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Italien 2006 - Rom - Sardinien, ein Reisebericht von Bernd Loewe

Nachdem wir so begeistert von unserer Tour im Spätsommer 2005 von Sardinien waren, zog es uns bereits wenige Monate später erneut dort hin.

Informationen über Sardinien finden Sie hier, die Einleitung zum Reisebericht Sardinien 2005. Lesen Sie den Bericht Seite für Seite als Fortsetzung oder klicken Sie einzelne Teile an.

Am 5. Mai war das Reisemobil gepackt, gegen 13 Uhr starteten wir unsere Reise. Nach einer fast staufreien Fahrt erreichten wir wir gegen 19 Uhr den Stellplatz in Müllheim, nahe an der Schweizer Grenze, Richtung Basel. In Müllheim sind 6 mehrere kleine Stellplätze ausgewiesen. Unser Übernachtungsplatz liegt an der Nussbaumallee, gegenüber dem Rathaus, neben einer Schule. Auf einen Pkw-Parkplatz direkt an der Straße sind 3 kostenlose Stellplätze in Pkw-Größe für autarke Reisemobile für maximal 2 Nächte beschildert. Kein Strom, keine Ver- oder Entsorgung. Dafür nah an der Innenstadt mit einigen Restaurants ab 200 Meter. Uns hat das naheliegende türkische Restaurant gut gefallen.

Am nächsten Morgen waren wir kurz nach 8 Uhr „auf der Piste“. Die Schweizer Schwerlastabgabe für unser 4.6 Tonnen Reisemobil hatten wir schon im September 2005 entrichtet. Für 32 Franken (26 Euro) kann man sich damit innerhalb eines Jahres 10 Tage in der Schweiz aufhalten. Die einzelnen Aufenthaltstage trägt der Fahrer selbst ein. Kein Vergleich zu der horrenden Maut mit Lkw Gebühren in Österreich. Außerdem sagen alle Routenplaner, dass die Strecke über die Schweiz kürzer ist, wenn man vom Ruhrgebiet aus Italien zum Ziel hat.

Irgendwann werden wir auch mal die zahlreichen Tunnels zählen, die die Schweiz wie den gleichnamigen Käse durchlöchern. Da der St. Gotthard-Pass wegen Schnee noch gesperrt war, durchfuhren wir diesmal den 17 Kilometer langen, ein wenig bedrückenden Tunnel durch diesen Berg und frühstückten gegen 10:30 Uhr nach der Durchfahrt. Die beiden Parkplätze nach der Gotthard-Raststätte Süd eignen sich auch zur Übernachtung. Ausdrücklich ist dort ein Aufenthalt von 15 Stunden gestattet. Das Navigationssystem wies noch 705 Kilometer bis Rom aus, also nicht zu lange sitzen bleiben und ab auf die Bahn.

Zügig umfuhren wir Mailand und sausten durch zahlreiche Kurven der Toskana auf der nicht immer besten Autobahn Richtung Rom. Gegen 19 Uhr erreichten wir nach etwas Suchen den Stellplatz „Planet Camper“ außerhalb von Rom, am Autobahnring. Vielleicht sollte dem Piloten was geboten werden, denn wir durchquerten während unserer kurzen Irrfahrt einen lebhaften Straßenstrich mit vielen äußerst spärlich gekleideten „Damen“ vom horizontalen Gewerbe an einer Ausfallstraße. Die fast blanken Pos sprachen für die angenehmen Außentemperaturen. Leider keine Bilder ... Nach diesen „Irritationen“ erreichten wir nach einer Strecke von insgesamt 1.540 Kilometern den Stellplatz in der Nähe des Castel Giubileo.

Für die Autobahnstreckte von der Schweiz bis Rom sind für unser zwillingsbereiftes Reisemobil Mautgebühren in Höhe von 33,90 Euro in der Kategorie 6 angefallen.

Getankt haben wir Diesel für 1,244 Euro pro Liter. Klage mir noch einer über die Dieselpreise in Deutschland, in Müllheim haben wir 1,159 bezahlt.

Stellplatz „Planet Camper“

Die Stellplatzgebühren des „Planet Camper“ betragen 15 Euro einschließlich Strom und Ver- und Entsorgung. Die verlockende Beschreibung stimmte, Freibad, gutes Restaurant und Pizzeria „molo 7“ mit Terrasse direkt am Tiber. Die ausgezeichneten Pizzen ab 7 Euro, eine Flasche Rotwein 7 Euro, eine Flasche Mineralwasser 2 Euro. Das schönste an italienischen Restaurants ist, es herrscht dort ein gesetzliches Rauchverbot. Die Süchtigen gehen friedlich nach draußen, um dort eine Zigarette zu rauchen. Zufrieden huschten wir in die Kojen. Der Autobahnring, der unmittelbar am Platz vorbeiführt, war Dank unserer Müdigkeit nicht so störend wie zuerst vermutet.

Zum separaten Bericht 3 Tage Rom

Weiterfahrt nach Piombino nach drei Tagen Rom

Am nächsten Morgen wurde eine komplette Ver- und Entsorgung vorgenommen, die Scheiben geputzt und die Maschine angeworfen. Wir mussten für die vier Übernachtungen immerhin 65 Euro zahlen. Wir fuhren erst über die SS 2, dann über die SS 1, der Via Aurelia fast immer vierspurig mautfrei durch eine schöne Landschaft nach Populonia, in der Nähe des Fährhafens von Piombino. Laut dem WOMO-Führer von Schulz sollte man dort direkt am Strand gegen eine Gebühr von 10 Euro parken können. Der Tipp war leider überholt, die Ortszufahrt war für Fahrzeuge über 2 Meter Breite gesperrt. An der Landstraße, am Abzweig zu Populonia war ein großer Wiesenparkplatz eingerichtet, dort können auch Reisemobile für 15 Euro 12 Stunden parken!!

Wir haben es vorgezogen in den Hafen von Piombino zu fahren, dort ist das Parken für Camper von 22 bis 8 Uhr gegen eine Gebühr von 8 Euro gestattet. Leider konnten wir auf die Abendfähre nicht mehr umbuchen, da das Schiff ausgebucht war.

Auf dem Parkplatz haben wir bis zur Abfahrt der Abendfähre der Linea dei Golfi um 22 Uhr gewartet, anschließend ist auch am Fährableger das Übernachten für die Fährgäste der Abfahrt am nächsten Morgen um 10 Uhr gestattet. Allerdings legte unser Schiff bereits vor 5 Uhr morgens an, die Lkws brausten an den 3 Reisemobilen vorbei, die hier übernachteten. Ob der 8 Euro-Parkplatz ruhiger gewesen wäre? Das ist anzunehmen, da dort nicht die Ausfahrtstraße vorbeiführt. 

Überfahrt nach Olbia, Sardinien

Bereits vor 9 Uhr konnten wir auf das Camperdeck fahren, das fast vollständig überdacht ist. Fahrplanmäßig sollte das Schiff um 10 Uhr ablegen, um kurz nach 11 Uhr war es soweit. Nur 12 Reisemobile und ein VW-Camper wurden eingewiesen. Die Auffahrrampe war harmlos, dennoch die Luftfedern an der Hinterachse wurden kurzfristig auf über 6 bar aufgepumpt, die Motorrollerbühne hat nicht aufgesetzt. Das neue Schiff aus dem Jahre 2004 bietet Sanitärbereiche samt Duschen. Neben einem Selbstbedienungsrestaurant ist sogar ein Kinderspielbereich an Bord. Aber viel Service wurde nicht geboten, denn das Schiff war nur etwa ¼ ausgelastet, entsprechend lustlos waren die Angebote. Unser überdachtes Plätzchen mit Blick aufs Meer auf dem Camperdeck, bot hinter dem Mobil tatsächlich die Möglichkeit ein Stühlchen aufzustellen. Camping an Bord wäre also fast wie im Prospekt abgebildet möglich. Aber gemütlich im Mobil sitzend und auf das Wasser schauend hat auch was, denn wir standen am Rand des Decks mit ein wenig Meerblick.  

Parken im Hafen mit Werbung der Linea dei Golfi und MobileTouren.

Wasserpolizei

Immer wieder herrliche Ausblicke.

Land in Sicht, Sardinien!

Die Überfahrt Piombino - Olbia ist laut Werbung mit etwa 5 ½ Stunden eine der kürzesten Überfahrten, gefahren sind wir 6 ¾ Stunden.

Aber was soll’s, eine ruhige Überfahrt, problemloses ausschiffen und empfangen haben uns Temperaturen von immerhin 19 Grad.

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Die ersten Tage auf Sardinien

 

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