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1986 'ne Nordland-Tour, ein Reisebericht von Peter Sch√ľtt - 21 Tage durch Skandinavien

Ihr seid ja verr√ľckt ! So oder √§hnlich waren die Reaktionen unserer Freunde, wenn wir von Reisepl√§nen im Mobi durch Skandinavien erz√§hlten.

Es ist soweit, wir beladen jetzt das Mobil. Hoffentlich haben wir an alles gedacht. Cirka 6.30 meter werde ich also die n√§chsten 21- tage √ľber die Strassen bewegen. Schlimmer als das Chaos unser mobiles Heim zu beladen, kann da√ü Fahren auch nicht sein.

Wer die Kulturlandschaft der Heimat f√ľr drei Wochen gegen unber√ľhrte Natur eintauschen m√∂chte ohne sich Klimatisch umstellen zu m√ľssen, f√§hrt nach Skandinavien.

Unser Nachbarland D√§nemark ist schon seit vielen Jahren ein beliebtes Urlaubsziel. An weiten Str√§nden mit hohen Wellen und sch√§umender Brandung bietet sich ein ideales Umfeld f√ľr alle Arten von Urlaub. Der k√ľhle Meereswind sorgt daf√ľr, da√ü das Erreichen gesunder Br√§une nicht zur Qual wird. Kopenhagen, nat√ľrlich verfahren wir uns. Finden dann aber doch die F√§hre Helsing√∂r nach Helsingborg.

Schweden bietet dem Mobilreisenden neben der reizvollen Landschaft mit nordischen Urw√§ldern zwischen deren jahrhundertealten meterdicken Baumst√§mmen hinter denen man den Troll vermuten k√∂nnte, und seinen lieblichen Seenplatten, auch allerlei kulturelle Sehensw√ľrdigkeiten. Aber vier von f√ľnf Schwedinnen sind br√ľnett, und nicht blond. Uns aber zieht es in die Wildnis richtung V√§rmland.

Auf der Karte sieht das Gebiet aus wie ein umgedrehter Backenzahn mit Wurzelspitze in Norwegen

Hier gibt es noch W√∂lfe, B√§ren, Biber, Elche- ja und M√ľcken ! Den schwedischen B√§ren begegnet man am ehesten auf den Speisekarten. M√ľcken braucht man nicht zu suchen. Von den gr√∂√üten freilebenden Wildtieren Europas, den Elchen gibt es etwa 400 000.

Jeder f√ľnfte schwere Verkehrsunfall wird mittlerweise durch die liebestollen Bullen hervorgerufen, die je nach lust und laune √ľber die Strassen traben.Elche sind nur in der Tiefk√ľhltruhe ungef√§hrlich im Verkehr gibt es regelm√§√üige Totalsch√§den.

Wer das wei√ü, wird bei jedem der etwas d√ľmmlich-plump aussehenden Warnschilder automatisch langsamer. Das ist auch gut so, dann st√ľrmt man wenigstens nicht an den traumhaften W√§ldern und Seen vorbei, an die man sich noch lange errinnern  wird.

Auch nicht an diesen typischen dunkelroten Schwedischen Holzh√§uschen. Aber glaubt den Einheimischen nicht die Story das man zum Sreichen  nur Rinderblut hatte. Das ist ein schwedisches M√§rchen

Sonfjällets Nationalpark.

Hier soll es B√§ren Elche, Vielfrass und Luchse geben, gut da√ü wir keinen gesehen haben. Der Ruf eines Goldregenpfeifer durchdringt die Stille.Nach Sonne, Hagel, Gewitter und Regen, so war da√ü Wetter heute den ganzen tag, beschlie√üen wir den rest des tages und die Nacht √ľber hier zu bleiben. Stille kann Unheimlich sein!

Endlich Norwegen

Nachdem wir der Stille entflohen sind, haben wir beschlossen, jetzt soll es aber weiter nach
Norwegen gehen. Der Polarkreis,  66 grad 33 Minuten

Das Mobi rollt jetzt viel geschwinder, so als ob die arktische Luft seine Schwere aufhebe und der Norden ihn ansauge. B√§ume, B√§ume, lebende B√§ume hier. Sie scheinen uns entgegenzulaufen, steifen die Scheiben benahe mit ihren Zweigen. Wir haben jetzt den n√∂rdlichsten punkt unser Reise vor Augen, den Polarcirkel. Ich stelle das Mobi auf einem Randsreifen ab, dann gehen wir in den Souvenierladen. Ansichtskarten kaufen, da√ü n√∂tigste darauf schreiben, und als besonderen Clou einen nicht zu √ľbersehenden Polarkreisstempel.

Das wird Eindruck machen zu Hause. Na und was w√§re der Polarkreis ohne das Polarcertificat? Selbstverst√§ndlich lie√üen wir uns gegen eine kleine Geb√ľhr eins ausstellen. Das bekommt dann sp√§ter zu Haus einen Ehrenplatz.

Etwa 50 Meter hinter dem Haus verl√§uft dann der Polarkreis symbolhaft als wei√ü gestrichelte Linie √ľber die Stra√üe. Man konnte beobachten wie die Leute darauf reagierten, einer schlenderte betont l√§ssig dar√ľber, eine Frau traute sich nicht recht,  andere marschierten forschen Schrittes dar√ľber, wieder ein anderer stand mit gefaltenen H√§nden und gesenkten Haupte, wie in der Kirche davor, es war lustig die Leute zu beobachten. Dann waren da noch unz√§hlige T√ľrmchen aus √ľbereinander geschichteten Steinen die von Touristen zeugen die sich auf diese Art ein Denkmal gesetzt hatten. Manche cirka 50 - 80 zentimeter hoch, einige Mannshohe lie√üen erkennen da√ü echte W√ľteriche am Werke waren. Hier werden wir eine Nacht bleiben, es gibt ja so viel zu beobachten.

In der Nacht dann hatten wir das gro√üe Gl√ľck Polarlichter am Himmel zu bestaunen, ich kann es nicht beschreiben so etwas mu√ü man mit eigenen Augen gesehen haben.

Mitternachtssonne

Es ist 2. Uhr in der Nacht, die Sonne steht noch am Horizont. Aber was f√ľr ein Horizont! In dieser transparenten Luft meint man bis ans ende der Welt sehen zu k√∂nnen.

Ringsum sieht man die Buckel der H√ľgel die flacher werden, je weiter sie entfernt sind, wie die Wellen des Meeres die im Unendlichen zerrinnen.

Ein Morgen

Wiedermal so ein Morgen im Gebirge. Anfangs hing der Himmel noch tief, dann aber brach die Sonne durch. Erst ein gelber Fleck in der Wolkendecke, dann als goldene Kugel n√§her und n√§her ins graue Licht rollend. Dann ergo√ü sie sich blendend und gewaltig √ľber die ganze Landschaft.
 

Gleich unterhalb der Rentiermoos-wei√üen Kuppe wo unser Mobil steht flei√üt ein kleiner Bach mit einem kalten frischen Glucksen durch die Steine. Rasch eine kleine Morgenw√§sche die frische k√ľhle im Wasser macht einen fit f√ľr den neuen Tag.

Lappland

Man fährt mit 60 bis 80 kmh Geschwindigkeit die Landschaft.
Links und rechts gibt es vieleicht W√∂lfe, B√§ren oder Vielfra√ü; Tiere die um so kostbarer sind da man sie nirgends entdecken kann, jedoch immer ohne zu l√ľgen berichten kann, da√ü man ihre N√§he √ľberall gesp√ľrt hat und man f√ľr Augeblicke Angst hatte.

Die Sami.

Jeder Tourist, der die Provinz Lappland besucht, wird mit den Angeh√∂rigen dieses intresanten fast fremd anmutenden Volksstammes in Ber√ľhrung kommen. Nicht nur ihre bunte Tracht macht sie so auff√§llig, auch ihre K√∂rpergr√∂√üe, selten √ľber 150 - 160 cm gro√ü.
Sie begeben sich mit ihren Rentierherden, die oftmals aus mehreren tausend Renen bestehen, auf die wanderung um bessere Weidepl√§tze zu finden. Die Sami haben ihre eigene Kultur und ihre selbstst√§ndige Sprache. Sie halten an der Tradition der farbenfrohen  Trachten fest, die eindrucksvolle Handarbeit darstellen.

... und ewig rauschen die Wasser Es tr√∂pfelt rinnt pl√§tschert und sch√§umt √ľberall im Fjordland. Wasser gluckst in B√§chen neben den Strassen, zischt in Kaskaden herrab, schleierhaft die Felsw√§nde verbergend, oder donnert in gewaltigen Katarakten zu Tal. Und fast jedesmal wieder, ist man faziniert und begeistert davon.

Der Trollstig
Wir bohren uns in eine Märchenlandschaft, riesige Felsen wie prähistorische Tiere oder Monumente eines anderen Planeten sind umgeben von Bäumen, die finster und knorrig, kleinen Dämonen gleichen.

Zum Schluß der Geirangerfjord

Wir erleben den Bilderbuchfjord im besten Sonnenschein. Wundersch√∂n ! Die Nacht werden wir auf dem Campingplatz verbringen. Und dann nat√ľrlich Fische fangen, oder.

Unser Mobil bewegt sich vorsichtig und fährt hinauf, hinab wendet sich nach rechts, nach links
so als h√§tte es Angst von einem der Granitenen Ungeheuer verschlungen zu werden. Man sp√ľrt das die Zivilisation die diesen Weg baute, oft gez√∂gert und herumgetastet hat, um sich einen Durchgang zu bahnen durch die rauhe und wilde Landschaft.

Wir trauten unseren Augen nicht. Da war doch jemand der einen Fisch herraus geholt hatte, in einer Manier als sei's das Selbstverständlichste der Welt !

Wir pirschen uns an ihn herran und fragen beiläufig, wie er denn daß geschaft hätte. Er zeigte nur gelangweilt seinen Pilker. Wir erschraken, das war haargenau der gleiche den wir auch ewig in's Wasser warfen. Der brachte es also tatsächlich ! Das war ja nicht zum Aushalten sollte hier unsere Pechsträhne aufhören.

F√ľr diesen tag mu√üten wir unsere Hoffnung begraben, es war 23:30 Uhr  und wir gingen in die Koje. Ich tr√§umte in dieser Nacht zuerst von sch√∂nen M√§dchen, aber dann pl√∂tzlich waren sie da ! Kleine, gro√üe dicke d√ľnne, die sch√∂nsten Fische die man sich vorstellen kann.

Endlich war die Nacht, nach endlosem nervenzerm√ľrbenden warten vorbei. Moni schlief noch, also zog ich allein zum Wasser runter. Voller Tatendrang schleuderte ich den Pilker ins Wasser. Was ist jetzt los, die Rute biegt sich auf einmal, kein Zweifel da hat einer angebissen. Ein Fisch zappelt an der Angel. Voller Stolz blicke ich auf das Tierchen, dann PANIK ich mu√üte Moni zur Hilfe rufen um den Fisch zu √ľberw√§ltigen. Den ich mag rohe Fische nicht anfassen. Sie erledigte diese Aufgabe ganz ruhig und √ľberlegen. Jetzt wollte ich es aber wissen, und warf den Pilker noch mal in den Fjord, nichts geschah also zog und drehte ich ihn zur√ľck. Und dann passierte es, ich ri√ü ihn im hohen Bogen aus dem Wasser, just im selben Augenblick duckte sich Moni zu Boden, denn √ľber Ihren Kopf knallte der Pilker zu Boden. Das h√§tte ja was werden k√∂nnen, Sie beruhigte sich aber wieder sehr schnell √ľber mein Mi√ügeschick. Und sp√§ter lie√üen wir uns dann den Seelachs gut schmecken.

Norwegen wir kommen ganz sicher wieder !!!

Eine Warnung noch vor dem schwarzen Loch.

Als wir 1980 das erste mal in Norwegen waren, machten wir eine ganz und gar neue Erfahrung. Die Tunnel ! Ahnungslos fahre ich mit eingeschaltenem Licht hinein. Im gleichen Augenblick bleibt mir fast das Herz stehen. Ich sehe nichts, rein gar nichts ! Als ob uns die H√∂lle verschluckt h√§tte. Mein Puls jagt in die H√∂he. Krampfhaft halte ich das Lenkrad fest, und trete dabei gleichzeitig auf die Bremse versuche mit meinen Augen die Finsternis zu durchdringen. Verschwommen erkenne ich nur ein paar Lichtpunkte, kann aber nicht ausmachen wo sie sich befinden. Von meinen eigenen Scheinwerfern ist nichts zu sehen, als ob sie ausgeschaltet w√§ren langsam haben sich jetzt meine von der grellen Sonne verengten Pupillen der Dunkelheit angepa√üt so da√ü ich jetzt schemenhaft die Umgebung wahrnehme. Der Schreck sa√ü mir noch in den Knochen, als da√ü Loch uns sclei√ülich wieder ausspuckte. Eine Entsch√§digung bot daf√ľr die eindrucksvolle Umgebung, die wir nun vor uns erblickten. Wenn ich jetzt in einen Tunnel fahre schlie√üe ich vorher f√ľr einen " Herzschlag " die Augen, und fahre dann in das f√ľr mich nicht mehr schwarze Loch.

Noch fragen, bitte sehr:                             E-Mail:
mup.schuett@t-online.de

oder Telefon 04502 / 2521                            Peter Sch√ľtt

PS: Urlaub mit dem Wohnmobil ist wirlich eine tolle sache, und darum bitte ich Euch haltet die Natur sauber.
Damit wir noch lange Touren durch Skandinavien machen k√∂nnen. Wer denoch den Inhalt seiner Campingtoilette hinters Geb√ľsch gie√üt, den soll der Blitz beim Schei... treffen.

Allen anderen schöne Nordland-Touren !

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