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Unsere Reise in den Norden - Schottland 2006

Ein Reisebericht von Herbert Weinzierl

Es war schon ein recht schweres StĂŒck Arbeit und kostete einige Überzeugungskraft meine “Griechenlandbadeurlaubfamilie” von einer Reise nach England und Schottland zu ĂŒberzeugen, aber schlussendlich habe ich es mit dem Angebot von Delfinen fĂŒr die Tochter und Fisch und Chips fĂŒr den Sohn dennoch gepackt.

Das war also geschafft und los ging es am 29.7. abends Richtung Köln um dort noch einen Tag zu verbringen. In Köln angekommen wunderten wir uns schon etwas, dass eine riesen Fete am laufen war und ziemlich alle, die gehen konnten unterwegs waren. Was wir Erzbayern nicht wussten, es war Lichterfest und damit am Rheinufer die Hölle los. Entsprechend war der Stellplatz an der Schanze, hinter dem AXA Haus, gerammelt voll. Dennoch bekamen wir vom Platzwart einen Notstellplatz zugewiesen und konnten so das Feuerwerk noch genießen. Hier gleich noch ein dickes Lob an den Stellplatzwart.

Nach einem Tag Köln und dem Besuch des Queen Musicals, das absolut empfehlenswert ist, ging es weiter nach DĂŒnkirchen zur FĂ€hre. Es gibt nun eine (neue ?) FĂ€hre nach England die Dunquerke- Dover fĂ€hrt, www.norfolkline.de, die deutlich billiger ist als die anderen, wenn ĂŒber Internet gebucht wird. Und mit der alle drei Reisegruppen gute Erfahrungen gemacht haben.

Die Überfahrt war nicht so rauh wie erwartet aber dennoch an Deck relativ zugig. Dann endlich waren sie zu sehen, die weißen Felsen von Dover. Bis wir uns versehen hatten waren wir auch schon aus dem Hafen und aus Dover raus und fuhren Richtung London, der ersten Station unserer Rundreise in GB.

Auf dem  Lidl  Parkplatz von Abbey Woods trafen wir gleich den ersten vermeintlichen EnglĂ€nder der im besten Deutsch fragte: “ob man in England wirklich Urlaub machen kann?“ Es war ein Deutscher, der in London lebt und daher die Frage so stellen musste, die Antwort blieben wir ihm erstmal schuldig.

Abbey Wood Camping, London der Campingplatz ist außerordentlich schlecht zu finden, das liegt auch daran dass bis zum Schluss ein Campingplatzschild den Weg weist und bei der letzten Abzweigung ein grĂŒnes Schild des The Caravaning Clubs die Abzweigung markiert. GPS Lo 0.11892 La 51.48687, leider gibt’s keine wirkliche Alternative zum Abbey Woods Camping, der nicht billig ist aber auch fĂŒr einen Trip nach London ideal liegt, da man mit der S- Bahn wunderbar reinfahren kann. Ansonsten gibt’s zu London nicht viel zu sagen, ist teuer, vor allem die Eintritte (im Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaude gibt es eine Happy Hour !)

London Tipp: durch Zufall sind wir in die Londoner City Hall gekommen. Man kann darin die Architektur  bewundern und einiges ĂŒber London erfahren. Das Beste aber ist, in der City Hall gibt’s eine wunderbare öffentliche Kantine in der man gĂŒnstig Snacks, Tee und Mittagessen bekommt, außerdem gibt es noch Gratistoiletten.

Um die teuren Eintritte in die meisten AbbeyÂŽs und Kathedralen zu vermeiden kann man sich zu den Andachten und Messen am Abend gesellen (Verhalten natĂŒrlich angepasst) z. T. gibt’s dabei auch hervorragende Kirchenchöre zu hören. Teilweise werden allerdings auch Touristen abgewiesen. 

Nach zwei Tagen London sind wir die Flucht nach vorne angetreten und haben schnurstracks, unserem Navi (wir nennen die Dame Susie) folgend, die Stadt verlassen und haben uns Cambridge angeschaut. Praktisch in England ist die Möglichkeit die StĂ€dte mit einem Park- and Ride System zu besuchen, da kosten die Erwachsenen 2 P und die Kinder sind frei, das ist meist billiger als die Innenstadtparkmöglichkeiten, die fĂŒr Womos sowieso oft problematisch sind.

Als Übernachtungsplatz schlug der Womo FĂŒhrer Sutton on the Sea vor. Das war leider ein Reinfall. Von den vier ausgewiesenen PlĂ€tzen haben wir nur drei entdeckt und davon war nur einer halbwegs brauchbar. Bei einem war das Verlassen des Womos wegen der Briese nicht möglich und der Dritte war eine Parkinsel direkt an der Straße. FĂŒr eine Nacht ging es.

Nach Cambridge, das uns gut gefallen hat, war York an der Reihe. Und ich muss sagen, die Stadt (Altstadt) hat es uns allen angetan, sodass wir die geplante Besichtigungszeit deutlich ĂŒberschritten haben und erst spĂ€t weiterkamen. Nach Ripon um den Platz am Ripon Marina zur Übernachtung zu nutzen. Leider war auch dieser nicht mehr als ein Schotterparkplatz am Fluss, dafĂŒr gabÂŽs gegenĂŒber einen astreinen Wiesencamping des Camping and Caravan Club, der mit 4.5.0 P auch noch sehr gĂŒnstig war. Allerdings nur CCI- Mitgliedern offen steht (siehe Tipp Camping).

Nun wurde es aber Zeit die Grenze zu Schottland zu ĂŒberschreiten was wir am nĂ€chsten Tag, nach einer ziemlichen Achterbahnfahrt auch taten. Der Übertritt wurde stilgerecht von einem Dudelsackpfeifer am Grenzstein begleitet.

Kurz darauf erreichten wir Edinburg, Mortonhall Caravan Club Site. Dieser Campingplatz ist nicht zu empfehlen, da in der Peak Season zu voll. Gut ist die Anbindung per Bus in die City. Wichtiger Hinweis: die Busfahrer können nicht mehr wechseln, das Fahrgeld ist abgezĂ€hlt bereit zu halten oder man zahlt drauf. Na und in Edinburg besuchten wir natĂŒrlich die Burg (Heritage Pass) und das Festival Fringe, das im August dort das Straßenbild und das Nachleben dominiert.

Als wir wieder zurĂŒck wollten kam ĂŒber eine Stunde kein passender Bus, als wir dann in den ersten Bus unserer Linie einsteigen wollten, verwehrte uns der Fahrer den Zugang, er hatte nur noch zwei SitzplĂ€tze frei, und wir waren Vier, Pech. noch mal warten, StehplĂ€tze gibt es scheinbar in Schottischen Bussen nicht.

Am nĂ€chsten Tag nutzten wir den Pass gleich weiter aus und besuchten Blackness Castle und den Lithingow Palace. Beides sehr sehenswerte Bauwerke. Hier hatten wir noch den Elan und freuten uns ĂŒber die Ruinen, spĂ€ter nahm die Begeisterung fĂŒr Bauwerke, bei denen Gras als Fußboden fungiert, deutlich ab. Bei der Besichtigung des Stirling Castles machten wir zum zweiten Mal mit der Regeleinhaltungssturheit mancher EnglĂ€nder Bekanntschaft.

Der ParkwĂ€chter schickte uns wieder fort da kein Platz mehr fĂŒr WOMOS vorhanden war. Der Parkplatz war zwar leer aber eben die Womo- StellplĂ€tze (6 Stck.) voll. Schade, so wurden wir keine 4 P los und suchten uns einen gĂŒnstigen Platz in der Stadt.

Zum NĂ€chtigen fuhren wir zum nahe gelegenen  Wallace Monument, auf dessenParkplatz es sich nach Dienstschluss (6.00 pm) gut nĂ€chtigen lĂ€sst. Wir erklommen den HĂŒgel und nicht das Monument, von dem man auch einen super Blick in die Landschaft um Stirling genießen kann. Neben dem im WOMO Buch beschriebenen Übernachtungsplatz am Monumentparkplatz haben wir noch eine kleinen Parkplatz (2-3 Mobile) auf der Richtung Stirling nach der nĂ€chsten Ortschaft gefunden. Liegt ruhiger und ist unter Duldung der Polizei.

Da sich um Stirling die Castles gerade so stapeln war der nĂ€chste Tag auch wieder mit drei Besichtigungen gefĂŒllt.

Darunter ein absolutes Muss fĂŒr Monty Phyton Fans, Dune Castle, hier wurden u.a. der Ritter der Kokosnuss gedreht. Vor den Besuch unbedingt noch mal den Film anschauen, das treibt dem echten Liebhaber die TrĂ€nen in die Augen.

Reizvoll ist auch die Inchverhory Abbey auf einer Insel in dem einzigen See Schottlands. Macht Spaß mit dem Boot da rĂŒber zu fahren. Und damit haben wir den Passtag wieder voll genutzt und uns einen geruhsamen Abend am Loch Venachar, verdient.

An diesem Loch finden sich an die drei gute ÜbernachtungsplĂ€tze auf der linken Seite des Lochs (die mit der Straße). Sehr ruhig und romantisch gelegen, 2-3 Womos mit MĂŒlleimern und einer Menge Midges, welche den Abend nicht ganz so geruhsam gestalteten als wir dachten.

Am nÀchsten Tag gings, leider bei Regen weiter nach Killin, einen ziemlich touristisch angehauchten Ort der aber an einem sehr schönen Fluss liegt. Der örtliche Campingplatz hÀlt sich auch strikt an die Vorgabe zwischen jedem GefÀhrt einen Abstand von 5m einzuhalten, wodurch wir keinen Platz bekamen.

Machte auch nichts, so fuhren wir wie geplant weiter zu einem richtigen Naturereignis, dem Glen Orchi zwischen Argyll und Bute entlang, wie könnte es anders sein,dem River Orchi. Leider fĂŒr große Brummer nicht so geeignet da ziemlich eng und kurvig. Leider auch mit nur wenigen Möglichkeiten zum Anhalten und fotografieren.

Die nĂ€chste Station ist Oban, wir waren leider nicht dort, hörten aber vielfach dass es absolut zauberhaft sein soll. Na ja ĂŒberall muss man nicht hin.

Unser nĂ€chster Stopp war der Parkplatz am Ben Nevis Skizentrum nahe Fort William. Auch hier war Regen und vor allem Nebel unsere stĂ€ndigen Begleiter, der Ben hĂŒllte sich ganztags in einen weißen Schleier.

Ganz wichtig fĂŒr alle Monty Python Fans ist auf dem Weg von Oban nach Fort William befindet sich das sagenumwobene Castle von AAAAaarghh (im richtigen Leben Stalker Castle) ein Besuch ist hier nicht möglich aber ein Foto von einem Cafe aus an der A828 durchaus ein Muss.

Von Fort William nach Mallaig geht der berĂŒhmte Harry Potter Zug (The Jacobite), da wir sowieso zur FĂ€hre nach Sky wollten und außerdem wieder mal zu spĂ€t aufgestanden sind, fuhren wir die Strecke mir dem Womo. Sie ist landschaftlich recht schön und beim Monument von Glenfinnan sieht man das Viadukt ĂŒber das der Zug im Potter-Film immer fĂ€hrt.

Beeindruckend ist auch der Blick ĂŒber das Loch.

Mit dem Zug kann man sicherlich auch fahren. wir haben es aber vorgezogen uns das Ding am Bahnhof Malliag von Außen anzusehen.

Mallaig ist ein nettes, wenn auch kleines Fischerdörflein in dem man Fish an Chips essen und auf die FĂ€hre warten kann. Viel besser zum Warten ist ein paar Meilen vor Mallaig links auf die B8008 am River Morar eine kleiner Sandstrand mit Meeranschluß. Hier gibt es auch einen Parkplatz auf dem zwar Camping verboten ist, sich aber scheinbar niemand drum kĂŒmmert und Toiletten sind auch da.

Dann rauf auf die kleine und relativ kurze FĂ€hre ( 45 min fĂŒr 36 P). Auf der Ile of Sky, gleich nach dem FĂ€hrhafen Armadale sind wir, einem Tipp eines französischen Womo Fahrers folgend, links nach Aird of Sleat weggefahren. Hier folgt eine ziemlich enge Straße die in einem Wende- / Parkplatz endet.GPS Lo -5.97546 La 57.03488. Übernachtung möglich wenn auch nicht besondern romantisch.

Wer keine Angst vor KĂŒhen und Bullen hat, sollte unbedingt die Wanderung zu der Sleat Sandbucht (2,5) m machen. Dort sind manchmal Delfine und man kann Baden, wer beides nicht mag findet wahrscheinlich in der  atemberaubende Landschaft einen Grund hier hinzufahren.

Unser nÀchstes Ziel lautete Dunveagan, da wieder einmal Ver- und entsorgung angesagt waren gingen wir auf den örtlichen Campingplatz der ausgenommen schön liegt und dazu nicht mal teuer ist. In Dunveagen gibt es 2 Pups 3 Restaurants und 1Cafe, ThatŽit.

Zweiter Teil

 

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