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Eesti (Estland) - Lettland

Wir erreichen das nördlichste Land des Baltikums, Estland. Dünn besiedelt und auch hier weite Wälder, Seen und Moore. Der Grenzübertritt erfolgte mal wieder im Regen, auch hier ohne jegliche Kontrolle, weiter ging es auf der gut ausgebauten Schnellstraße 4.

Auch in der Geschichte Estlands spielten die Ordensritter eine wichtige Rolle, die deutschen Eroberer hinterließen auch hier ihre Einschnitte. Ein halbes Jahrhundert sowjetischer Zwangsherrschaft haben tiefe Spuren im Land hinterlassen. Heute ist im Lande Optimismus angesagt, eine selbstbewusste Nation, die mit Zuversicht ihre Zukunft bestimmt. Weitere Informationen über Estland bei Wikipedia.

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Pärnu (Pernau)

Die gut ausgebaute E67 zieht sich schnurgerade durch Wälder, manchmal nah am Ostseestrand vorbei. Flotten Lkws machten wir Platz, mit 70 bis 80 km/h rollten wir dahin. Nach einem Tankstopp (1 Liter Diesel 13,70 EEK, knapp 90 Cent) erreichten wir Pärnu. Der Ort hat bereits seit 160 Jahren den Ruf als Kur- und Badeort. Wir parken unsere Reisemobile nach einem Tipp des WOMO-Führers strandnah im Kurviertel in der Nähe des „Kuursaal“. Ein Blick auf die Parkuhr, eine Stunde 50 lettische Kronen (EEK), der Tag 200 EEK ließ die Vermutung zu, exklusiver Ort, exklusive Parkgebühren. 200 EEK sind etwa 13,00 Euro.

Unten: Bild Wikipedia

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Im Hintergrund die Orthodoxe Kirche (erbaut 1768), rechts Emmas Alkoholshop. Unten ein typisches Holzhaus, Bild Wikipedia

Da wir noch kein Geld hatten, liefen wir zunächst unbeabsichtigt einen Umweg in die Stadtmitte, das Wetter hatte sich gebessert, es war recht warm. Wir schlenderten über die Hauptstraße und Fußgängerzone „Rüütli“. Bald fanden wir einen Bankautomaten, mit lettländischen Geld in der Tasche kehrten wir 15 Minuten vor Ablauf der Tagesgebührpflicht (8 bis 18 Uhr) zurück und verzichteten auf ein Parkticket.

Es zog wieder leichter Regen auf, dennoch ein Restaurant am heutigen Abend wollten wir aufsuchen. Das war ein „Pizzarestaran Steffani“ in der Nähe, die zu moderaten (für unsere Verhältnisse) Preisen um die 6 Euro eine akzeptable Pizza reichten. Während die Letten draußen auf der großen Terasse in der Kühle saßen, fanden wir einen freien Tisch von den zwei vorhandenen Tischen im Innenraum, dafür zog es dort fürchterlich.

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Am Abend trafen sich einige Jugendliche auf dem Parkplatz, schließlich war es Freitag. Keine direkte Belästigung der Reisemobile, nur ein wenig Musik (was die jungen Leute so darunter so verstehen, bum, bum …), kurz nach 1 Uhr fuhr der letzte Pkw. 

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Haapsalu (Hapsal)

Grauer Himmel, leichter Regen, was nun? Die Natur auf den Inseln Hiiumaa und Saaremaa erkunden? Lieber ein anderes mal! Noch ein Rundgang durch Pärnu, der Regen wurde stärker! Ab in die Mobile, ein großer bestens sortierter Supermarkt ergänzte unsere Vorräte. Selbst Wein in guter Auswahl war hier zu moderaten Preisen zu haben.

Auf guten Straßen rollten wir nach „Haapsalu“, fanden einen Parkplatz direkt an der Burg.

Die dort aufgestellten DIXI-Toiletten konnten wir zum Entleeren unserer Toilettenkassetten nutzen, schließlich machten wir das nach Möglichkeit jeden Tag und der geringe Inhalt ohne Chemie stellt ja letztendlich nichts anderes dar, als der Inhalt dort.

Solche Toiletten haben wir in allen drei Ländern gut nutzen können, entweder waren an den Picknick-Plätzen s.g. Trockentoiletten oder andere Toiletten. Die direkte Nutzung dieser Toiletten macht neben dem Toilettenpapier auch ein dicke Rolle Küchentücher erforderlich, damit man den oftmals nicht so appetitlichen Rand ordentlich abdecken kann. Die „Spatentechnik“ außerhalb jeglicher Bebauung war nur wenige mal erforderlich, mein „schlechtes Gewissen“ hält sich hier in Grenzen. Wobei mir eins wichtig ist, nur ohne Chemie ist eine natürliche Zersetzung möglich. Daher sollte man auch bei der Entleerung in den Trockentoiletten keine (völlig unnötige) Chemie verwenden, denn die Zusätze verhindern die natürliche Zersetzung.

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Burg von Haapsalu

Der Spaziergang über das Burggelände war noch trocken, im schönen Innenbereich wurde eine Konzertbühne aufgebaut. Außerhalb des Geländes konnten wir ein Team bei Filmaufnahmen beobachten, viele verkleidete junge Frauen als Nonnen und Männer als Geistliche bewegten sich nach den Anweisungen des Regisseurs.

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Die anschließende Erkundung des Ortes wurde bei doch sehr heftigen Regen abgebrochen. Das war ein Tag! Zunäscht erst mal trockende Hosen anziehen, dann nix wie weg und die Heizung anwerfen!

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Wir fuhren an den Stadtrand, direkt am Grünstrand „Vasikaholmi“ parken wir mit Blick auf das Meer die Reisemobile für die Nacht, ein guter Tipp aus dem WOMO-Führer. Der Regen prasselt, Schwäne, Gänse und Möwen hatten den Strand für sich.

Eine riesige Pfütze in der Nähe wurde von einigen einheimischen Fahrzeugen schwungvoll durchfahren, eine riesige Fontäne entstand und kostenlose Unterbodenwäsche dazu!

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Die gelbe Fahne am Strand stand laut Beschreibung für eine Wassertemperatur von 16 bis 18 Grad, am nächsten Morgen wurde die rote Fahne gehisst, unter 16 Grad! Freundlicherweise wurde zu dieser Jahreszeit noch keine Parkgebühr kassiert, obwohl wir schon den 14. Juni schreiben, oder war einfach auch den Kassierern das Wetter zu schlecht?

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Grauer Himmel und noch immer Nieselregen, kühle 12 Grad. In Deutschland bis zu 30 Grad, irgendwas stimmt hier nicht! Haben wir deswegen so viele „Müüa“ (zum Verkauf) Schilder an den Häusern gesehen?

Gegen Mittag erreichten wir auf besten Straßen Tallinn, der Campingplatz „Tallinn City“ war problemlos zu finden. Die asphaltierte Fläche zwischen Gebäuden bietet wenig Charme, mehr Parkplatzcharakter, aber am Rande des Platzes an einem Grünstreifen fanden unsere Mobile einen annehmbaren Platz. Schnell angemeldet, die Übernachtung kostete ohne Strom 320 EEK, immerhin knapp 21 Euro. Internet per „Hotspot“ stand kostenlos zur Verfügung, akzeptable Sanitäreinrichtungen und eine Waschmaschine für 40 EEK konnte auch „gebucht“ werden. Zufällig stand ein Taxi bereit, für 100 EEK fuhren wir bis am Rande der Altstadt, der Bus hätte für uns vier 80 EEK gekostet. Selbst das Wetter hatte ein einsehen, es blieb trocken und später kam immer wieder mal die Sonne durch.

Tallinn, die Hauptstadt von Estland

Die Sehenswürdigkeiten der Altstadt von Tallinn lernt man wie kennen? Natürlich durch einen ausgedehnten Spaziergang! In der Unterstadt das imposante gotische Rathaus, auf dem Platz ein Markt mit handwerklichen Artikeln, endlich fand ein Löwe (aus Zinn) den Weg in unser Gepäck für unsere heimische Sammlung. Von hier aus haben wir viele Gassen durchschritten, den Domberg erklommen und den vielleicht schönsten Blick auf die Altstadt und Bucht von Tallinn genossen. Was soll man nur erwähnen? Die Nikolaikirche, die Burg Toompea, die Stadtmauer oder die mittelalterlichen Häuser? Man muss das einfach gesehen haben, wahrscheinlich doch die schönste Hauptstadt der drei Länder!

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Am Nachmittag kehrten wir in ein Café in einem Innenhof ein, eine sehr schöne stilvolle Atmosphäre insbesondere auch im Innenraum. Gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg, die Sonne ließ sich sehen, die Pracht der Altstadt entfaltete noch mehr ihre Reize.

Aber auch resolute Fahnderinnen von Parksündern konnten wir beobachten, die Fahrzeuge wurden sogar fotografiert, dann das „Ticket“ hinter dem Scheibenwischer geklemmt. Ein Ferrari hatte bereits das zweite Ticket, aber das wird den Besitzer wahrscheinlich wenig kümmern.

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Käthi freute sich über “ihre” Straße!

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Ich weiß, ich weiß, mal wieder viel zu viele Bilder, aber die Stadt bietet sooo viele schöne Motive, dabei sind hier ein Teil der Bilder eingestellt!

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Auffällig war die touristische Ausrichtung in der Altstadt, vor einigen Restaurants nette Damen, die auf das Angebot aufmerksam machten, Mandelstände mit dem ständigen Probierangebot, viele Souvenirläden. In Riga war das (noch) nicht so ausgeprägt.

Die Einkehr in ein Restaurant, ein wenig Abseits von den Touristenströmen war gelungen, gut und günstig gegessen. Das Taxi zurück zum Campingplatz kostete nur 80,50 EEK, da vermisst man das Busfahren nicht! Die rund sieben Stunden sind schnell vergangen, ein ruhiger Abend schloss sich an. Allerdings blies ein heftiger Wind über den Platz, unser „Big Grasshopper“ schaukelte ein wenig. Der Stellplatz (hier genannt Campingplatz) hatte sich zwischenzeitlich zum Abend hin gut gefüllt, was mag hier in der Hauptsaison los ein?

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