Reisemobile trafen wir auf der Fähre wieder.

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Der Bummel durch Fano lohnt sich, ein schöne Innenstadt mit einem sehenswerten Altstadtteil.

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Fähre Ancona - Patras

Das Schiff war gut ausgebucht, daher war erst ab Igoumenitsa tatsächlich Camping an Bord möglich, selbst zum Fußballspielen wäre ausreichend Platz gewesen.

Aber Insider wissen ohnehin, dass der Begriff „Camping an Bord“ nicht allzu wörtlich genommen werden darf. Dicht bei dicht stehen die Reisemobile und Wohnwagen auf dem seitlich offenen Deck, jedes Fahrzeug wird mit Strom versorgt. Essen kann man im Selbstbedienungsrestaurant ganz ordentlich, die Preise sind noch gerade akzeptabel.

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Da die Benutzung des Gaskochers an Bord aus Sicherheitsgründen streng verboten ist, haben wir uns Deck zwei große Kaffee genehmigt. Dieser stellte sich als Nestcafe heraus und kostete schlichte 3 Euro, natürlich war das der Preis für einen Kaffee. Also was gehört zur Grundausstattung eines WoMo-Fahrers nach Griechenland? Ein kleiner elektrischer Wasserkocher oder ein Tauchsieder für die Überfahrt, um einen Kaffee zu kochen. Zu beobachten waren allerdings einige Camper, die sich um das Verbot trotz Merkblatt und Schildern nicht scherten.

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Ab Igoumenitsa wäre tatsächlich Camping an Bord möglich gewesen, selbst zum Fußballspielen wäre ausreichend Platz gewesen.

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Kastro Kilini - Sandstrände ohne Ende - der kleine Finger des Peleponnes

Unsere ersten Übernachtungen haben wir in Kastro Kilini vorgenommen, rechts am Robinson-Club und Campingplatz vorbei. An der dortigen Taverne am Strand ist sogar ein Ausguss für die Toiletten vorhanden, dafür werden allerdings zwischenzeitlich 2 Euro verlangt. Die Nutzung der Toiletten, der Strandduschen und Entnahme von Frischwasser sowie Abfallentsorgung wird vom Wirt Nakos organisiert und bezahlt. Dafür erwartet er verständlicherweise einen Besuch in seiner Taverne. Wenn auch die Preise nicht sehr günstig sind, die Qualität der Speisen ist ordentlich. Unser „Preisindex“ waren die Kosten für einen griechischen Salat, der hier immerhin 6 Euro kostet. Fast schon ein Standardpreis, nur in wenigen Tavernen war dieser auch schon mal günstiger zu haben. Auf der Fähre kostet so ein Salat in ähnlicher Qualität 6,50 Euro. Dieser Stellplatz ist übrigens kein Geheimtipp mehr, zu bestimmten Zeiten sollen hier über 50 Reisemobile stehen. Gut für den Tavernenwirt, aber schön ist das dann nicht mehr. Das veranlasst natürlich die Polizei den Platz regelmäßig zu räumen. Wir hatten allerdings Glück gehabt. Bis Mitte Juni war noch keine Aktion zu verzeichnen.

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Während eines heftigen Regens mit Gewitter konnten wir im Container der Taverne Zuflucht finden, ein gemütlicher Abend mit anderen Gästen des Stellplatzes und der unterhaltsamen Tochter des Besitzers.

2009: Die Taverne existiert nicht mehr!

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Nachdem wir mit dem Motorroller die Umgebung abgefahren hatten, verabschiedeten wir uns von diesem zu dieser Zeit schönen Platz. Hauptziel war in diesem Jahr die Mani, die wir vor über 10 Jahren das letzte Mal besucht hatten.

Die uns von den Vorjahren bekannten Stellplätze in Neochori und Elia können nicht mehr genutzt werden, hier soll die Tourist-Polizei unerbittlich durchgreifen. Entsprechende Warnschilder und zum Teil 2-Meter-Barrieren sind nicht zu übersehen. Leider ist es so, in Griechenland ist das freie Übernachten mit Reisemobilen behördlich nicht gestattet.

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