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Polen - Litauen - Lettland vom 23. Juli bis zum 24. August 2003 

Ein Reisebricht von Ilse Warm, Geldern

Polen 

├ťber Stettin erreichen wir Leba an der Ostsee, der Campingplatz Ambre, liegt nah am Strand und ist fast ausgebucht. Es gibt aber gen├╝gend Campingpl├Ątze im Ort. Der Badeort und Fischereihafen, an der M├╝ndung des Fl├╝sschen Leba, ist der beliebteste Urlaubsort im ├Âstlichen Pommern, hier herrscht ein buntes, quirliges Treiben bis in die Nacht. Gleich in der N├Ąhe, im Nationalpark liegen die riesigen D├╝nen.

Bis Gdansk (Danzig) sind es 137 km, wir bleiben auf dem Campingplatz Stogi.

Auf der Bundesstra├če 7 geht es weiter nach Liksajny (Nickelshagen), Milomlyn (Liebem├╝hl) und Ostroda (Osterode) in Masuren um nach Spuren der Familie meines Mannes zu suchen. Hier auf dem Liebem├╝hler Friedhof entdecken wir einen Gedenkstein mit folgender Inschrift:1939 – 1945 Zum Gedenken der B├╝rger von Liebem├╝hl die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben und ihre Heimat verloren. "Sie mahnen zum Frieden" Die Liebem├╝hler am 24.08.2001

Von der 7 biegen wir jetzt ab auf die Bundesstra├če 16 Richtung Gietrzwald (Dietrichswalde), Olsztyn (Allenstein), Mikolajki (Nikolaiken) bis Augustow. Zwischen Mikolajki und Elk (Lyck) ist die Alleenstra├če eng und schlecht.

Litauen

Die Bundesstra├če 8 f├╝hrt direkt zum Grenz├╝bergang Budzisko / Litauen. Wir k├Ânnen an einen 5 km langen LKW-R├╝ckstau vorbeifahren.

Der Reisepass, KFZ-Schein, gr├╝ne Versicherungskarte und der Abschluss einer Haftpflichtversicherung f├╝rs Fahrzeug (14 Euro) ist notwendig. Grenzaufenthalt 90 Minuten.

 

In Litauen loben wir gerade die gute Stra├če, als vor uns eine gro├če Staubwolke aufgeht. Es folgten 9 km einer zahnradartigen Schotterpiste Richtung Vistytis zum Camping Viktorija. Doch ein sch├Âner Campingplatz am Vistyneckoe See an der Grenze zur russischen F├Âderation und Polen erwartet uns. Der Platz ist fast leer, was an Wochenenden aber nicht der Fall sein soll. St├Ârche begleiten uns auf der gesamten Reise.

Weiter gehts auf Litauens Stra├čen, die sich dann doch als gut erweisen und besser sind wie in Polen. Wir fahren entlang der russischen Grenze bis Kybartal, Kurdirkos-Naumiestis und ├╝berqueren in Jurbarkas die Nemunas (Memel). Die 141 ist gut ausgebaut und wir erreichen Silute (Heydekrug). Wir w├Ąren gern noch nach Vente zum Haff gefahren, aber auf dem Abzweig nach einigen 100 Metern ist wieder Schotterpiste angesagt. Kurz vor Klaipeda (Memel) gibt es eine doppelspurige Schnellstra├če.

Unser eigentliches Reiseziel ist fast erreicht: Die Kurische Nehrung in Litauen. Die Schiffspassage mit der kleinen F├Ąhre dauert 7 Min. zur Halbinsel.

50 km f├╝hrt die Stra├če durch dichten Kiefernwald bis Nida, der letzte Ort vor der Grenze zu Russland bis dort sind es noch 2 km.

Die Ostsee in Nida, links FKK- rechts Textilstrand.

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Nida (Nidden) bildest heute zusammen mit den Fischerd├Ârfern Juodkrante (Schwarzbrot), Pervalka (Perwelk) und Preila (Preil) die Stadt Neringa.

Der Campingplatz in Nida, das Sanit├Ąrgeb├Ąude ist sauber und gut. Vom Campingplatz sind es 1750 m bis zum Hafen in Nida und zum Kurischen Haff (zur Ostsee 800 m).

Es gibt am Strand ├Âffentliche ├ľrtchen, ein Loch im Betonboden mit Randerscheinungen!

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In Nida gibts auch ein Internet Cafe in einem typischen Holzhaus der Insel.

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Thomas Mann lie├č sich 1930 im Fischer- und K├╝nstlerdorf Nida ein Sommerhaus aus Holz bauen.

Palanga, der Kur- und Badeort liegt 25 km von Klaipeda entfernt und ist der gr├Â├čte Badeorte an der Ostsee in Litauen. Ruhe wie auf der Nehrung findet man nicht, daher suchen wir nach einem Bummel durch die Stadt und dem Strand, den eher bescheiden ausgestatteten Campingplatz wieder auf.

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Lettland

Bis zur Grenze sind es nur 16 km, ohne Wartezeit, nach weiteren 42 km lassen wir uns auf dem Campingplatz Gaili 12 km vor Liepaja nieder. Ein 3,4 ha gro├čer Platz, auf einer Wiese hinter dem ehemaligen Bauernhaus des Inhabers. Wir sind begeistert von dem ruhigen, sehr gepflegten, idyllisch gelegenen Campingplatz.

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Nicht weit vom kleinen, urigen Sanit├Ąrhaus entfernt finden wir das bekannte, stille ├ľrtchen im Wald.

Es ist sauber und dient f├╝r die Mittagszeit, wenn die Sickergrube sich regenerieren muss.

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Bis zur Ostsee sind es von hier 550 Meter, wovon 480 Meter mit dem Fahrrad befahrbar sind. Und dann, soweit das Auge reicht Wellen und Meer, Wald und Sand und einige M├Âwen am Strand. Noch nie sind wir an einem Strand gewesen, an dem das Fahrrad fahren so leicht war.

Bis Liepaja sind es 12 km, wir fahren am Strand entlang und treffen keine Menschenseele - nur eine ;-)

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Liep├ája - Stadt der Linden, denn ihnen hat die Stadt ihren Namen zu verdanken (lettisch liepa "Linde") und noch heute wachsen sie zahlreich in der Stadt. Ein Land welches vom Tourismus noch nicht ├╝berrollt wurde. Die Menschen freundlich, die Stra├čen in gutem Zustand, die Preise noch g├╝nstig.

Ohne Wartezeit passieren wir die Grenze von Lettland nach Litauen und fahren ├╝ber die A 1 bis Kaunas. Wir parken unser Reisemobil zum ersten Mal auf einem unbewachten Parkplatz. Italienische Reisemobilfahrer machen dort Rast und erkl├Ąren sich bereit aufzupassen. Von Kaunas geht die Fahrt weiter bis Vilnius. Vorher wird noch in einem Supermarkt an der A1 eingekauft, es gibt alles. An der Strecke werden ├╝berall Honig, Waldbeeren und Pfifferlinge angeboten.

In Vilnius angekommen bekomme ich es zum ersten Mal mit der Angst zu tun, denn ├╝ber uns wird gerade eine Flug-Show geboten. Wie wir sp├Ąter sehen findet die 13. Hei├čluftballon Show statt.

Zum Abendessen gehen wir in eine Altstadt-Pizzeria. Vorher stellen wir unser Reisemobil auf einen gut bewachten Parkplatz, an der Uferstr. des Neris direkt hinter der M├╝ndung des Vilnia. (vorsicht, nachts wird der Platz von einem Hund bewacht; nicht aussteigen).

Eine Stadterkundung mit dem Fahrrad ist einfach bequemer und schneller, doch vor jedem Besuch einer Kirche mussten sie gut gesichert werden.

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Jetzt geht es zur├╝ck nach Polen. An der Grenze warten wir 65 Minuten, dann geht s weiter bis Elk (Lyck), wir bleiben ├╝ber Nacht auf dem Campingplatz Baza Hufca in Szeligi (Kleinseliggen). Wir sind die einzigen G├Ąste direkt am Jez. Selmet Wlk. (Sellmentsee).

Elbing / Elblag.

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Es folgt eine Schiff- und Landpartie auf dem Elblag-Ostroda-Kanal. Der Oberl├Ąndische Kanal, ist eine in der Welt einzigartigen technischen Kuriosit├Ąt.

Der Gedanke zum Kanalbau ging damals dahin, den Transportweg von Holz aus den Oberl├Ąndischen W├Ąldern an die Ostseeh├Ąfen um das F├╝nffache abzuk├╝rzen, indem man Elbing ├╝ber den Wasserweg mit Osterode verband. Doch man h├Ątte 7 Seen auf 80 km L├Ąnge um insgesamt 104 Meter absenken m├╝ssen, um eine schiffbare Verbindung zwischen den St├Ądten herstellen zu k├Ânnen oder Schleusensysteme mit insgesamt 32 Kammern einbauen m├╝ssen, was viel zu kostspielig war. So kam der K├Ânigsberger Ingenieur Steenke auf die Idee, Boote auf Rutschen ├╝ber Land rollern zu lassen. ├ľkologisch, dynamisch und klimasch├╝tzend. Denn die Energie, mit der die Schiffe auf den Geneigten Ebenen zu trockener Erde die H├Âhenunterschiede ├╝berwinden, entspringt nat├╝rlicher Wasserkraft.

Wir fahren nach Elblag (Elbing) und kaufen auf dem Campingplatz Elblag ein Ticket f├╝r eine Fahrt auf dem Oberl├Ąndischen Kanal bis Buczyniec plus R├╝ckfahrt mit dem Bus. Die Fahrt dauert 5 Std. und endet nach passieren der 5 Ebenen in Buczyniec. Man kann aber auch bis Maldyty, 6,5 Std. oder bis Ostroda 11 Std. fahren. Eine Fahrt von Buczyniec bis Elblag ab 13.30 Uhr ist auch m├Âglich.

Unsere Fahrt beginnt auf dem Kanal in Elblag, vorbei am Campingplatz.

Vor den geneigten Ebenen f├Ąhrt das Schiff auf einen unter Wasser auf Schienen laufenden F├Ârderwagen auf acht R├Ądern. Auf ein Signal werden die R├Ąder in Bewegung gesetzt. Kurz darauf taucht allm├Ąhlich aus dem Wasser eine Plattform hervor, auf dem zwischen zwei Gel├Ąndern das Schiff ruht. Nachdem der F├Ârderwagen aus dem Wasser hervorgetaucht ist, f├Ąhrt der Waggon auf Schienen hinunter in den n├Ąchsten Kanalabschnitt.

Die Halbinsel Hel, ein traumhaft sch├Ânes Fleckchen Erde. Wir bleiben nur kurz in Jastarnia (Putziger Heisternest), dem touristischen Zentrum, es ist einfach zu voll auf dem Camping Draga. Machen noch einen kurzen Besuch im nicht sehr sch├Ânen Garnisonsst├Ądtchen Hel auf dem ├Ąu├čersten Landzipfel. Das Flachwasser der Pucker Bucht ist ein Dorado f├╝r Windsurfer.

Kolberg, mit europaweitem Ruf ist der gr├Â├čte Kurort der Region an der Ostsee. Auf der langen Promenade und der ebenfalls langen Seebr├╝cke herrscht ein buntes, lautes Treiben. Der Campingplatz Baltic Nr. 78 liegt am ├Âstlichen Stadtrand ca. 500 m vom Strand entfernt.

Wir fahren diesmal nicht ├╝ber die sehr schlechte Umgehung von Stettin (Szczecin), sondern ├╝berqueren die Oder auf der B 10 und fahren mitten durch die Stadt Richtung Grenz├╝bergang Lubieszyn (Linken). Nach 10 Minuten Wartezeit an der Grenze sind wir wieder in Deutschland.

Informationen:

Leba / Ostsee, Camping Ambre 35.65 Zloty (8,41 Euro)

Danzig, Camping Stogi, 42,64 Zloty (10,06 Euro).

Vistyneckoe See, Camping Viktorija  34 Litas (9.86 Euro).

Schiffspassage zur Kurischen Nehrung 110 Litas (31.90 Euro)

Inseleintritt 100 Litas (29 Euro).

Nida, Camping Nida, (-5 Litas ADAC Rabatt) 75 Litas (21.74 Euro).

Palanga, Camping Palanga

(16 Litas / 4.64 Euro inkl. Plumpsklo und abenteuerlicher Dusche).

Liepaja, Camping Gaili, 6 Lats / 9,36 Euro.

Vilna, bewachter Parkplatz, 24 Std. 22 Litas (6,38 Euro)

Szeligi, Camping Baza Hufca 25 Zloty (5,90 Euro)

Elbing, Camping Elblag (35 Zloty 8.25 Euro)

Jastarnia, Camping Draga 29 Zloty (6.84 Euro).

Kolberg, Camping Baltic Nr. 78 kostet 39.10 Zloty (9.22 Euro)

Schiff-Fahrt auf dem Oberl├Ąndischen Kanal bis:

Buczyniec 5 Std. / 65 Zloty (15,33 Euro),

Maldyty, 6,5 Std. / 70 Zloty,

Ostroda 11 Std. / 80 Zloty.

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