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Sardinien vom 17. Juni bis 01. August 2004 - ein Reisebericht von Ilse Warm.
Traumhafte Buchten, weite Str├Ąnde, glasklares Wasser, Schafe, Nuraghen und Steineichen, das ist Sardinien.

Diese Reise, da im Hochsommer, soll f├╝r uns ein reiner Badeurlaub sein.

An der 1850 km langen K├╝ste braucht sich niemand zu dr├Ąngen, es ist genug Platz. Auf den H├╝geln wachsen ├ľlb├Ąume, Kastanien, Stein-, und Flaumeichen und Reben f├╝r Weine von hoher Qualit├Ąt. Cannonau ist der bekannteste Rotwein der Insel, rubinrot, trocken, weich, voll und leicht bitter. Ber├╝hmtheit hat das wasserlose, runde Pane carasau erlangt, das den Hirten als wochenlange haltbare Wegzehrung dient, in den Gesch├Ąften wird es ├╝berall angeboten. Sardischer Schafsk├Ąse genie├čt einen hervorragenden Ruf, der bekannteste ist der Pecorino sardo, er schmeckt w├╝rzig-pikant. Aus ferner Vergangenheit ├╝berzieht Sardinien ein Geheimnis: 7000 kegelf├Ârmige T├╝rme - die Nuraghen - stehen in der Landschaft, der Zweck dieser Bauten verbirgt sich im Dunkeln der Geschichte, ebenso wie die Nuragher - eine Hochkultur voller R├Ątsel - zu den statischen Kenntnissen kamen, da sie offenbar nicht ├╝ber eine Schrift verf├╝gten, jedenfalls keine schriftlichen Zeugnisse hinterlie├čen.

Mit Zwischenstop in Ravensburg erreichen wir den Bodensee, fahren ├╝ber Lindau, Bregenz, Liechtenstein und erreichen die Schweiz. Unser Reisemobil hat 3,5 t, wir benutzen keine Autobahn und damit er├╝brigt sich der Vignettenkauf. Weiter geht es nach Chur bis zum Oberalppass auf eine H├Âhe von 2045 Meter, danach zum 2436 Meter hohen Furka, der in dichten Nebelschwaden eingeh├╝llt ist.

In Visp biegen wir nach Zermatt ab. F├╝r Touristen endet in T├Ąsch die Stra├če. Wir bleiben dort auf dem Campingplatz Alphubel und fahren mit dem Shuttlezug bis Zermatt. Das kleine Matterhorn im Wallis erreichen wir mit der Seilbahn. Wir versuchen eine Aufnahme vom 4478 Meter hohen Matterhorn zu machen, doch der Berg versteckt sich im Nebel.

Dann folgen wir der Strasse zum gro├čen St. Bernhard (2473m). Hier oben endet die Schweiz, wo noch heute im hochgelegenen Kloster die Bernhardiner Hunde gez├╝chtet werden. Wir essen im Restaurant St. Bernardo Italia und d├╝rfen vor dem Hotel ├╝bernachten.

Durch einen alten, sehr engen Eisenbahntunnel f├╝hrt eine Stra├če von Sestri Levante entlang der K├╝ste. Kurz vor Mon├Ęglia bleiben wir auf dem Camping LaSecco. Nach einem Pizzeria Besuch am Abend fahren wir morgens noch mal, aber nur ein kleines St├╝ck, durch diesen unheimlichen Tunnel. In Mon├Ęglia nehmen wir lieber die Serpentinenstrasse, die nie zu enden scheint, zur Via Aurelia.

Vorbei an Pisa erreichen wir Livorno und buchen f├╝r 141,20 Euro die F├Ąhre Moby Rider von der Moby Line mit "Camping an Bord" bis Olbia. Endlich, nach 13,5 Std. hat das alte qualmende Schiff, ein echter Seelenverk├Ąufer, Sardiniens K├╝ste erreicht. In Olbia angekommen nehmen wir Kurs nach S├╝den.

Nach Abstecher zum Cap Coda Cavallo und Sabbatino erreichen wir abends San Teodoro. Am Spiaggia Cala d' Ambra direkt am Strand ist das parken f├╝r Wohnmobile von 4 - 21 Uhr erlaubt. Auf einem anderen Parkplatz ├╝bernachten wir mit mehreren Wohnmobilfahrern. Jeden Morgen kommen K├Ąseverk├Ąufer. Auch wir kaufen einen halben Schafsk├Ąse 2,3 kg f├╝r 25 Euro. Am Kl├Ąrwerk in San Teodoro k├Ânnen wir f├╝r 5 Euro Ver- und Entsorgen.

In La Caletta stehen wir einige Tage, zusammen mit 5 Wohnmobilen, direkt am Strand. Unmittelbar nachdem weitere 5 Mobile eintreffen werden wir von der Polizei h├Âflich aufgefordert den Platz zu verlassen und auf dem zur├╝ckliegenden Parkplatz zu fahren.

Der gef├Ąllt uns aber gar nicht, darum setzen wir am folgenden Morgen unsere Rundreise fort. In Curcurica nur einen Kilometer vom Camping Cala Ginepro entfernt ist ein traumhafter Sandstrand, den man nur per Zufall findet. Hier treffen wir zum ersten Mal Deutsche.

Weiter geht es nach Orosei, Caletta di Osalla wo es wieder kilometerweite Sandstr├Ąnde gibt. Dorgali ist f├╝r Wohnmobile verboten, die Stra├če f├╝hrt um den Ort herum. Dann geht es durch einen Tunnel mit nur 3 m H├Âhe, danach eine Serpentine runter nach Cala Gonone. Im Ort sind alle Zufahrtsstra├čen zum Meer f├╝r Wohnmobile gesperrt. Eine K├╝stenstra├če endet nach 3 km, wo wir ├╝bernachten. Eine Treppe f├╝hrt 164 Stufen zur winzigen Bucht Cala Fuili hinunter. Fr├╝h morgens sind wir die einzigen Badeg├Ąste und k├Ânnen ungest├Ârt zwischen den Felsen Schnorcheln. Am Tag fahren viele Ausflugsschiffe zur Grotte Bue Marino vorbei.

In Cala Gonone fahren wir auf den Camper Service Platz Palmasera (12 ÔéČ mit Ver- und Entsorgung), der 150 Stellpl├Ątze anbietet. Da nur ca. 25 Wohnmobile dort sind gibt es reichlich Platz.

Das Areal ist sehr sch├Ân liegt aber leider nicht am Meer. Mit dem Fahrrad erkunden wir den Strand, Jachthafen und den Ort - eine Postkartenidylle.

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Eine Panoramatrecke f├╝hrt 63 km durch den "Parco Nazionale del Golfo di Orosei". Eine herrliche Aussicht ├╝ber die Bergwelt Sardiniens gibt es auf der Passh├Âhe Silana 1017 m. Die H├Âhen fallen dann als schroffe Steilk├╝ste ins Meer ab. Eine Traumstrecke f├╝r Rennfahrer, die uns auch ├╝berholen. In Baunei wird es eng doch danach liegt das Meer wieder vor uns und schnell sind wir in Santa Maria Navarrese. In Santa Maria Navarrese finden wir einen der sch├Ânsten Str├Ąnde auf unserer Rundfahrt vor. Von hier sehen wir in der Ferne die im Bau befindliche ├ľlplattform in Arbatax

In der N├Ąhe von Bari Sardo, s├╝dlich von Torre di Bari ├╝bernachten wir mit einer d├Ąnischen Familie bei der am Strand gelegenen Pizzeria und genie├čen dort gemeinsam eine Pizza. Bari Sardo, ein noch verschlafener Ferienort mit einem Hotel, wenigen Ferienh├Ąusern, einem leeren Wohnmobilstellplatz und einem Gem├╝sestand.

Wir "m├╝ssen" weiter und folgen der mit Oleanderb├╝schen ges├Ąumten Stra├če gen S├╝den. Unsere Reise geht ├╝ber Villaputzu nach Porto Corallo. Die n├Ąchste Nacht sind wir schon am Capo Ferrato und ├╝bernachten auf einem freien Platz neben einer kleinen Kirche mit Franzosen und Italienern.

An der bekannten Costa Rei finden wir keinen Parkplatz am Strand, die Ferienh├Ąuser sind bis ans Meer gebaut. In einer einsamen Bucht gehen wir schwimmen und fahren dann eine sehr sch├Âne K├╝stenstra├če bis Villasimius bis zum Capo Carbonaro mit seiner vorgelagerten Insel. S├╝dlich von Villasimius finden wir eine sch├Âne Badebucht am Golf Cagliari. Es gibt ein Toilettengeb├Ąude, doch es ist verschlossen und die Au├čenduschen sind kaputt. Dann bricht hinter uns in den Bergen ein Feuer aus und ein Hubschrauber landet vor uns auf dem Meer zum Wasser tanken. Sollte der Brand nicht schnell gel├Âscht werden, k├Ânnte es Stau geben. Wir sind ja beweglich und lassen uns von dem Hubschrauberl├Ąrm vertreiben.

Durch die Berge erreichen wir Sol├ánas wo schon 14 italienische Wohnmobile stehen. Der Parkplatz liegt an einem sehr sch├Ânen Sandstrand in einer Bucht. Wir bleiben 3 Tage, doch dann wird ein Schild aufgestellt: Durchfahrt ab 2,5 t verboten – aus der Traum. 53 km weiter sind wir in Cagliari, wir besuchen den alten Stadtteil, der auf einem H├╝gel liegt. Dann geht es weiter nach Nora am Capo di Pula an einen ├╝berf├╝llten Strand.

In Torre di Chia machen wir einen Spaziergang hinauf zur Nuraghe und genie├čen eine atemberaubende Aussicht.

Wir fahren bis Capo Spartivento auf den Wohnmobilstellplatz "L'Oasis", ein etwas besserer Parkplatz und zahlen f├╝r 12 Stunden 6 ÔéČ mit Ver- und Entsorgung. Wir treffen au├čer einem Holl├Ąnder viele Italiener an. Er liegt sehr abgelegen bei Domus de Maria und ist f├╝r uns das s├╝dlichste Ziel unserer Reise um Sardinien. Weiter geht es entlang der Costa del Sud >eine wildzerkl├╝ftete Bergstrecke<. Von Teulada bis Portoscuso ist das Land flach. Die Insel Carloforte liegt in Sichtweite.

Jetzt fahren wir die Costa Verde nach Norden bis Iglesias, hier werden seit Jahrtausenden Metalle gesch├╝rft, eine Bergstrecke bis Fluminimaggiore, weiter bis ├Çrbus, G├╣spini und Bosa Marina, wo wir endlich einen geeigneten ├ťbernachtungsplatz finden. Hinter der Temo M├╝ndung liegt sehr sch├Ân das alte St├Ądtchen Bosa.

N├Ârdlich von Alghero ragen Kalksteinklippen ins Meer, hier gleicht die Gegend stellenweise einer Mondlandschaft mit Kratern, H├Âhlen, bizarren Felsformationen und Klippen aus rotem und wei├čem Gestein. Bis zum Capo Caccia ist es nicht mehr weit. Wir fahren bis zur Klippe hinauf und ├╝bernachten auf einem kleinen Platz seitlich der Stra├če.

An der Nordk├╝ste machen wir kleine Stops, fast ├╝berall ist das Parken f├╝r Mobile verboten. Dann besuchen wir Castelsardo mit seiner alten Festungs-Anlage. In engen Gassen gibt es eine Anzahl von Restaurants, Souvenirl├Ąden und Frauen die in den Hausfluren K├Ârbe binden.

Wir machen Abstecher zur Isola Rosso weiter durch die Gallura, eine H├╝gellandschaft, bis zur Costa Paradiso auf einen Camper Service Platz in Vinola Mare. Der Camper Service Platz "Oasis Gallura" liegt nicht weit vom sehr sch├Ânen Strand und kostet 11 Euro mit Ver- und Entsorgung. Gleich nebenan gibt es zwei gro├če Campingpl├Ątze.

Santa Teresa Gallura ist f├╝r Mobile gesperrt aber es gibt einen kostenlosen Stellplatz ohne Ver- und Entsorgung.

Wir fahren nach S├╝den und bleiben mehrere Tage vor der Insel “Isola dei Gabbiani“ - ein Campingplatz Areal - das durch einen Damm verbunden ist. Unter den ca. 20 Reisemobilen befinden sich auch 2 Deutsche. Ein sch├Âner Strand und eine ideale Bucht zum Surfen.

Doch dann wird der Wind f├╝r uns zum Surfen zu stark und wir fahren weiter entlang der ber├╝hmten Costa Smeralda. Wir schauen uns Porto Cerva und Golfo Aranci an und bleiben kurz in Pittulongu wo inzwischen ein starker Wind bl├Ąst und wir das Wohnmobil nicht verlassen wollen. Vor uns liegt schon die Felseninsel Tavolara vor Olbia. Eine Weile schauen wir noch den Surfern zu, um dann Olbia noch einen Besuch abzustatten. Die letzten Tage st├╝rzen wir uns noch einmal in das Strandleben von San Teodoro. Die Schulferien haben begonnen, jetzt wird es sehr voll am Strand und es ist wird Zeit an die Heimreise zu denken.

Am Horizont geht die Sonne unter und wird vom Qualm der Moby Rider verdunkelt, was uns gar nicht gef├Ąllt. Bei “Camping an Bord“ kann die Heimreise beginnen.

Ab Livorno erreichen wir ├╝ber die SS1 Sarzana, weiter ├╝ber die P├Ąsse "del Righedo und del Cisa" bis Berceto Richtung Piacenta, dann den Autobahnring um Mailand und schnell sind wir in Como. Schon geht es auf die Passstra├če zum 2108 m hohen St. Gotthard, wo wir auf der Passh├Âhe die Nacht mit ca. 20 Mobilen verbringen.

Das n├Ąchste Ziel ist der Vierwaldst├Ądter- Zuger- und Z├╝richer See in Schaffhausen erreichen wir die Grenze und sind abends in der N├Ąhe von W├╝rzburg, wo wir mit Freunden noch einige Tage unseren Urlaub ausklingen lassen.

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